Capelle-Trainer Reinhard Behlert freut sich über einen Spieler, der „unwahrscheinlich wissbegierig ist“, wie er sagt. © Henkel
Fußball

Matchwinner gleich im Premierenderby: Sprinter des SC Capelle glaubt noch an großen Wurf

Der SC Capelle entscheidet das Nordkirchener Gemeindederby gegen den SV Südkirchen für sich. Dabei macht ein Spieler auf sich aufmerksam. Der hat noch viel vor mit dem SCC.

Heißmachen musste man keinen Spieler des SC Capelle. Dafür war den B-Liga-Fußballern die Bedeutung des Gemeindederbys gegen den SV Südkirchen nur allzu bewusst. Von Anfang an hängten sich die Schwarzgelben rein. Man spürte den unbedingten Willen, das Spiel gewinnen zu wollen – was beim 3:2 letztlich gelang. Mit dafür verantwortlich war ein Spieler, der nach langer Pause in dieser Saison so richtig durchstartet.

Auch gegen Südkirchen war Maximilian Rethmeier einer der Erfolgsgaranten für den SC Capelle. Bereits nach zwei Minuten initiierte der 20-Jährige einen Angriff, der aber nicht von Erfolg gekrönt wurde. Vier Minuten später versucht es Rethmeier selbst, scheiterte aber, da der Abschluss zu schwach geriet.

Maximilian Rethmeier erzielt die Führung für den SC Capelle

Besser machte er es nach 74 Minuten, als Rethmeier seinem Gegenspieler davon lief, eiskalt vollstreckte und die vorübergehende Führung zum 2:1 für den SCC erzielte. „Janik Hülsmann hat den Ball perfekt in den Lauf gespielt, da konnte ich ihn reinmachen“, beschreibt Rethmeier.

Maximilian Rethmeier (l.) musste das Derby gegen den FC Nordkirchen II verloren geben. Gegen den SV Südkirchen feierte der Flügelstürmer seinen ersten Derbysieg.
Maximilian Rethmeier (l.) musste das Derby gegen den FC Nordkirchen II verloren geben. Gegen den SV Südkirchen feierte der Flügelstürmer seinen ersten Derbysieg. © Nico Ebmeier © Nico Ebmeier

Grundlage für seinen Treffer war aber seine Geschwindigkeit. „Das ist eine meiner Stärken“, sagt Rethmeier. Sein Trainer spricht von einer „wahnsinnigen Pace, die er mitbringt.“

Was Reinhard Behlert aber ungemein höher zu schätzen weiß, ist der Wille seines Schützlings, sich stetig weiterzuentwickeln. „Er ist unwahrscheinlich wissbegierig. Er hat immer beide Augen und beide Ohren weit offen“, so Behlert, der ausführt: „Er hört zu, wird angeschnauzt, lässt den Kopf aber nicht hängen, sondern setzt es um.“ Ein Spieler, der wohl wie gemacht für jeden Trainer ist.

Auch deswegen sieht man nicht unbedingt, dass Rethmeier eine längere Fußball-Pause hinter sich hat. Zwischenzeitlich pausierte er ein Jahr, in dem er nicht vor das Leder trat. Die Wiedereingliederung gelang überraschend gut. „Ich bin jetzt erst hier richtig angekommen und sehr glücklich“, meint Rethmeier.

Dafür spricht auch seine Torausbeute. Rethmeier markierte bereits sechs Treffer und damit so viele wie der zweit- und drittbeste Capeller Torjäger zusammen (Toralf Streppel und Stefan Wagner, je drei). „Ich traue ihm noch ein paar Tore mehr zu“, glaubt Behlert. „Seine Entwicklung ist noch lange nicht am Ende.“

Schafft die DJK Amelsbüren den Durchmarsch?

In welche Spielklassen das führt, ist allerdings noch offen. Bleibt Rethmeier erst einmal an der Gorfeldstraße, bedeutet das laut Behlert erst einmal weiter Kreisliga B. „Amelsbüren wird einen Durchmarsch machen“, glaubt der Trainer. Sein Stürmer will das aber nicht so einfach hinnehmen. Möglich sei der Aufstieg noch. „Ich will alles gewinnen. Es ist noch vieles möglich“, hofft Rethmeier noch auf den großen Wurf.

Gegen Südkirchen feierte Rethmeier übrigens noch eine Premiere. Wegen seiner Pause waren es die ersten Derbys für ihn. Das Spiel gegen den FC Nordkirchen II ging noch verloren. Dafür klappte es umso besser gegen Südkirchen. „Ich bin sehr glücklich. Ich denke, das hat man auch gemerkt. Wir sind ja ziemlich abgegangen“, freute sich Maximilian Rethmeier nach dem Abpfiff. „Es ist einfach ein unfassbares Gefühl.“

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Redakteur
Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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Matthias Henkel

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