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Eisadler Dortmund im Höhenflug: Aufstiegsrunde vor Augen

Eisadler Dortmund

Nach zwölf Spieltagen liegen die Eisadler auf Platz zwei der Landesliga NRW. Der Erfolg macht selbstbewusst. Doch ein möglicher Aufstieg hängt auch an anderen Faktoren.

Dortmund

, 10.01.2019
Eisadler Dortmund im Höhenflug: Aufstiegsrunde vor Augen

Dortmunds Top-Torjäger Patric Schnieder befindet sich mit den Eisadlern auf einer Erfolgswelle. © Stephan Schütze

Der Weg aus dem Kabinentrakt hoch auf die Spielfläche des Eissportzentrums Westfalen führt die Spieler der Eisadler über knapp 20 Stufen. In himmlische Sphären gelangt man auf diesem Wege zwar noch nicht, zum Höhenflug setzten die Eisadler von hier aus aber dennoch an. Nach zwölf Spieltagen in der Landesliga NRW sind die Dortmunder erster Verfolger von Tabellenführer TuS Wiehl. Zehn Siegen stehen lediglich zwei Niederlagen gegenüber. „Wir hatten gehofft, eine gute Saison zu spielen“, sagt Bernd Schnieder, Vorsitzender der Eisadler. „Dass sie so gut läuft, damit haben wir nicht gerechnet.“

Die Höhenluft, die sie bei den Eisadlern derzeit genießen dürfen, hat Mannschaft und Verantwortlichen jedenfalls viel Selbstbewusstsein gegeben. „Unser Ziel ist ganz klar die Aufstiegsrunde“, sagt Trainer Waldemar Banaszak. Und dort dürfe es dann bitte schön auch gerne eine Platzierung unter den Top Drei sein. Etwas zurückhaltender formuliert es da schon Bernd Schnieder. „In der Aufstiegsrunde“, so der Vorsitzende, „wollen wir gegen die Regionalligisten wenigstens die Heimspiele gewinnen.“

Zunächst einmal geht es für den Landesligisten aber darum, sich überhaupt für diese Spiele zu qualifizieren. Und da befinden sich die Eisadler derzeit auf einem guten Weg. Sechs Zähler beträgt der Vorsprung der Dortmunder (30 Punkte) derzeit auf den Dritten EHC Troisdorf, sieben auf den nächstplatzierten ESV Bergisch-Gladbach. Zuletzt gab es am Doppelspieltag gegen den direkten Konkurrenten Troisdorf (8:4) und beim GSC Moers (5:1) zwei deutliche Siege. „Gerade die Partie gegen Troisdorf spiegelt unser aktuelles Selbstvertrauen ganz gut wieder“, sagt Allrounder Tim Linke, Teil des ersten Sturms bei den Eisadlern. „Wir spielen mutiger, als es vielleicht noch in der vergangenen Saison der Fall war. Und wir haben vorne auch mal das nötige Quäntchen Glück.“

Internes Betriebsklima passt

Linke, 34 Jahre alt, blieb an diesem Wochenende übrigens ohne Torerfolg. Darüber geärgert haben dürfte sich der Routinier aber wohl nicht, gehört er doch zu jener Kategorie Spieler, die sich, wie man so schön sagt, die meisten Trainer wünschen. Vielseitig einsetzbar, immer zur Stelle und dazu noch mit einer ordentlichen Portion Eishockey-Leidenschaft ausgestattet. „Ich spiele, weil ich Spaß daran habe. Wäre das nicht der Fall, würde ich auch nicht mehr spielen“, sagt Linke.

Momentan bereitet es den Beteiligten ziemlich viel Spaß, was nicht allein an den Erfolgen liegt, wie Linke verrät. „Natürlich spielen auch die Siege eine Rolle. Aber hier wird sehr viel Wert auf das Zwischenmenschliche gelegt. Jeder stellt sich in den Dienst der Mannschaft und erfüllt seine Rolle.“ Auch Constantin Wichern, der in der zweiten Reihe neben den Toptorjägern Patric Schnieder (16 Treffer) und Malte Bergstermann (13) aufläuft, sieht den Zusammenhalt als wichtigen Baustein für den Erfolg. „Wir haben ein sehr gutes Team, und zwar nicht nur spielerisch, sondern auch intern. Wie verstehen uns durch die Bank gut, was in der Vergangenheit auch schon mal anders war“, sagt er.

Wir haben ein sehr gutes Team, und zwar nicht nur spielerisch, sondern auch intern.

Und Patric Schnieder sagt: „Die Mannschaft versteht sich untereinander so gut , dass das spielen einfach Spaß macht. Wir halten alle zusammen und geben unser Bestes. Es sind aber nicht nur die Spieler untereinander, sondern auch der Trainer, die Fans und der Vorstand die uns immer zur Seite stehen.“ Erklärtes Ziel sei das erreichen der Aufstiegsrunde, so der Torjäger.

Doch bei aller Freundschaft und Harmonie bedarf es auch einer gewissen Qualität und Quantität. Und die wurde vor der Saison noch einmal erhöht. So stießen unter anderem Marvin Will, Nils Hoffmann, Dmitrij Esaulov und Maurice Gröschner zum Kader. „Wir haben gute Jungs verpflichtet und den Kader breiter aufgestellt“, sagt Banaszak. Dem Trainer stehen nun mehr Optionen zur Verfügung, er kann Ausfälle besser kompensieren. Und: „Die neue Konkurrenzsituation führt zudem zu Leistungssteigerungen“, erklärt der Coach.

Vertragsgespräche mit Trainer Banaszak

Der 47 Jahre alte Übungsleiter genießt im Verein höchsten Respekt. Der Trainer, sagt der Vorsitzende Bernd Schnieder, habe großen Anteil am Erfolg. Und er hoffe, dass Banaszak den Dortmundern noch länger erhalten bleibe. Ende der Saison wollen sich beide Seiten zusammensetzen und über die Zukunft sprechen. „Er hat eine echte Einheit geformt, findet für jeden Spieler die richtige Ansprache und weist sie auf ihre Stärken, aber auch ihre Schwächen hin“, sagt Schnieder.

Das sieht man auch auf dem Eis. Banaszak hat der Mannschaft ein Spielsystem verpasst, das vor allem auf einer geordneten Defensive vor dem starken Torhüter Sven Rotheuler aufbaut. Nur 25 Gegentreffer mussten die Eisadler bislang hinnehmen – Liga-Bestwert. „Wir müssen defensiv denken. Vorne bekommen wir dann schon unsere Chancen“, betont der Trainer und lässt noch eine gern benutzte Sportlerweisheit folgen: Die Offensive gewinne Spiele. Aber die Defensive Meisterschaften. Bei den Eisadlern hätten sie nichts dagegen. Auch wenn ein möglicher Aufstieg noch an anderen Faktoren hängt.

Für die Regionallige braucht es mehr Sponsoren-Einnahmen und einen höheren Etat.

„Für die Regionallige braucht es mehr Sponsoren-Einnahmen und einen höheren Etat“, sagt Bernd Schnieder. Unter seiner Führung werde der Verein sicherlich kein finanzielles Risiko gehen. „Denn am Ende“, so der Vorsitzende, „würde der Nachwuchs darunter leiden. Das machen wir nicht mit.“ Daher würde ein Aufstieg aus seiner Sicht auch „ein Jahr zu früh kommen“. Sollten der Verein es finanziell aber hinbekommen, wäre auch die Regionalliga möglich, erklärt Schnieder. Aber das sind Zukunftsgedanken. „Wir spielen jetzt erst einmal diese Saison zu Ende und freuen uns über die guten Leistungen.“

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