Dominik Dupke (l.) und der FC Nordkirchen gewannen das Bezirksliga-Topspiel gegen Semih Esen (r.) und den VfL Kemminghausen. © Schaper
Fußball

Topspiel wird zur Machtdemonstration: FC Nordkirchen feiert, VfL Kemminghausen mit Debakel

Das Topspiel der Bezirksliga 9 war schon nach wenigen Sekunden entschieden. Während der FC Nordkirchen sich feiern ließ, muss beim VfL Kemminghausen nun Aufarbeitung betrieben werden.

Die Parallelen zwischen dem Bezirksliga-Topspiel in der Staffel 9 und dem Spitzenduell in der Fußball-Bundesliga waren zwischenzeitlich bemerkenswert. Sowohl in Leverkusen (Bayern München) als auch beim VfL Kemminghausen (FC Nordkirchen) fackelten die Gäste ein echtes Feuerwerk ab und gingen direkt nach Anpfiff in Führung. Das Ergebnis sowie der Spielverlauf war ebenso bei beiden Duellen identisch.

FC Nordkirchen gewinnt Topspiel in Kemminghausen mit 5:1

Am Ende waren es die Kemminghauser gar selbst, die versuchten, sich mit etwas Galgenhumor den Nachmittag schön zu reden. Nach dem 1:5-Anschlusstreffer des VfL sagte der Stadionsprecher: „Nun das 1:6 für unsere Mannschaft.“ Angesprochen auf den leicht falschen Spielstand antwortete er: „Die schießen doch sowieso gleich noch eins.“

Zwar hatte der FC Nordkirchen zu diesem Zeitpunkt schon in den Schongang geschaltet und nach einem offensiven Feuerwerk mit insgesamt fünf Treffern die Gedanken in Richtung Siegergetränke abschweifen lassen, dennoch zeigte diese Aussage des Kemminghauser Verantwortlichen, was bei dem Topspiel gerade passiert war.

Denn dabei dauerte es nur handgestoppte 25 Sekunden, bis der Angriffszug des neuen Tabellendritten das erste Mal ins Ziel kam. Kemminghausen hatte Anstoß, verlor sofort den Ball und über zwei Stationen kam dieser zu Daniel Seidel, der per Direktabnahme das 1:0 erzielte.

Torschütze Daniel Seidel (weiß) im Duell mit Tolga Buyruk.
Torschütze Daniel Seidel (weiß) im Duell mit Tolga Buyruk. © Schaper © Schaper

Danach verflachte das auserkorene Spitzenspiel deutlich und in einer Phase, als alle schon auf den Pausenpfiff warteten, stach der FCN ein zweites Mal zu. Diesmal war es Simon Mors, der eine mustergültige Flanke von Nico Plechaty zum zweiten Treffer des Tages verwertete (42.).

VfL Kemminghausen wurde von FC Nordkirchen „brutal bestraft“

„Wir wurden heute brutal bestraft. Nordkirchen hat das einfach sehr gut gemacht. Natürlich ist es am Ende etwas hoch geworden, aber wir haben in der Defensivarbeit einfach zu oft gepennt“, fand Kemminghausen-Coach Bülent Kara die Gründe für die am Ende deutliche Niederlage.

Denn im zweiten Durchgang investierten dann auch die Gastgeber ein wenig in die eigene Offensive und Nordkirchen spielte die Angriffe eiskalt auf. Erst erhöhte Joachim Mrowiec (64.), dann traf Mors zum zweiten Mal (77.) und zum zwischenzeitlichen 5:0 schloss Florian Siemerling in der 80. Minute ab.

„Einfach geil“, kommentierte Innenverteidiger Lukas Bregenhorn die Machtdemonstration seines Teams. „Wir haben endlich wieder die Leidenschaft gezeigt, die in den vergangenen Wochen vielleicht gefehlt hat.“ Auch Coach Mario Plechaty kam nach dem Spiel kaum aus dem Schwärmen heraus: „Es ist natürlich ein geiles Ergebnis, aber es war am Ende vielleicht etwas zu hoch. Wir haben endlich mal unsere Chancen genutzt.“

Kurz vor dem Abpfiff gelang Kemminghausen dann zwar noch einmal durch Seyit Ersoys zehntes Saisontor der Ehrentreffer, doch mehr als ein kurzer Jubel blieb den Dortmunder nicht mehr über.

VfL: Ayasli – Buyruk, Akbulut, Kolodzick (79. Sturtz), Ersoy, Tekin (56. Abou-Saleh), Küyükyagci, Esen, Oscislawski, Marinelli, Jallow (64. Bozkurt)

FCN: Haarseim – Bregenhorn, Sabellek (70. Kilabaz), Mors, von der Ley, Seidel, Dupke, Siemerling, Mrowiec (82. Wannigmann), Plechaty (66. Fricke), Seifert

Tore: 0:1 Seidel (1.), 0:2 Mors (42.), 0:3 Mrowiec (64.), 0:4 Mors (77.), 0:5 Siemerling (80.), 1:5 Ersoy (89.)

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Gebürtig aus dem wunderschönen Ostwestfalen zog es mich studienbedingt ins Ruhrgebiet. Seit ich in den Kinderschuhen stand, drehte sich mein ganzes Leben um Sport, Sport und Sport. Mittlerweile bin ich hierzulande ansässig geworden und freue mich auf die neuen Herausforderungen in der neuen Umgebung.
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Nico Ebmeier