Beim Bezirksliga-Team des SV Lippramsdorf hat sich ein Spieler, der bislang nur in der Kreisliga B gespielt hatte, in der ersten Elf etabliert. © Jürgen Patzke
Fußball: Bezirksliga

Vom B-Ligisten zum Bezirksliga-Stammspieler: „Damit hatte ich nicht gerechnet“

In den vergangenen Jahren spielte er noch in der Kreisliga B, jetzt hat er mit etwas Verspätung den Sprung in die Bezirksliga geschafft. Allerdings nicht auf seiner bisherigen Stammposition.

Einem Spieler des SV Lippramsdorf ist zuletzt der Sprung von der Kreisliga B in die Bezirksliga gelungen. Mit 28 Jahren startet er nun etwas verspätet in der höheren Liga durch – eine Verletzung und sein Job verhinderten, dass ihm das schon früher gelang.

Als der Sprung zu den Senioren anstand, landete Andre Kleine Kappenberg erstmal in der zweiten Mannschaft des SV Lippramsdorf. In der Folge verhinderte seine Ausbildung zum Techniker, dass er es in der ersten Mannschaft versucht.

Andre Kleine Kappenberg ist Lippramsdorfs neuer Linksverteidiger

Da er drei Mal pro Woche noch abends Schule hatte, hätte das keinen Sinn ergeben, erklärt er. Daher blieb er in der Reserve. 2018 beendete er seine Ausbildung dann, doch der Sprung in die Bezirksliga ließ weiter auf sich warten.

Andre Kleine Kappenberg (l.) hat sich in der Bezirksliga-Startelf des SV Lippramsdorf festgespielt.
Andre Kleine Kappenberg (l.) hat sich in der Bezirksliga-Startelf des SV Lippramsdorf festgespielt. © Jürgen Patzke © Jürgen Patzke

„Ich wollte es dann noch mal versuchen“, erzählt Kleine Kappenberg, aber eine Schulterverletzung bremste ihn im September 2019 wieder aus. Ein halbes Jahr konnte er nur zuschauen. Als er wieder fit war, folgte der nächste Versuch: Die letzten Monate unter Trainer Michael Hellekamp, der im Sommer 2020 zu Landesligist Viktoria Heiden gewechselt ist, war er bei der ersten Mannschaft dabei.

Danach übernahm Thomas Bartke das Kommando – und setzte direkt auf den Lippramsdorfer, der in der Vergangenheit vornehmlich als linker Mittelfeldspieler eingesetzt wurde. Nun ist er als Linksverteidiger gesetzt. Mit dem Positionswechsel hat der 28-Jährige kein Problem, schließlich hatte er ihn selbst sogar angeregt.

Bartke trainierte Kleine Kappenberg schon in Lippramsdorfs Jugend

Schon während der Zeit unter Michael Hellekamp habe er gemerkt, „dass das Tempo in der ersten Mannschaft was anderes ist als in der zweiten“, erklärt er. Da er gerade im Vergleich zu anderen Offensivspielern im Kader „es nicht so mit der Schnelligkeit habe“, schlug er vor, eine Position nach hinten zu rutschen.

Eine Entscheidung, die sich bisher ausgezahlt hat. „Es läuft ja bislang echt gut“, sagt er. „Er hat die Linksverteidigerposition gut bekleidet“, sagt auch Thomas Bartke.

Der LSV-Trainer kannte Andre Kleine Kappenberg bereits aus seiner Zeit als Jugendtrainer beim SV Lippramsdorf. „Ich wusste, dass das Potenzial bei ihm da ist“, erklärt er. Der Spieler selbst war hingegen ein wenig überrascht, dass er schon auf so viel Spielzeit kam. „Damit hatte ich nicht gerechnet“, gesteht er.

Bei langen Bällen muss sich Kleine Kappenberg noch verbessern

In allen sieben Bezirksliga-Spielen stand der Linksfuß in der Startelf. Nach vorne könne er sich noch etwas verbessern, sagt Bartke, „aber er hat sich gut gemacht“. Vor allem das höhere Tempo habe er direkt zu Beginn bemerkt, sagt Kleine Kappenberg über die Unterschiede zwischen der B- und der Bezirksliga.

Zudem sei in den Spielen und auch im Training „noch mal ein bisschen mehr Biss drin“, erklärt er, ohne die Kreisliga B schlecht reden zu wollen. „Auch da sind alle richtig ehrgeizig“, so der Lippramsdorfer, der vor allem in einem Bereich noch Verbesserungspotenzial sieht. „Die langen Bälle“, sagt er.

Wenn ein solcher Pass auf seine Seite kommt, habe er manchmal noch Probleme, ihn richtig einzuschätzen. „Bei der zweiten Mannschaft konnte man die oft noch gut abfangen, jetzt ist da mehr Präzision drin.“

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Erst als Praktikant, dann als freier Mitarbeiter und nach dem Volontariat seit 2021 als Redakteur für Lensing Media im Einsatz. Am liebsten im Lokalsport unterwegs - denn abseits der reinen Ergebnisse hat jedes Spiel und jeder Sportler eine spannende Geschichte zu erzählen.
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Pascal Albert