Neun Elfmeter mussten die Lippramsdorfer schießen, ehe sie ihren Sieg über Westfalenligist RW Deuten bejubeln durften. © Jürgen Patzke
Fußball

Unerwarteter Pokal-Held: Lippramsdorfs Korte war erst aufgeregt, dann im Tunnel

In Halbzeit zwei musste LSV-Keeper Jan Korte plötzlich aufs Feld - im Pokal gegen einen Westfalenligisten. Am Ende hatte der 21-Jährige großen Anteil am überraschenden Erfolg des Bezirksligisten.

Gerechnet hatte Jan Korte nicht damit, dass er im Kreispokal gegen Westfalenligist RW Deuten spielen würde. „Ich bin seit zwei Jahren dabei, in der Zeit war Marvin (Niehaus, Anm. d. Red.) eigentlich nie verletzt“, sagt der Torhüter, der gegen Deuten zur zweiten Halbzeit eingewechselt werden musste – und später zum Helden avancierte.

Als er während des Warmmachens merkte, „dass es ernst wird, war ich natürlich ein bisschen aufgeregt“, erzählt der 21-Jährige. Nach einigen Minuten hätte sich die Aufregung aber schnell wieder gelegt. „Dann war ich im Tunnel“, sagt er.

Spätestens im Spiel war er gar nicht mehr nervös, sondern vielmehr voll fokussiert. „Das war für mich DER Abend“, so Korte weiter. „Gerade gegen einen Westfalenligisten spielen und dann auch noch so glänzen zu können, war schon geil.“

Lockeres Geplänkel mit Deutens Keeper, „um nicht verrückt zu werden“

Bekam er in der zweiten Halbzeit noch nicht allzu viele Gelegenheiten, zu glänzen, konnte er wenig später im Elfmeterschießen zwei von neun Elfmetern der favorisierten Deutener halten.

Lippramsdorfs Jan Korte (l.) kam gegen RW Deuten zur zweiten Halbzeit ins Spiel und hielt am Ende zwei Elfmeter.
Lippramsdorfs Jan Korte (l.) kam gegen RW Deuten zur zweiten Halbzeit ins Spiel und hielt am Ende zwei Elfmeter. © Jürgen Patzke © Jürgen Patzke

„Beim Elfmeterschießen war ich auch komplett im Tunnel. Alles was reingerufen wurde, habe ich zwar gehört, aber einfach ignoriert“, erzählt er. Zwischen den Elfmetern habe er noch ein wenig mit Deutens Keeper Kai Habendorf „geplänkelt“, wie er sagt – „um nicht verrückt zu werden“.

Vor dem Elfmeterschießen habe Co-Trainer Jan van Buer ihm geraten, lange stehenzubleiben und sich auf eine Ecke festzulegen, erzählt Korte. „Ich bin dann erst mal in einer Ecke geblieben, hatte aber bei den ersten beiden Elfmetern die falsche.“

Beim dritten entschied sich der Lippramsdorfer deshalb um, sprang in die rechte Ecke und hielt Nils Fabisiaks Schuss. „Da hatte ich es auch geschafft, länger stehen zu bleiben“, sagt er. „Ab einem gewissen Punkt habe ich dann entschieden, abzuwarten und mich nicht vorher für eine Ecke zu entscheiden.“

Deutens Tomicki verschießt, Lippramsdorfs Hardegen trifft

Bei Deutens achtem Schützen, Ben Alexander Richter, war er dann erneut erfolgreich, hielt auch diesen Schuss. Malte Hilbrich hatte danach schon die Chance auf die Entscheidung, jagte den Ball aber übers Tor. Da wenig später Deutens Luca Tomicki rechts vorbei schoss und Nils Hardegen danach souverän traf, konnten die Lippramsdorfer nach insgesamt 18 Elfmetern endlich jubeln.

Wie lange danach noch gefeiert wurde, kann Jan Korte aber gar nicht sagen. „Ich musste früh arbeiten“, sagt er. Nach einer kurzen Feier mit Mannschaft und Zuschauern ging es für ihn auch schon unter die Dusche und ab nach Hause – als Lippramsdorfer Pokal-Held.

Ob er auch am Sonntag in der Bezirksliga gegen Westfalia Gelsenkirchen spielen wird beziehungsweise muss, wird sich noch zeigen. „Die Wahrscheinlichkeit, dass die beiden Verletzten nicht spielen können, ist sehr hoch“, sagt LSV-Trainer Sven Kmetsch über Marvin Niehaus und Henrik Kleinefeld, die beide gegen Deuten ausgewechselt werden mussten.

Der Sieg im „Pokal-Fight“, wie Kmetsch die Partie nennt, sei teuer erkauft worden – auch weil mit Tim Vierhaus nun noch ein Spieler gesperrt ist. Eines ist aber klar: Egal, wer am Sonntag spielen wird, das Selbstvertrauen dürfte nach dem vergangenen Spiel groß sein.

  • Anstoß: Sonntag, 26. September, 15.15 Uhr, Jahnstraße 20, Haltern am See
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Erst als Praktikant, dann als freier Mitarbeiter und nach dem Volontariat seit 2021 als Redakteur für Lensing Media im Einsatz. Am liebsten im Lokalsport unterwegs - denn abseits der reinen Ergebnisse hat jedes Spiel und jeder Sportler eine spannende Geschichte zu erzählen.
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Pascal Albert