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Zorc hält erstmals Wutrede in der Kabine

"Saison nicht einfach wegschmeißen"

Zwei wichtige Heimspiele hat Borussia Dortmund in der Bundesliga vor der Brust. Die Partien gegen den SC Paderborn und Eintracht Frankfurt könnten mit darüber entscheiden, wie groß im Sommer die Zäsur ausfallen wird. Und ob der Klub mit Beulen, aber ansonsten einigermaßen unversehrt aus dieser Spielzeit herauskommen kann.

DORTMUND

, 14.04.2015
Zorc hält erstmals Wutrede in der Kabine

Michael Zorc ist spürbar gefrustet. Im Sommer muss er den Neuaufbau einleiten.

Wenn Michael Zorc ins Tagesgeschäft des Trainers eingreift, geschieht das zumeist im Verborgenen. Es gibt natürlich den nahezu täglichen Austausch mit Jürgen Klopp, der findet aber meistens im Vier-Augen-Gespräch statt. Oft macht sich Zorc auch auf den Weg hinaus nach Brackel. Dann sieht man ihn während der Einheiten im Gespräch mit dem Trainerteam, meistens herrscht dabei eine lockere Atmosphäre.

Wutrede in der Kabine

Mit der allerdings ist es schon länger vorbei. In der vergangenen Woche nun soll Zorc während der Halbzeitpause der Pokalpartie gegen Hoffenheim – nach einer haarsträubenden ersten Hälfte – nach Informationen dieser Redaktion in der Dortmunder Kabine eine Wutrede gehalten haben. Das ist ein absolutes Novum, denn die Kabine ist, vor allem während einer laufenden Partie, das Hoheitsgebiet des Trainers.

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Die Begebenheit zeigt, dass der Sportdirektor, der als ehemaliger Spieler und nun langjähriger leitender Angestellter die Identifikation mit dem BVB verkörpert wie kaum ein anderer, in großer Sorge ist um seinen Klub.

Turbulenter Sommer wartet

Auf Zorc wartet ein turbulenter Sommer. In Marco Reus hat er einen Eckpfeiler der Mannschaft langfristig an den BVB gebunden, das war eine Meisterleistung, die angesichts der unbefriedigenden Saison nur wenige für möglich hielten. Aktuell spricht der 52-Jährige mit Kapitän Mats Hummels über dessen Zukunft, er spricht seit ewigen Zeiten auch mit Ilkay Gündogan. Zwei Spieler, die die Borussia gern halten möchte. Parallel muss er den im Sommer unumstößlichen planvollen Umbau der Mannschaft vorbereiten.

Der Frust saß tief, als Zorc nach dem 1:3 in Gladbach erst gut eine Stunde nach Abpfiff vor die Journalisten trat. Und Kampfgeist demonstrierte. Er sei nicht bereit, meinte er, „die Saison so einfach wegzuschmeißen. Das ist mir zu einfach.“ Das Erreichen der Europa League könnte nicht nur den finanziellen Verlust durch das Verpassen der Champions League einigermaßen abfedern. Eine Qualifikation wäre auch die im Winter von der sportlichen Leitung geforderte sichtbare Reaktion der Spieler auf die verkorkste Hinrunde.

Wind hat sich gedreht

Auch Zorcs Arbeit steht nach dieser katastrophalen Saison verstärkt im Fokus. Vor zwei Jahren wurde er noch als Top-Einkäufer der Liga geadelt, mittlerweile hat sich der Wind gedreht. 120 Millionen Euro an Transfersummen habe der BVB verbrannt, schrieb der Boulevard. Der BVB habe das Gespür für neue Spieler verloren, schrieben seriösere Medien. „100 Prozent“, sagte Zorc unlängst der Sportbild, „erreichst du nie. Aber die Quote sollte schon stimmen.“

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Von der schwierigsten Phase seiner Amtszeit würde Zorc selbst nie sprechen. Er war schließlich auch beim Beinahe-Bankrott in Amt und Würden. Doch das Urgestein spürt wohl, dass das Ende einer erfolgreichen BVB-Zeit näherrückt

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