Frust beim Bezirksliga-Spitzenreiter: Trainer Manfred Wölpper und die TSG Dülmen standen am Sonntag plötzlich ohne Gegner da. © Olaf Krimpmann
Fußball: Bezirksliga 14

Unfreiwillig spielfrei: Dülmens Gegner macht blau

Eine Woche vor dem Bezirksliga-Gipfel hat Spitzenreiter TSG Dülmen spielfrei. Gegner Westfalia 04 Gelsenkirchen sagt kurzfristig ab. Den Marler Trainer Manfred Wölpper ärgert das sehr.

Manfred Wölpper hatte seine Kicker am Sonntag schon zur finalen Besprechung vor der Bezirksliga-Partie der TSG Dülmen gegen Westfalia 04 Gelsenkirchen versammelt. Aufstellung, Taktik, feurige Ansprache: Der Plan des Fußballlehrers stand.

Da erreichte den Spitzenreiter die Nachricht, dass die Gäste aus Gelsenkirchen nicht anreisen würden. „Sportlich ist das nicht“, findet Wölpper. Neulich war ihm das schon einmal passiert, im Kreispokal ließ der Gegner die TSG sitzen. „Mit mir wollte schon als Kind keiner spielen“, witzelt Wölpper.

„Nur“ 2:0 -Wertung verdirbt die Dülmener Torquote

Die Ironie des Trainers in Ehren, an der Absage könnte die Offensivkraft seiner Kicker nicht ganz unschuldig sein. Böse Zungen behaupten, für das noch sieglose Schlusslicht aus Gelsenkirchen sei es die einzige Chance gewesen, die Niederlage bei den torhungrigen Dülmenern in Grenzen zu halten.

Bis Sonntag erzielten Wölppers Kicker im Schnitt 4,5 Treffer pro Spiel. Gegen Westfalia 04 hätten sie die Quote ausbauen können. So musste Staffelleiter Klaus Overwien die Partie werten: „nur“ 2:0 für die TSG. Auch der Waltroper zeigte sich überraschend: So kurz vor dem Anpfiff ein Spiel in der Bezirksliga abzusagen, sei ihm auch noch nicht oft untergekommen.

„Wären gern im Rhythmus geblieben“

Bei den Gelsenkirchenern will man von nichts davon wissen, gekniffen zu haben. Trainer Jürgen Meier zufolge hätten ihm am Sonntag nur zehn Spieler zur Verfügung gestanden. Alle anderen seien angeschlagen oder erkrankt. Es sei unmöglich gewesen, das Spiel auszutragen.

Für Manfred Wölpper ist die Sache äußerst ärgerlich. Am kommenden Sonntag muss die TSG Dülmen (25 Punkte) im Spitzenspiel beim Tabellenzweiten BV Rentfort (23) ran. „Es ist doch klar, dass wir gern im Rhythmus geblieben wären. Aber wo soll ich in dieser Phase der Saison kurzfristig einen adäquaten Testspielgegner herbekommen?“, fragt der Marler.

Zeit, Verfolger BV Rentfort in Gladbeck zu beobachten

Einen fußballfreien Sonntag hatte Wölpper dann aber doch nicht. Er fuhr von Dülmen schnell nach Gladbeck – und konnte Verfolger BV Rentfort im Derby beim SV Zweckel beobachten. „Das war aber auch das einzig Gute an der Absage“, knurrt der Trainer. Immerhin, vielleicht hat Wölpper ja ein paar Ansätze für den Bezirksliga-Gipfel am Sonntag ausgemacht.

Über den Autor
Stellv. Leiter Sportredaktion MHB
Hat schon als Schüler über die Spvgg. Erkenschwick geschrieben und ist dem Sport im Vest seitdem als Beobachter eng verbunden. Was gibt es Schöneres, als über Menschen in Bewegung, mit oder ohne Ball, zu berichten? Nicht viel.
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