Timo Ostdorf, Trainer des TuS Haltern am See, spricht über seine Anfangszeit als Trainer und worauf er besonders stolz ist. © Jürgen Patzke
Fußball

TuS-Trainer im Porträt: „Ich weiß, dass es schnell Geschichte sein kann“

Oberligacoach Timo Ostdorf spricht über seine Anfangszeit als Trainer und weshalb er sich nach seiner ersten Trainingseinheit eigentlich keine Karriere als Übungsleiter vorstellen konnte.

Timo Ostdorf ist seit dem 1. Juli 2020 der Chef an der Seitenlinie des Oberligisten TuS Haltern am See. Neben seinen zahlreichen Aufstiegen als Spieler und Trainer erklärt Ostdorf, worauf er besonders stolz ist und was ihm bei seiner Arbeit mit der Mannschaft wichtig ist.

Angefangen hat alles bei Ostdorfs Heimatverein Grün-Weiß Erkenschwick. Rund 15 Jahre sei es her, als der ehemalige Oberligaspieler zum ersten Mal ein Training geleitet habe. Damals als Übungsleiter der Mini-Kicker, welche ihren Trainer ordentlich gefordert haben.

Von den Mini-Kickern zur U-17

„Die Einheit war mit 25-30 kleinen Kindern, das war Stress pur“, erinnert sich Ostdorf. Nach dem Training habe sich der 35-Jährige geschworen, das auf keinen Fall weiter zu machen. Doch die Begeisterung und das Interesse für das Traineramt blieb.

Halterns Coach habe immer mehr versucht, sich in andere Trainer hineinzuversetzen, Entscheidungen nachzuvollziehen und Strukturen innerhalb der Mannschaft zu analysieren.

Und so kam es, dass die erste feste Station als Trainer nicht mehr lange auf sich warten lies. „Der TuS Haltern hat mich gefragt, ob ich die U-17 übernehmen könnte“, so Ostdorf.

Auf den Abstieg folgte die Meisterschaft

Auch wenn er sich den Start seiner Trainerkarriere mit dem Abstieg der U-17 im ersten Jahr sicher anders vorgestellt hatte, hatte der gebürtige Hertener „Blut geleckt“ und wollte weiter machen. Mit Erfolg: Ostdorf gelang der direkte Wiederaufstieg ohne Niederlage, was der Startschuss seiner erfolgreichen Trainerkarriere sein sollte.

Nach dem Erwerb seiner Trainer-Lizenz feierte der Chefcoach weitere Aufstiege mit der U-19 und der U-23 des TuS Haltern am See. Doch der ehemalige Spieler des SpVgg. Erkenschwick, VfB Hüls, SC Hassel und TuS Haltern am See weiß auch um die Bedeutung von Negativerlebnissen bei der Entwicklung eines Trainers.

Trotz seiner Erfolge als Trainer und seiner Erfahrung als ehemaliger Oberligaspieler habe Ostdorf nie damit gerechnet, dass er selbst mal als Trainer in der Oberliga aktiv sein würde.

Das Miteinander steht im Fokus

„Ich genieße die Zeit mit den Jungs, weiß aber auch, dass es schnell Geschichte sein kann“, erzählt Ostdorf. „So sei das Trainergeschäft nun mal“, ergänzt der junge Trainer.

Er sehe seinen Weg keinesfalls als selbstverständlich und sei stolz auf das, was er erreicht hat. „Man kann mit stolz sagen, dass man sich was aufgebaut hat“, so der Coach. Vor allem freue es ihn aber, dass er auch heutzutage noch mit ehemaligen Spielern in Kontakt stehe und positives Feedback erhalte.

Die Frage, ob er ein Traineridol habe, verneint Ostdorf. Er habe von allen Trainer, die er selbst hatte, etwas mitgenommen. Dazu zählt unter anderem Olaf Thon aus seiner Zeit beim VfB Hüls. Jedoch lege Ostdorf auch viel Wert auf seine individuelle Entwicklung als Trainer.

Ganz oben auf der Liste seiner Tugenden stehe Menschlichkeit. „Der Umgang des Trainers mit der Mannschaft ist extrem wichtig“, betont Ostdorf abschließend.

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