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Auf Schalke herrscht nach der Niederlage in Porto Zweifel statt Zuversicht

Schalke 04

Obwohl sich Schalke 04 vorzeitig für das Achtelfinale in der Champions League qualifiziert hat, hält sich der Jubel über diesen Erfolg in Grenzen. Und das hat seine Gründe.

Gelsenkirchen

von Jörg Strohschein

, 29.11.2018
Auf Schalke herrscht nach der Niederlage in Porto Zweifel statt Zuversicht

Kollektive Enttäuschung: Matija Nastasic, Sebastian Rudy und Omar Mascarell beim Schlusspfiff nach der 1:3-Niederlage in Porto. © dpa

Als Domenico Tedesco sich bei den rund 4500 mitgereisten Fans für die Unterstützung bedanken wollte und vor der Gästetribüne im Estadio do Dragao stand, empfang ihn eine Mischung aus Pfiffen und Applaus. Alle, die an diesem späten Mittwochabend mit dem FC Schalke 04 zu tun hatten, wussten nicht so recht, was sie von diesem Abend in Porto halten sollten. Die Gründe für diese Ambivalenz der Gefühle war indes eindeutig zu benennen.

Zum einen hatte Schalke bereits vor dem fünften Gruppenspiel in der Champions League vorzeitig das Achtelfinale erreicht. Der unmittelbar vorausgegangene Erfolg von Lokomotive Moskau gegen Galatasaray Istanbul (2:0) im zweiten Gruppenspiel hatte dieses Szenario möglich gemacht und gestattet den Schalkern eine zusätzliche Einnahme von 9,5 Millionen Euro. Mit dem Erreichen der K.o.-Spiele haben sie zudem eines ihrer Saisonziele erreicht.

Unterlegen in Sachen Technik und Geschwindigkeit

Zum anderen hatte das Team von Trainer Tedesco aber eine 1:3-Niederlage beim FC Porto hinnehmen müssen, die in ihrer Art und Weise sehr bedenklich stimmte. „Die hatten 20 Minuten, da habe ich es mit der Angst zu tun bekommen“, sagte Schalkes Sportvorstand Heidel. In diesem Zeitraum unmittelbar nach Wiederanpfiff erzielten die Portugiesen durch Eder Militao sowie Jesus Corona zwei Treffer - es hätten aber auch noch einige mehr sein können. Zumindest in der ersten Hälfte war die Schalker Defensive widerstandsfähig genug.

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„Die Spieleröffnung war nicht einfach, das Pressing von Porto war schon sehr giftig. Man muss aber auch sehen, gegen was für eine gute Mannschaft wir gespielt haben“, sagte Tedesco. Es war aber nicht nur diese kurze Zeitraum, in dem die Schalker geradezu ums sportliche Überleben kämpften. Vielmehr waren sie über die gesamte Spieldauer dem Gegner technisch, aber vor allem in punkto Geschwindigkeit sowie Handlungsschnelligkeit klar unterlegen.

Vorne fehlte die Durchschlagskraft

Die häufige und auch gegen Porto erneut angewendete taktische Herangehensweise des Schalker Trainers, zuerst das gegnerische Spiel einzudämmen und dann womöglich eigene Akzente im Offensivspiel zu setzen, erwies sich erneut als nahezu wirkungslos. „Uns hat vorne die Durchschlagskraft gefehlt. Das ist schon so“, gab Tedesco zu. In der ersten Hälfte gelang den Königsblauen nicht ein nennenswerter Schuss auf das gegnerische Tor.

In Durchgang zwei versuchte es Yevhen Konoplyanka mit einem unzureichenden Torschuss. Nabil Bentaleb verwandelte einen Handelfmeter zum Anschlusstreffer (89.), der mehr aus Zufall als durch eine erzwungene Aktion zustande gekommen war. Moussa Marega erzielte noch den Treffer zum Endstand.

„Wir haben unseren Job erledigt“

„Wir müssen sicherlich besser spielen. Aber das Weiterkommen ist das Ergebnis von fünf Spielen. Natürlich freue ich mich. Wir haben unseren Job erledigt, andere müssen noch zittern“, sagte Heidel. Sein Gesicht drückte, während er diese Worte sagte, aber eher Sorge als Zufriedenheit aus.

Die mangelnde Kreativität im Angriffsspiel gegen qualitativ hochwertige Teams zieht sich durch die Saison. Erfolge gab es, etwa in der Bundesliga, bislang gegen Hannover 96, Mainz 05, Fortuna Düsseldorf, den 1.FC Nürnberg. Allesamt Mannschaften, die aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit sicher nicht in die gehobene Kategorie eingeordnet werden müssen.

In der Champions-League-Gruppe D, die aufgrund ihrer Zusammensetzung wohl eher zu den einfacheren zu zählen war, ist es dem Tedesco-Team immerhin gelungen, mit fünf erzielten Treffern bei vier Gegentoren vorzeitig die nächste Runde zu erreichen. Das spricht für eine solide Defensive. Die Offensivspieler dagegen geraten immer dann an ihre Grenzen, wenn sie schnelle und forsch attackierende Abwehrreihen überspielen sollen. So wie in Porto.

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