Feste Größe im Spiel des TuS 05 Sinsen: Nun trifft Abwehrspieler Mick Nabrotzki auch noch für den Westfalenligisten. © Thomas Braucks
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Die Freude muss raus: Mick Nabrotzki feiert seine Torpremiere

16 Treffer hat der TuS 05 Sinsen in dieser Saison in der Westfalenliga erzielt. Noch keiner wurde so gefeiert wie Mick Nabrotzkis 3:2-Siegtor bei Preußen Espelkamp am vergangenen Sonntag.

Als der Ball in der 92. Minute im Tor von Preußen Espelkamp einschlug, jagten die Schwarz-Weißen dem trefflichen Schützen im Kollektiv hinterher. Einmal durchs Stadion. „Da hat man gesehen, dass die Jungs auch in der Nachspielzeit noch viel Luft haben“, merkt Trainer Dennis Hübner launig an.

Der Jubel könnte mit dem Schützen zu tun haben. Einer, der sonst selten im Strafraum des Gegners den Ball am Fuß hat: Abwehrmann Mick Nabrotzki. Der Dorstener kam im Juli 2020 von Schwarz-Weiß Essen zum TuS 05 Sinsen. Jetzt endlich traf er in einem Punktspiel für den Klub ins Schwarze. Einen besseren Moment hätte er sich kaum aussuchen können. „Endlich hatte ich mal das Glück, dass der Ball vor meinem Fuß gelandet ist und ich ihn reinmachen konnte. Der Sprint danach musste einfach sein“, berichtet der 21-Jährige. Irgendwie muss die Freude schließlich raus.

„Toll, dass er sich belohnt hat“

Auch Trainer Dennis Hübner war schwer angetan. Vom Tor, das seiner Elf einen ebenso überraschenden wie verdienten Erfolg bescherte. Und vom Schützen. „Toll, dass sich Mick für seine guten Leistungen mit einem Treffer belohnt hat.“ Sinsens Übungsleiter hält eine Menge von seinem Innenverteidiger. Als Kicker und als Typ. „Mick ist einer, der immer als einer der ersten auf der Anlage ist und sich vernünftig aufs Training vorbereitet. Und er gehört zu denen, die hinterher etwas länger bleiben, sodass man sich auch mal austauschen kann. Das schätze ich sehr.“

Ein Jahr nicht am Ball

Dazu kommt, dass Nabrotzkis Leistungen stimmt. Mit seinem Stellungsspiel, seiner Kopfballstärke und seinem Biss im Zweikampf hat der Dorstener zur bislang erfolgreichen Saison des TuS 05 Sinsen viel beigetragen. Überraschend kommt das für Trainer Dennis Hübner nicht.

Bei Rot-Weiß Essen, VfL Bochum oder Preußen Münster hat der Dorstener schließlich eine bessere Ausbildung genossen als viele andere Kicker in der Westfalenliga. „Mick hat zwar noch den einen oder anderen Fehler in seinem Spiel“, sagt Hübner. Aber das sei bei einem noch so jungen Fußballer verständlich. Zumal der 21-Jährige aufgrund des langen Corona-Lockdowns und einer hartnäckigen Verletzung lange nicht am Ball war.

„Ein Jahr war ich komplett raus“, sagt Nabrotzki, der eine kaufmännische Ausbildung absolviert. Ein Knochenmarködem stoppte ihn – bis kurz vor dem Start in die Vorbereitung. „Die konnte ich dann zum Glück von Anfang an mitmachen. Endlich wieder den Rhythmus von Training und Spielen zu haben, das macht schon extrem viel Spaß.“

Bisher immer in der Start-Elf

In der laufenden Saison stand Nabrotzki in allen neun Westfalenliga-Spielen in der Sinsener Start-Elf. Ein einziges Mal, beim 3:1-Erfolg gegen den Delbrücker SC, hat ihn der Trainer ausgewechselt. „Gefallen hat Mick das natürlich nicht. Und so richtig erklären konnte ich ihm die Entscheidung auch nicht. Es war Bauchgefühl“, sagt Dennis Hübner.

Auch wenn der Trainer über seine Aufstellung für das Heimspiel gegen den Tabellendritten Lüner SV noch nicht reden will: Dass Mick Nabrotzki am kommenden Sonntag um 15 Uhr beim Anpfiff auf den Platz steht, das scheint ziemlich sicher. Der Abwehrspieler traut seiner Elf auch gegen den favorisierten Lüner SV eine Menge zu: „Wir haben eine super Truppe. Es geht sehr familiär zu, wir unternehmen gemeinsam etwas. Ich denke, dass in dieser Saison noch einiges möglich ist.“

Ein Knipser wird Nabrotzki wohl nicht

Was seine persönliche Trefferquote angeht, bleibt Mick Nabrotzki allerdings bescheiden. Dass er jetzt gleich in die Stapfen seines Vaters Jürgen tritt, in den 80er-Jahren Torjäger bei der Spvgg. Erkenschwick, Rot-Weiß Essen oder Viktoria Köln, das schließt der 21-Jährige aus. „Es kommen hoffentlich noch ein paar Tore dazu. Aber dass ich jetzt so knipse wie er früher, das wird wohl nicht passieren.“

Über den Autor
Stellv. Leiter Sportredaktion MHB
Hat schon als Schüler über die Spvgg. Erkenschwick geschrieben und ist dem Sport im Vest seitdem als Beobachter eng verbunden. Was gibt es Schöneres, als über Menschen in Bewegung, mit oder ohne Ball, zu berichten? Nicht viel.
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