Schreckmoment: Stefan Oerterer liegt in der 58. Minute nach einem Foulspiel, bei dem der Erkenschwicker Stürmer im Gesicht getroffen wurde, am Boden. © Olaf Krimpmann
Fußball Westfalenliga

Sechs aus vier – wie auch Stefan Oerterer am Stimberg wieder aufblüht

Die Spvgg. Erkenschwick gehört seit Wochen zu den formstärksten Mannschaften der Westfalenliga 1. Mit dem Aufschwung verbunden ist auch die wiedergewonnene Formstärke eines Rückkehrers.

Als Stefan Oerterer im Sommer zurückkehrte in sein Wohnzimmer am Stimberg, da war der Auftrag klar: Tore sollte „Ö“ schießen. Ganz austrainiert war der 34-Jährige anfangs nicht, und auch auf dem Spielfeld wurde Oerterer nicht immer gesucht, wie es der dreifache Oberliga-Torschützenkönig gewohnt war. Vielleicht war er auch nur gut markiert von seinen Gegenspielern, vielleicht hatte sich „Ö“ auch ein wenig zu sehr auf seinen Lorbeeren der Vergangenheit ausgeruht.

Das hat sich verändert, Stefan Oerterer – Kultspieler am Stimberg – ist wieder der brandgefährliche Mann im Erkenschwicker Sturmzentrum. Der Ertrag lässt sich an Zahlen ablesen: Die letzten vier Meisterschaftsspiele hat die Spvgg. jetzt gewonnen. In jeder Partie traf Oerterer ins Tor, bereitete dazu weitere Treffer vor. Seine sechs Liga-Tore erzielte der Recklinghäuser alle in den letzten vier Spielen.

Mehr Spieler im Training sorgen für mehr Stimmung im Team

Dass die Spvgg. im Westfalenpokal im Achtelfinale steht, hat auch mit „Ö“ zu tun: Drei Siege gab es, bei jedem traf Oerterer ins Schwarze. Dass die Schwarz-Roten auch dank ihm wieder in der Spur sind, das will der Goalgetter so nicht unbedingt stehen lassen: „Natürlich freue ich mich, wenn ich dazu beitragen kann, dass die Mannschaft Erfolg hat. Aber da gibt es noch jede Menge anderer Gründe.“

Ein aus seiner Sicht ganz entscheidender: Das große Verletzungspech scheint vorbei. Zwar besitzt jeder Spieler im Kader den Anspruch, in der Westfalenliga spielen zu können. Aber es sind eben die vielen kleinen Dinge, die nicht jeder sieht, die am Sonntag aber den Unterschied ausmachen, sagt der frische Familienvater: „Teilweise waren wir Anfang der Saison mit nur zehn Mann im Training, da trainierst du einfach anders. Da kannst du gar keine Stimmung aufbauen wie jetzt, wenn du mit 18 Mann auf dem Trainingsplatz stehst.“

Zwei Männer für die Standards – Streit gibt es keinen

Am Sonntag, beim 4:1-Erfolg gegen den SC Herford, hatte es einen Aufreger gegeben: Herfords Denis Simic hatte Oerterer im Gesicht getroffen, Erkenschwicks Stürmer sank mit einem lauten Schrei zu Boden. „Er hat mich unten am Kiefer getroffen“, berichtet der Torjäger 24 Stunden nach dem Spiel. „Es tut noch ein wenig weh. Aber die Schmerzen waren eigentlich schon weg, als am Sonntag Jan Binias diesen Freistoß reingemacht hat.“

„Bini“ hatte das Rund optimal getroffen, von der Unterkante der Latte schlug die Kugel zum 2:1 im Herforder Tor ein. Dass sowohl Oerterer wie auch Binias die Standards treten bei der Spvgg., sei im Übrigen so vereinbart. Ein Oerterer-Freistoß hatte gegen Herford zur frühen Führung durch Christian Warnat nach 80 Sekunden Spielzeit gesorgt.

Streit, wer denn nun antreten darf, wird es aber keinen geben, versichert Stefan Oerterer: „Wenn Bini die Freistöße jetzt immer unter die Latte reinhaut, da will ich nicht gegen anstinken.“ Seinen eigenen feinen Fuß zeigte dann Oerterer in der 90. Minute mit einem schönen Chip zum umjubelten 4:1. Nur Sohn Carlo hat den Treffer verpasst, der lag friedlich schlummernd im Kinderwagen.

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Leiter Sportredaktion MHB
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