Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Wolfgang de Beer schreinert sein Trainingsmaterial selbst

Der Heimwerker-King

DORTMUND Roman Weidenfeller (29) fliegen die Bälle nur so um die Ohren. Sie knallen über Rampen und prallen von einer fahrbaren Wand ab. Aus kurzer Distanz. Immer in seine Richtung. Wohin genau, das weiß niemand. „Berechenbar ist das nie“, sagt der Torhüter.

von Von Sascha Fligge

, 30.07.2010
Wolfgang de Beer schreinert sein Trainingsmaterial selbst

Roman Weidenfeller hinter der fahrbaren Wand: »Ich bin echt froh, dass Teddy handwerklich so begabt ist.«

Weidenfellers Trainer Wolfgang „Teddy“ de Beer (46) hat sich auf die Fahnen geschrieben, das Reaktionsvermögen seiner Schützlinge zu verbessern. „Im Spiel“, sagt er, „werden die Bälle ja auch häufig aus kurzer Distanz abgefälscht. Da hast Du keine Zeit, bewusst zu reagieren. Da helfen nur Reflexe und blitzartige Reaktionszeiten – daran gewöhnen wir unsere Torhüter durch das Material.“

De Beer ist stets der Schütze. Er schießt reihenweise Bälle gegen die fahrbare Wand – Weidenfeller sieht nur den Abpraller und muss parieren. Häufig knallt der Trainer die Kugel auch über eine von vier unterschiedlich hohen Rampen. Sie verändern die Flugkurven des Balles völlig willkürlich. Der Torhüter ist gezwungen, blitzschnell intuitiv zu reagieren. Einmalig in der Bundesliga: de Beer hat alle Rampen und die Rollwand selbst zusammengezimmert. „Ich bin gelernter Schreiner. Das war kein großes Ding“, sagt er. Im Baumarkt hat sich der DFB-Pokalsieger von 1989 für ein paar hundert Euro MDF-Platten, rostfreie Schrauben und Räder besorgt. „Ein Arbeitstag, dann war alles fertig“, sagt er. Weidenfeller meint: „Ich bin echt froh, dass Teddy handwerklich so begabt ist. Ohne die Wand und unsere Rampen könnte ich mir mein Torwarttraining gar nicht mehr vorstellen.“ 

Lesen Sie jetzt