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Ex-BVB-Profi Günter Breitzke lebt verarmt von Hartz IV

DORTMUND/KÖLN Er ist ein Revierderby-Teilnehmer – wenn auch kein erfolgreicher. Einmal spielte Günter Breitzke (41) in der Bundesliga für Dortmund gegen Schalke. Am 24. August 1991 verlor der BVB im Parkstadion mit 2:5. Ein Trauma-Tag.

von Von Wilfried Horrmann

, 18.02.2009
Ex-BVB-Profi Günter Breitzke lebt verarmt von Hartz IV

Günter Breitzke (li.) an der Seite von Billy Reina: Wenn die Traditionsmannschaft spielt, erinnert man sich an ihn.

Doch Breitzke denkt gerne zurück an seine Zeit im Revier. „Meine glücklichsten Stunden habe ich beim BVB erlebt“, sagt er leise und voller Wehmut. Der „kölsche Jong“, der 1989 vom Verbandsligisten SC Brück zur Borussia wechselte und Karriere machte, ist heute ein gebrochener Mann. Seit Jahren sucht er im Raum Köln eine Arbeitsstelle und versucht Tritt zu fassen. Vergeblich. Die Profi-Taler sind futsch. „Ich sitze den ganzen Tag vor dem Fernseher. Was soll ich auch sonst machen? Ich habe keine Stelle, kein Geld, kein Auto, keine Freundin, muss mit ein paar Euro Hartz IV auskommen“, sagt der Dortmunder Pokalheld von 1989, der heute verarmt und mutlos in einer kleinen Zweizimmer-Wohnung in Köln-Stammheim lebt.

Vor 20 Jahren sah das ganz anders aus. Breitzke schaffte auf Anhieb, was ihm keiner zugetraut hätte: Er sicherte sich durch seine Technik und mutige Spielweise einen Platz im BVB-Mittelfeld neben Nationalspielern wie Möller, Rummenigge und Zorc. Und – er spielte auch im Pokal-Endspiel in Berlin, dass die Borussia mit 4:1 gegen Werder Bremen gewann. „Der schönste Tag in meinem Leben“, sagt Breitzke heute. Norbert Dickel, Stadionsprecher der Borussia und einstiger Mitspieler, erinnert sich: „Günter war einer der letzten großen Straßenfußballer, der ging auch auf fünf Mann zu und spielte sie schwindelig, der hatte vor niemandem Respekt.“ Er war ein Spieler, wie ihn der BVB sich für den Freitag wünscht. Für das Derby gegen Schalke.

Seine Ex-Kollegen in Dortmund haben ihn nicht vergessen, sie legen zusammen und zahlen Breitzkes Reisekosten. Immer, wenn die BVB-Traditionself irgendwo in Deutschland spielt, lädt Günter Kutowski ihn ein. In diesen Momenten huscht ein Lächeln über das Gesicht des Malers und Lackierers – er fährt dann mit dem Bus zum Kölner Hauptbahnhof. Breitzke meint: „Wenn meine alten BVB-Kumpel nicht wären, wäre mein Leben völlig trostlos“. Dann setzt er sich in den Regional-Express in Richtung Ruhrpott. Ab nach Dortmund. Ein Zug ins Glück – wenn auch nur für einige Stunden.

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