Bei Concordia Flaesheim stand gegen Hillerheide ein Spieler in der Startelf, mit dem wohl vorab keiner gerechnet hatte. Ein weiterer saß überraschend auf der Bank. © Andreas Hofmann (Archiv)
Fußball: Kreisliga A

Überraschungen in Flaesheims Kader: „Ein reiner Zufall und eine lustige Geschichte“

Gegen Hillerheide überraschte Flaesheims Trainer mit zwei Namen im Kader. Der eine Spieler war frühestens für November eingeplant, der andere hatte eigentlich mit dem Fußballspielen aufgehört.

Nach dem Sieg gegen den FC/JS Hillerheide war Concordia Flaesheims Trainer Michael Onnebrink voll des Lobes für seine Mannschaft, die ohne zahlreiche Spieler auskommen musste. Während viele fehlten, gab es aber auch zwei Spieler, deren Nominierung ziemlich überraschte – der eine stand sogar direkt in der Startelf, der andere feierte schon eine Woche zuvor sein Comeback, nachdem er eigentlich nicht mehr spielen wollte.

Max Bontrup hatte die Concordia im Sommer vorübergehend verlassen. Aufgrund seines Studiums hatte es ihn Richtung Freiburg gezogen. Erst im November oder Dezember sollte er vermutlich wieder zur Flaesheimer Mannschaft stoßen, hatte Michael Onnebrink im Juni gesagt.

Gegen Hillerheide stand er aber plötzlich von Beginn an in der Innenverteidigung neben dem späteren Flaesheimer Siegtorschützen Björn Winkelbeiner. „Das war ein reiner Zufall“, erzählt sein Trainer. Bontrup hatte sich zwei Tage zuvor, am Freitagmittag, bei ihm gemeldet und gefragt, ob er abends zum Training kommen könne.

Bontrups spontane Rückkehr war für Onnebrink „ein Sechser im Lotto“

„Dann passte das wie die Faust aufs Auge, da wir sowieso keine Leute hatten“, sagt er. Zwar fehle es Bontrup noch an Spielpraxis, doch körperlich habe er sich in einem starken Zustand präsentiert, so Onnebrink, der die kurzfristige Rückkehr als „Sechser im Lotto“ bezeichnet.

Flaesheims Max Bontrup (r.), hier im Duell mit Lippramsdorfs Giacomo Lopez-Fernandez im Sommer 2020, stand gegen Hillerheide überraschend in der Startelf.
Flaesheims Max Bontrup (r.), hier im Duell mit Lippramsdorfs Giacomo Lopez-Fernandez im Sommer 2020, stand gegen Hillerheide überraschend in der Startelf. © Jürgen Patzke (Archiv) © Jürgen Patzke (Archiv)

Vor allem in der Innenverteidigung wäre es nämlich eng geworden. Natürlich habe es auch ein kleines Risiko gegeben, den Verteidiger ohne Spielpraxis direkt in die Startelf zu stellen, erklärt der Trainer.

„Aber ich wollte gegen so eine Mannschaft auf Nummer sicher gehen“, sagt er. Da er schon auf einigen anderen Positionen Spieler einsetzen musste, die eigentlich woanders spielen, habe er zwei echte Innenverteidiger im Abwehrzentrum aufstellen wollen.

Auf den Außen musste er beispielsweise wieder umstellen, rechts hinten spielte Offensivspieler Rouven Maly. Die Flexibilität einiger Spieler ist derzeit so wichtig wie lange nicht mehr bei der Concordia. Flexibel einsetzbar ist auch die zweite Flaesheimer Überraschung.

Gegen Hillerheide kam Maik Knoblich zum zweiten Mal wieder zum Einsatz, nachdem er im vergangenen Jahr nach einer Verletzung kurz vor dem Saisonstart einen Schlussstrich gezogen hatte.

„Wenn du gar keinen mehr hast, kannst du mich auf die Bank setzen“

„Das war‘s erst mal mit Fußball“, hatte der heute 23-Jährige damals gesagt. Und weiter: „Irgendwann hat man halt auch keinen Bock mehr.“ Nach zwei Fußbrüchen war die nächste Verletzung einfach eine zu viel für den Ex-Spieler des Bezirksliga-Teams des TuS Haltern am See.

Maik Knoblich (r.), hier noch im Trikot des TuS Haltern am See, hat sein Comeback bei Concordia Flaesheim gefeiert.
Maik Knoblich (r.), hier noch im Trikot des TuS Haltern am See, hat sein Comeback bei Concordia Flaesheim gefeiert. © Jürgen Patzke (Archiv) © Jürgen Patzke (Archiv)

Nun aber die Kehrtwende. „Das war eine ganz lustige Geschichte“, sagt Michael Onnebrink. „Vor ein paar Wochen hatte er mich angeschrieben und gefragt, ob er nicht mal wieder mittrainieren könnte, weil er wieder Lust aufs Kicken hatte.“ Einmal die Woche kam Knoblich dann zum Training des A-Ligisten.

„Dann wurde zügig aus einmal pro Woche zweimal“, so der Trainer. „Und vor ein paar Wochen meinte er zu mir: Wenn du gar keinen mehr hast, kannst du mich auf die Bank setzen.“ Gegen Waltrop war es so weit, und am vergangenen Sonntag folgte der erste 45-Minuten-Einsatz.

„Dass es eigentlich noch nicht für einen Einsatz von Anfang an reicht, ist klar“, sagt der Flaesheimer Trainer. „Mit der Halbzeit, die er jetzt gespielt hat, hat er sich aber für kommenden Sonntag angeboten.“ Knoblich habe einen „begnadeten linken Fuß, aber man merkt, dass ihm die Spielpraxis fehlt“. Dennoch sei er bereits „eine absolute Hilfe“ gewesen.

„Wenn du so eine Alternative hast, müsstest du bescheuert sein, das nicht zu nutzen“, so Michael Onnebrink. „Ich freue mich, dass er wieder den Dreh zum Fußball gekriegt hat.“

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Erst als Praktikant, dann als freier Mitarbeiter und nach dem Volontariat seit 2021 als Redakteur für Lensing Media im Einsatz. Am liebsten im Lokalsport unterwegs - denn abseits der reinen Ergebnisse hat jedes Spiel und jeder Sportler eine spannende Geschichte zu erzählen.
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Pascal Albert