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Benjamin Stambouli: Er könnte Schalkes neuer Vize werden

Schalke 04

Nach dem Abgang von Naldo ist auf Schalke der Posten des Vizekapitäns frei geworden. Benjamin Stambouli könnte die Rolle ausfüllen - wir sagen, warum.

Benidorm

, 09.01.2019
Benjamin Stambouli: Er könnte Schalkes neuer Vize werden

Benjamin Stambouli könnte dauf Schalke den Posten des Vizekapitäns übernehmen. © imago

Die meisten Fußballprofis haben einen Hang zur Selbstdarstellung. Im Zeitalter der sozialen Medien ist es völlig üblich, seinen Alltag in Foto oder Video festzuhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen – ganz egal, ob es sich dabei um eine Trainingseinheit im Fitness-Studio oder den Verzehr eines vergoldeten Steaks handelt.

Das lässt sich vor allem in der Urlaubszeit der Profis beobachten. Rund um Weihnachten und Neujahr, wenn der Trainingsbetrieb ruht und die Spieler in der Welt unterwegs sind, quillt das Netz über vor Fotos, die Spieler an Luxushotel-Pools, am Steuer teurer Sportwagen oder unter Palmen in exotischen Gefilden zeigen.

Mit beiden Beinen auf dem Boden

Manche Bilder stechen allerdings heraus. Das von Benjamin Stambouli etwa: Auf seinem Urlaubsbild sitzt er ganz entspannt mit drei erfreulich normal aussehenden Menschen auf der erfreulich normal aussehenden Terrasse eines Hauses in der Schweiz: „Family time.. Quality time“ lautete die Bildunterschrift.

Das passt: Der Franzose, der seit 2016 in Diensten des FC Schalke steht, erweckt den Eindruck, als stehe er in der abgehobenen Welt des Profifußballs noch mit beiden Beinen auf dem Boden. Das sieht offenbar auch Trainer Domenico Tedesco so, der ihn im vergangenen Sommer in der Mannschaftsrat berief. Jetzt könnte er in der internen Hierarchie sogar noch eine Stufe nach oben klettern: Stambouli ist der heißeste Kandidat für den Posten des Vizekapitäns, der nach dem Abgang von Naldo freigeworden ist.


Das erste Jahr verlief nicht ganz so erfolgreich

„Wenn der Trainer das möchte, wäre das natürlich eine große Ehre für mich“, sagt der 28-Jährige. Überbewerten will er den Posten aber nicht. „Wir haben mit Ralf Fährmann einen Kapitän – und danach ist jeder Spieler ein bisschen selbst Kapitän.“

Stambouli hat etwas Zeit gebraucht, um auf Schalke anzukommen. Seine erste Saison war durchwachsen, nicht wenige stempelten ihm bereits als Fehleinkauf ab. Das änderte sich mit dem Amtsantritt von Domenico Tedesco. Der beorderte den ursprünglich als defensiven Mittelfeldspieler verpflichteten Franzosen zum Innenverteidiger, und dort mauserte sich Stambouli allmählich zum Führungsspieler.

„Wir müssen malochen und kämpfen“

Nicht nur das: Der 28-Jährige hatte schnell verstanden, was Schalke ausmacht - inzwischen hat er die „Schalke-DNA“, wie er es nennt, verinnerlicht. In einem Interview schwärmte er von der Fankultur und verriet, dass er den Fangesang von den „Schalkern, die unter der Brücke oder in der Bahnhofsmission schlafen“, gerne unter der Dusche anstimmt.

Auch sprachlich ist er vielen seinen Mitspielern voraus. Nach zweieinhalb Jahren spricht er exzellent Deutsch, und zwar das Deutsch der Region, in der er spielt: „Wir müssen malochen und kämpfen“, fordert er.

Bei der Trainingseinheit am Mittwoch demonstrierte er, was er damit meinte. In den Tagen zuvor war ja viel die Rede davon gewesen, dass es auf dem Platz zu ruhig zugehe – als ob er diese Theorien im Alleingang widerlegen wollte, dirigierte Stambouli beim Trainingsspiel lautstark, lobte und schimpfte. „Ich bin ja mit meinen 28 Jahren einer der Älteren im Team, da kann ich den jüngeren Spielern mit meinen Erfahrungen helfen“, sagt er anschließend.

Vielleicht hat er ja auch ein paar Tipps zum Thema Soziale Netzwerke parat.

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