Dominik Dupke (r.) und Pablo Tenkhoff Otero (l.) lieferten sich mit ihren Mannschaften ein enges Derby. © Nico Ebmeier
Fußball

Zwei verschiedene Halbzeiten: Zwischen FC Nordkirchen und SuS Olfen ist nur das Ergebnis deutlich

Beim Bezirksliga-Derby zwischen dem FC Nordkirchen und dem SuS Olfen lieferten beide Mannschaften ein ordentliches Spiel ab. Am Ende war der Verlierer sogar etwas stärker.

Die Vorzeichen vor dem Fußball-Bezirksliga-Derby waren eigentlich eindeutig und doch standen vor dem Duell zwischen dem FC Nordkirchen und dem SuS Olfen einige Fragezeichen im Raum. Wie kommen beide Teams aus den schwachen, vergangenen Wochen? Wer kann wieder an Fahrt aufnehmen? Trotz des 4:1 (2:0)-Erfolgs des Gastgebers konnten letztendlich beide zufrieden sein.

Fast schon gewohnt begann der durchaus favorisierte FC Nordkirchen dabei auch im Derby wieder wie die Feuerwehr. Genau wie in drei der vergangenen vier Ligapartien führte das Team von Coach Mario Plechaty nach knapp zehn Minuten die Partie an. Diesmal war es Marcel Stiepermann, der nach langwieriger Verletzung erstmals wieder auflief und schon nach sieben Minuten eine mustergültige Vorlage von Daniel von der Ley einschob.

Für den Tabellenvierten war das nach den bitteren Niederlagen gegen Huckarde und Roj wie ein Dosenöffner. Nur knappe vier Minuten später verwertete Joachim Mrowiec einen Angriff über die rechte Seite und eine Vorlage von Daniel Seidel zum 2:0 für den Favoriten.

Der FC Nordkirchen bejubelt das 4:1 gegen den SuS Olfen.
Der FC Nordkirchen bejubelt das 4:1 gegen den SuS Olfen. © Nico Ebmeier © Nico Ebmeier

Mitte der ersten Halbzeit wendete sich dann aber das Blatt, denn ein gehaltener Elfmeter von Olfen-Schlussmann Niklas Hanisch brachte plötzlich wieder Spannung ins Spiel. Den völlig berechtigten Strafstoß von Stiepermann hielt der Torwart in der rechten Ecke. „Wir haben in Training sogar Elfmeterschießen trainiert, aber ich habe mich einfach für die Ecke entschieden und dann gehalten“, reagierte Hanisch nach dem Spiel cool.

FC Nordkirchen gewinnt das Derby verdient mit 4:1 (2:0)

Während der SuS nun immer besser in Fahrt kam, haderte der FCN plötzlich mit sich selbst. „Körpersprache“, monierte Coach Plechaty laut an der Seitenlinie und auch Außenverteidiger Florian Siemerling mahnte wegen geschätzten 75 Prozent Ballbesitz und dennoch fehlender Torchancen: „Wir müssen geduldiger sein, Männer.“

Die Enttäuschung über die Niederlage war trotz der guten Leistung bei Tim Kortenbusch groß.
Die Enttäuschung über die Niederlage war trotz der guten Leistung bei Tim Kortenbusch groß. © Matthias Henkel © Matthias Henkel

Nach dem Seitenwechsel wollte der FCN dann das Spiel aber endgültig entscheiden und startete wieder nahezu perfekt. Mrowiec flankte in der Mitte auf Simon Mors, der zum 3:0 einköpfte (51.). Anders als zum Start konnte der SuS den Treffer aber diesmal sofort abschütteln. Nach Co-Produktion von Lars Meier und Tim Kortenbusch, die sich sehenswerten mit Doppelpässen durch die Nordkirchen-Verteidigung kombinierten und dann sogar per Schuss von Meier verkürzten (53.), stand es plötzlich nur noch 1:3 aus Sicht des Ligaletzten.

In der zweiten Halbzeit wurde der SuS Olfen stärker

So wurde Olfen immer besser und erspielte sich Räume, die es bis dahin nicht im Ansatz gab. Kortenbusch und Meier hatten sogar jeweils größere Chancen, das Derby noch einmal so richtig spannend zu machen. „Genau so, Jungs. Ihr merkt doch, dass es geht. Immer weiter“, rief Olfen-Trainer Patrick Linnemann lautstark in dieser Phase auf den Platz und rannte dabei an der Seitenlinie in gewohnter, aber vielleicht zuletzt auch vermisster Manier rauf und runter.

