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Warum die Nachwuchsförderung so erfolgreich ist

Schalker Talente

Sogar der FC Bayern hat angerufen. Aber es ging diesmal nicht um Spieler, die der Branchenprimus vom FC Schalke 04 transferieren wollte. Die Münchner wollten vielmehr genauer wissen, warum die Nachwuchsförderung beim FC Schalke 04 seit vielen Jahren so exzellent klappt.

Gelsenkirchen

von Frank Leszinski

, 18.02.2014
Warum die Nachwuchsförderung so erfolgreich ist

Schalker Jungs: Sead Kolasinac (r.) beglückwünscht Julian Draxler (l.) zu einem Treffer, im Hintergrund drückt Max Meyer seinen Kollegen.

Oliver Ruhnert, seit dem 1. Januar 2014 Chef der sogenannten Knappenschmiede, erzählt dieses Detail, um zu verdeutlichen, welchen Stellenwert die Schalker Talentförderung mittlerweile gewonnen hat. Acht Spieler, die bei den Königsblauen ausgebildet wurden, stehen mittlerweile im Bundesligakader.

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Den Schlüssel sieht Ruhnert vor allem im Faktor Identifikation. "Wir haben mehrfach Talente nicht verpflichtet, weil es Bedenken gab, ob sie wirklich mit ganzem Herzen für Schalke spielen würden. Jedem Fußballer, der zu uns kommen will, machen wir deutlich, dass es etwas Besonderes ist, für den FC Schalke 04 zu spielen", betont Ruhnert. Dann führt er die Bausteine an, die Schalkes Erfolg in der Nachwuchsförderung beinhalten.

Für den Nachwuchs hat Schalke nur zwei hauptamtliche Kräfte und vier Personen, die auf Honorarbasis für die Königsblauen arbeiten. Hinzu kommen die Trainer, die ebenfalls Scouting-Aufgaben übernehmen. Bis zur U 14 sichtet Schalke rund um Gelsenkirchen in einem engen Umkreis von 20 bis 25 Kilometern. Ab der U 15 wird der Radius für die Talentsichtung weiter gefasst.

In zwei Häusern am Vereinsgelände sind 16 Talente bei zwei Gastfamilien untergebracht. "In familiärer Atmosphäre ohne Kasernenhofton", stellt Ruhnert dar. Die Zusammenarbeit mit der Gesamtschule Berger Feld sorgt dafür, dass die Kicker auch eine schulische Ausbildung bekommen.

Viele Personen im Nachwuchsbereich sind schon jahrelang beim FC Schalke 04 beschäftigt. So wie Bodo Menze, der seit 23 Jahren für Schalke 04 arbeitet, oder Trainer-Ikone Norbert Elgert, der mit der A-Jugend 2006 und 2012 Deutscher Meister wurde und Spieler wie Neuer, Draxler, Matip oder Meyer formte.

"Wir haben keine Abteilung mehr in der Abteilung", sagt Ruhnert und macht damit deutlich, dass das Arbeitsklima schon einmal anders war. Verbessern will Ruhnert noch die Infrastruktur. "Wir brauchen so schnell wie möglich das geplante Regionalligastadion und neue Trainingsplätze in der Nähe des Vereinsgeländes." Momentan trägt die zweite Mannschaft ihre Spiele in Wanne-Eickel oder Bottrop aus, die A- und B-Jugend muss in den Stadtteil Ückendorf ausweichen. Geht es auch bei der Infrastruktur noch voran, hätte Schalke im Kampf um die besten Talente einen zusätzlichen Vorteil gewonnen. Möglich, dass sich der FC Bayern noch öfters meldet …

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