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Vielseitigkeitsreiter Benjamin Winter hat große Ziele

Dortmunds Sterne

Dortmunds Sterne – so heißt unsere RN-Serie. Heute läuft die letzte Folge, die gezeigt haben, dass es glänzend bestellt ist um den Nachwuchssport in unserer Stadt. Zum guten Abschluss stellen wir Vielseitigkeitsreiter Benjamin Winter vor.

DORTMUND

von Von Wolfgang Bergs

, 20.04.2011
Vielseitigkeitsreiter Benjamin Winter hat große Ziele

Benjamin Winter fühlt sich mit seinem Wild Thing im Gelände sehr wohl.

Das Glück der Erde liegt bekanntlich auf dem Rücken der Pferde. Auf Benjamin Winter trifft diese Volksweisheit voll zu. Besonders, wenn er mit seinem vierbeinigen Partner durchs Gelände preschen kann. Aufgewachsen in einer vom Pferdesport begeisterten Familie, kam Benjamin Winter besonders durch seine Mutter – eine erfolgreiche Dressurreiterin und Ausbilderin – schon früh mit Pferden in Berührung.

Inzwischen hat sich der 21-Jährige jetzt aber ganz der Vielseitigkeitsreiterei verschrieben. „Schnelligkeit, Nervenkitzel, das Zusammenspiel mit dem Pferd und das gegenseitige blinde Vertrauen“ sind die Komponenten, warum er gerade den Geländeritt zu seiner Lieblingsdisziplin erkoren hat. Die Dressur sei zwar wichtig für Gehorsam und Rittigkeit des Pferdes und sei hilfreich im Gelände, doch ihm selbst zu langweilig, erzählt Benjamin Winter, warum er zur Vielseitigkeitsreiterei gekommen ist. „Mein Bruder Marius hat damit angefangen, und ich habe gemerkt, dass es mir unheimlich Spaß macht.“ Den Spaß hat er an seinem Sport immer noch nicht verloren, deshalb betreibt er ihn inzwischen äußerst ernsthaft. Mit großem Erfolg. 2009 wurde der Nachwuchsreiter in die Perspektivgruppe des deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) berufen. „Hier wird man optimal gefördert“, weiß Benjamin Winter. Parallel dazu begann er am Bundesleistungszentrum in Warendorf eine Ausbildung zum Pferdewirt. Dort findet er auch ideale Bedingungen für sein tägliches Training. Im nächsten Jahr wird er für sechs Monate nach England gehen, um weitere Erfahrungen zu sammeln.

Gute wie schlechte hat er im Wettbewerb schon einige gesammelt. 2005 war er als westfälischer Juniorenmeister hoffnungsvoll zur „Deutschen“ gefahren und musste reichlich Lehrgeld zahlen. „Hektik, Übermut und Erwartungsdruck“ nennt er Gründe für die damalige Pleite, die er im Nachhinein als hilfreich für seine weitere Karriere ansieht. „Ich wusste genau, woran es gelegen hat, dass nichts geklappt hat, aber ich glaube, dass diese Erfahrung sehr wichtig für mich war.“ Schon ein Jahr später lief es viel besser. Auf Wild Thing Z gewann er bei den Junioren-Europameisterschaften Gold mit der Mannschaft. Bei den kontinentalen Titelkämpfen der Jungen Reiter holte das Paar 2007 Team-Bronze, das in den beiden nächsten Jahren sogar versilbert wurde. Dass seine Sportart besonders im Gelände ein gewisses Risiko beinhaltet, ist ihm durchaus bewusst. „Aber man darf nicht zu sehr darüber nachdenken“, sagt die deutsche Nachwuchs-Hoffnung. Alle seien bemüht, dass es sicherer werde. So tragen die Reiter jetzt spezielle Airbag-Westen, die sich ähnlich wie eine Schwimmweste aufblasen, wenn der Reiter aus dem Sattel geworfen wird.

Sechs Pferde stehen ihm zur Verfügung, die alle international starten können. Das Erfolgspferd aber ist Wild Thing Z. Der 13-jährige Westfale ist im Besitz von Benjamins Bruder Marius. Sein Reiter schätzt an ihm im Gelände Geschwindigkeit, Springvermögen und Rittigkeit. Sie machen mit dem Wallach jeden Cross zu einem Vergnügen. Doch wenn es um die Equipe-Plätze geht, hört der Spaß auf. Dann zählt nur Leistung. Und die will Benjamin Winter weiterhin bringen. Obwohl die Konkurrenz enorm ist, hat er einiges vor. Zunächst möchte er in dieser Saison die Ergebnisse des Vorjahres toppen und sich für die EM im eigenen Land (24. - 27. August in Luhmühlen) qualifizieren. „Mein Ziel ist es, bei den Olympischen Spielen 2012 in London sowie 2016 in Rio de Janeiro für Deutschland an den Start zu gehen und der olympischen Erfolgsgeschichte des deutschen Vielseitigkeitssports ein weiteres Kapitel hinzuzufügen“, schreibt er in seiner eigenen Broschüre. Und warum eigentlich nicht? Nach dem fußballerischen Sommer-Märchen 2006 hätte sicherlich keiner etwas gegen ein reiterliches Winter-Märchen 2012.

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