Kevin Bluschke (l.) grätscht Daniel von der Ley (r.) ab.
Kevin Bluschke (l.) grätscht Daniel von der Ley (r.) ab. © Matthias Henkel © Matthias Henkel

Trotzdem reichte es am Ende nicht ganz, denn der Favorit vom Schlosspark zeigte sich eiskalt. Nach einem langen Pass aus dem Mittelfeld kam Mors eine Sekunde vor SuS-Schlussmann Hanisch an den Ball. Der Außenstürmer sah im Rückraum Daniel Seidel anstürmen und dieser zielte aus 25 Metern punktgenau ins verlassene SuS-Tor (84.).

„Wir haben es heute nach dem 2:0 vielleicht einfach etwas zu kompliziert. Da fehlte dann einfach auch mal der lange Ball über die Abwehr“, analysierte der Schütze zum vierten Treffer. „Aber der Sieg tut uns nach den beiden Niederlagen wirklich gut und darauf lässt sich aufbauen.“

FCN: Haarseim – Bregenhorn, Sabellek (60. Kilabaz), Mors, von der Ley, Seidel, Dupke (76. Hensler), Siemerling, Mrowiec (69. Wannigmann), Stiepermann (57. Nemitz), Seifert.

SuS: Hanisch – Meier, Westrup (37. Kleischmann), Berger, Scheele, Tenkhoff Otero, Brinkbäumer (60. Gelver), Akti, Kortenbusch, Bluschke, Seypelt (29. Breuer).

Tore: 1:0 Stiepermann (7.), 2:0 Mrowiec (11.), 3:0 Mors (51), 3:1 Meier (53.), 4:1 Seidel (84.)

Das sagen die Trainer:

Patrick Linnemann, SuS Olfen: Ich habe ganz klar gesagt, dass wir ein anderes Gesicht zeigen, als wie das in den letzten Wochen gemacht haben. Wir wollten wieder die Leidenschaft haben und ich finde, dass wir das gut hingekriegt haben. Wir haben verdient verloren. Nordkirchen war die stärkere Mannschaft und hat die Tore gemacht, wobei ich sagen muss, dass die ersten beiden Tore unglücklich fallen. Wir wollten den Spielaufbau nicht über das Zentrum machen und das waren dann genau zwei Bälle, die wir ins Zentrum spielen, dann verlieren wir dort den Ball und kriegen die Gegentore. Wir wollten heute ein anderes Gesicht zeigen und das haben wir gemacht. Trotz der Niederlage bin ich mit der Leistung der Mannschaft zufrieden.

Das Spiel zeigt, dass wir nicht aufstecken müssen. Wir haben heute gegen einen sehr guten Gegner gespielt. Nordkirchen ist ein Team, das sehr breit aufgestellt ist. Mit ein bisschen Glück haben wir das Spiel lange offen gehalten. Ich bin überzeugt, dass wenn wir so weiterarbeiten, wie wir es heute gemacht haben, werden wir am Saisonende über dem Strich stehen.

Mario Plechaty, FC Nordkirchen: Es sieht vielleicht nur so aus, als wären wir nicht richtig zufrieden, aber ich habe gerade auch schon der Mannschaft gesagt: Wir haben jetzt harte Wochen hinter uns, haben zwei Mal hintereinander verloren. Das nagt an einem und das merkt man natürlich, aber man kann nicht immer erwarten, dass wir hier zu Hause sechs, sieben Tore schießen.

Olfen hat das sehr gut gemacht, hat sich kämpferisch nie aufgegeben. Ich glaube, wenn hier heute ein anderer Gegner gestanden hätte, wäre das ein anderes Spiel gewesen. Wir holen sie zwar auch selbst in die Partie zurück, auch das Gegentor darf so nie passieren. Wir schießen in der Offensive einen Gegner an und dann haben sie plötzlich bei uns Überzahl.

Wichtig ist, dass wir aber vorne immer noch zu viele Chancen brauchen. Wir haben per Elfmeter die große Möglichkeit zum 3:0, danach muss es sogar noch einen geben. Insgesamt hatten wir noch drei oder vier Hundertprozentige, die wir ungenutzt lassen.

Ihre Autoren
Freier Mitarbeiter
Gebürtig aus dem wunderschönen Ostwestfalen zog es mich studienbedingt ins Ruhrgebiet. Seit ich in den Kinderschuhen stand, drehte sich mein ganzes Leben um Sport, Sport und Sport. Mittlerweile bin ich hierzulande ansässig geworden und freue mich auf die neuen Herausforderungen in der neuen Umgebung.
Zur Autorenseite
Nico Ebmeier
Redakteur
Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
Zur Autorenseite
Matthias Henkel

Corona-Newsletter

Alle wichtigen Informationen, die Sie zum Leben in der Corona-Pandemie benötigen, sammeln wir für Sie im kostenlosen Corona-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.