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Klopp erwägt Systemwechsel gegen Leverkusen

Renaissance der Raute?

DORTMUND Es gehört zur Jobbeschreibung eines Bundesliga-Trainers, dass er permanent das im Spiel Gesehene reflektiert und taktische Planspiele für die nächsten Aufgaben anstellt. Dennoch kam Jürgen Klopps Ankündigung eines möglichen Systemwechsels im Samstags-Spiel der Dortmunder Borussia gegen Bayer Leverkusen (18.30 Uhr, Signal Iduna Park) am Mittwoch überraschend.

von Von Dirk Krampe

, 17.03.2010
Klopp erwägt Systemwechsel gegen Leverkusen

Das Fehlen von Nuri Sahin (l.) könnte Jürgen Klopp durch einen Systemwechsel kompensieren.

Weil der Türke Nuri Sahin eine Gelbsperre abbrummen muss, ist Klopp gezwungen, im zentralen defensiven Mittelfeld zu improvisieren. Im vom BVB favorisierten 4-2-3-1 wird ein Nebenmann für Sebastian Kehl gesucht. „Und wenn wir nicht die perfekte Besetzung für die Doppel-Sechs finden“, meint Klopp, „müssen wir über eine Umstellung nachdenken.“  Klar iat, dass Kehls Nebenmann nicht Tamas Hajnal (29) heißen wird. Den kleinen Ungarn, der seit Wochen („Ich bin bereit!“) auf eine Rückkehr in die BVB-Startformation drängt, testete Klopp am Dienstag im Freundschaftskick beim Nord-Regionalligisten SV Wilhelmshaven (4:2) neben Sahin – offenbar aber ist er dort keine ernsthafte Alternative.

„Die Doppel-Sechs“, sagt Dortmunds Trainer, „ist nicht das Ding für Hajnal, sie ist in unserem System generell eine rein defensive Position, in der man über defensiv gewonnene Zweikämpfe kommt.“ Dass der körperlich eher schmächtige Hajnal gegen die geballte Offensivkraft Bayers die richtige Wahl sein könnte, glaubt Klopp nicht. Spätestens am Donnerstag wird er Aufschlüsse darüber bekommen, ob er Sven Bender (20) in seine Planspiele mit einbeziehen kann. Bender hat nach einer im Derby auf Schalke wieder aufgetretenen Sehnenentzündung im Knie noch nicht wieder mit der Mannschaft trainiert. „Die Schmerzen“, sagte er gestern, „sind weg, ich laufe wieder. Aber keine Frage, es wird eng.“

Bender wäre eine logische Alternative: Während Kehls langer Verletzungszeit hat er neben Sahin dem Dortmunder Defensivspiel regelrecht seinen Stempel aufgedrückt, seine Spiel-Intelligenz würde wohl keine große Eingewöhnungszeit mit Kehl benötigen – und Klopp müsste sein favorisiertes System nicht ändern. Umstellen zu müssen, gibt der Dortmunder Trainer zu, „wäre schon blöd, weil es so ganz gut passt. Aber wir sind vorbereitet“. Wird er doch dazu gezwungen, würde das 4-4-2 in Dortmund eine Renaissance erleben. Dieses System spielte der BVB zuletzt am 3. Oktober in Mönchengladbach (1:0) – es war das Spiel, in dem sich Hajnal verletzte. Die Rückkehr zur Raute würde ihm eine neue Chance eröffnen.

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