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Hombruch stand Kopf

DORTMUND Die Fans in der Roten Erde sollten Recht behalten: „So fest wie Müllers Tafelleim wird Hombruch Deutscher Meister sein.“ Der HFV 09 schlug heute vor 50 Jahren den ASV Bergedorf 3:1. Mit der Deutschen Amateurmeisterschaft begeisterte Schwarz-Rot die Massen.

von Von Alexander Nähle

, 13.06.2008
Hombruch stand Kopf

Schwelgen in Erinnerungen: Rolf Schuchmann (l.) und Friedhelm Thiele

Die unglaublichen 22000 Zuschauer brachten nicht nur nette Reime auf ihren Plakaten mit, sie schrien Rechtsaußen Friedhelm „Fitti“ Thiele und seine Mitstreiter nach vorne. Mit Erfolg: „Das Finale war relativ einseitig. Die Gegner in der Westfalenmeisterschaft waren stärker“, erinnert sich Thiele (heute 72 Jahre alt).

Kurt Prothmann (3. und 32.) schlug zweimal zu, Horst Jördens erhöhte auf 3:0 (43.), das 3:1 kurz vor der Pause störte die Hombrucher in ihrem Jubel nicht. Ein Vorort hielt zusammen.

Wenn Rolf Schuchmann, der Vorsitzende des heutigen Nachfolgevereins Hombrucher SV, Publikums-Fotos zeigt, erkennen sich viele selbst oder ihre Nachbarn und Freunde wieder. „Im Vorort war während des Spiels keine Menschenseele zu sehen“, ließ sich Thiele später erzählen.

 Er wusste von einem auf der Tribüne mitfiebernden Box-Europameister Heinz Neuhaus, der nur wegen der Vorbereitung auf einen EM-Kampf nicht zur Feier kam. Beeindruckendstes Zeichen des Hombrucher Zusammenhalts: Zum Training stellten die Geschäftsleute ihre Autos rund um den Platz auf. Unter Fernlicht bereiteten sich die HFV-Kicker auf ihre Spiele vor.

Zweite Kraft in Dortmund

Die zweite Kraft im Dortmunder Fußball hinter derm BVB absolvierte ihre Heimspiele auf schwarzer Asche. „Im Sommer staubte es. Und wenn es regnete, mussten wir mit einer Hand unsere nassen, rutschenden Trikots und Hosen festhalten.“ Bedingungen, die den HFV nicht aufhielten. Auch weil die Unterstützung immer stimmte: Gut 2000 Zuschauer sahen die Spiele.

Als Verbandsliga-Meister marschierte der HFV durch Westfalen- und Westdeutsche Meisterschaft, gewann dann das Halbfinale bei Rapide Wedding. Eigentlich sollte Bochum Austragungsort des Finales werden, die Vereine einigten sich auf die Rote Erde. Und erlebten einen außergewöhnlichen Tag. Um 14 Uhr begann ein Leichtathletiksportfest, um 17.30 Uhr das Endspiel. Während der Halbzeit liefen die Sprintlegenden Armin Hary, Heinz Fütterer und Manfred Germar.

„Flankengott“

Als einen guten Läufer sah sich auch „Fitti“Thiele. Rolf Schuchmann nennt ihn Flankengott. Thiele selbst erinnert sich, als kleiner Spieler die großen „vernascht“ zu haben.

Der gerade mal 22 Jahre alte Thiele spielte eine wichtige Rolle, Führungspersonen aber waren Willi Schultebraucks und Kapitän Kurt Prothmann. „Wir hatten eine tolle Truppe“, erinnert sich Thiele.

Die Hombrucher hielten sich bis in die sechziger Jahre in der Verbandsliga, der Liga unter dem Profibereich. 1972 verpassten sie den Aufstieg knapp.

Ambitionierte Landesliga-Mannschaft

Heute stellen die Hombruch eine ambitionierte Landesliga-Mannschaft. Fitti Thiele ist einer der ganz wenigen noch lebenden Amateurmeister. Am Chronikstammtisch tauscht er sich mit „alten“ Hombruchern aus, den guten Geistern des Klubs. Denn böse gab es nicht.

Das verkündeteten die HFV-Fans nämlich vor 50 Jahren: „Fort mit Spuk und bösen Geistern – Hombruch 09 wird Deutscher Meister.“

Das Meisterteam: Hermann Burgsmüller, Helmut Ullrich, Horst Legré, Werner Czdzik, Willi Schürmann, Willi Schultebraucks, Hermann Schmidt, Ferdi Meinsen, Friedhelm Thiele, Kurt Prothmann, Horst Jördens, Heinz Manthey.

Trainer: Helmut Piechottka.

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