Schwer unter Beschuss: Im letzten Pokalspiel bei Preußen Münster am 9. Oktober 2016 gab es eine deftige 0:7-Niederlage für die Spvgg. Erkenschwick. Die muss aber erst die Aufgabe bei SW Wattenscheid 08 lösen. © Olaf Krimpmann
Fußball

Spvgg. Erkenschwick: Der nächste Pokalgegner befindet sich im Krisenmodus

Erkenschwick ist noch in beiden Pokalwettbewerben vertreten. Während es im Kreispokal am 26. Februar bei Lippramsdorf weitergeht, richten sich viele Blicke aufs nächste Westfalenpokalspiel.

Oder sogar aufs übernächste? Am letzten Sonntag, beim Westfalenliga-Spiel gegen den SC Herford (4:1), war am Rande verdächtig oft der Name Preußen Münster zu hören. In früheren Jahren haben sich die Wege der Preußen und der Schwarz-Roten häufiger gekreuzt, nach Jahren der Abstinenz kann es in absehbarer Zeit wieder so sein. Kann, aber muss nicht.

Beide Teams könnten im Westfalenpokal-Viertelfinale aufeinander treffen. Während der Regionalligist aus Münster seine Pflichtaufgabe erledigt und sich mit einem 5:2 über den SV Lippstadt 08 bereits für die Runde der letzten acht Mannschaften qualifiziert hat, muss Erkenschwick nachsitzen. „Schuld“ ist das so genannte Zwischenspiel, das Spvgg. und Bad Westernkotten in der letzten Woche zu bestreiten hatten.

Rücktritt und ein 1:8 auf eigenem Platz

In dem qualifizierte sich die Mannschaft von Trainer David Sawatzki fürs Achtelfinale. Gegner dort: SW Wattenscheid 08. Der Landesligist sorgt seit einigen Tagen für Schlagzeilen – und die sind nicht ohne.

So steht der Verein in wenigen Wochen wohl führungslos da, im Vorstand herrscht mächtig Krach. So hat der langjährige Vorsitzende Willi Peters gegenüber der WAZ Bochum seinen Rücktritt zum 1. Dezember angekündigt. Peters, seit 40 Jahren Mitglied bei SW 08, lässt demnach seinem Frust freien Lauf: „Wenn man hintergangen wird im Vorstand, wenn man als erster Vorsitzender nicht alles erfährt, wenn das, was man zusammen beschlossen hat, nicht mehr gilt – dann trete ich zurück.“

Sportlich hat sich der an der Sportanlage Dickebank beheimatete Landesligist zuletzt auch nicht mit Ruhm bekleckert: Im Kreispokal gab’s das Aus mit einer 3:4-Niederlage beim Bezirksligisten FC Altenbochum. In der Liga setzte es am letzten Sonntag auf eigenem Platz ein 1:8 (!) gegen SV 1947 Hilbeck – die Werler hatten in der Vorwoche noch auf einem Abstiegsplatz gestanden. Es war die erste Wattenscheider Heimniederlage nach zweieinhalb Jahren.

Beim letzten Mal an der Hammer Straße gab es ein 0:7

Wenn am 20. November die Spvgg. Erkenschwick in Wattenscheid antritt, trifft sie offenbar auf einen angeschlagenen Gegner, dessen Saisonziel es eigentlich ist, in der Spitzengruppe der Landesliga 3 mitzumischen. Kein Wunder, dass viele am Stimberg fest damit rechnen, mit einem Pokalsieg in Wattenscheid am 20. November den Klassiker bei Preußen Münster spielen zu dürfen.

Vor fünf Jahren, am 9. Oktober 2016, hatte es diese Konstellation zuletzt gegeben, damals fand das Spiel im Preußen-Stadion an der Hammer Straße in Münster statt. Die Spvgg. kam mit 0:7 unter die Räder. Das wurmte kaum. Mit 40 Prozent war der Klub an den Eintrittsgeldern beteiligt, finanziell gelohnt hat sich die Reise allemal.

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Leiter Sportredaktion MHB
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