29-Jähriger verschickte kinderpornografische Videos im Internet

Strafprozess

Gegen eine Auflage von 1500 Euro hat das Amtsgericht ein Verfahren gegen einen 29-jährigen Stadtlohner eingestellt. Der Mann hatte Kinderpornografie verschickt und hielt das für einen Witz.

Stadtlohn

, 27.02.2019 / Lesedauer: 2 min

„Das war nicht als Bosheit gemeint. Ich dachte es sei witzig. Darum habe ich die Videos weitergeschickt. Heute weiß ich es besser.“ Witzig war die Bilder keinesfalls, die ein 29-jähriger Stadtlohner am 15. Dezember 2017 per Whatsapp in eine Gruppe stellte und an seinen Bruder weiterleitete. Sie zeigten einen teilweise unbekleideten sechsjährigen Jungen in sexueller Pose.

Angeklagter: „Ich bin ja kein Pädophiler.“

Wegen Erwerbs, Besitzes und Weiterverbreitung von Kinderpornografie musste sich der Stadtlohner am Montag vor dem Amtsgericht in Ahaus verantworten. „Ich weiß gar nicht, wie ich an die Videos gekommen bin. Sie sind mir zugeschickt worden. Ich hatte nicht den Eindruck, dass es ich um Kinderpornografie handelt, weil kein Zwang zu sehen war. Ich bin ja auch kein Pädophiler. Ich habe die Videos einfach weitergeschickt, ohne groß darüber nachzudenken. Ich dachte, vielleicht finden andere sie auch lustig.“

In der Whatsappgruppe war das aber keinesfalls so. Der Angeklagte wurde umgehend aus der Gruppe ausgeschlossen. Da erst dämmerte es ihm, dass er einen Fehler gemacht hatte. „Ich habe mich sofort bei einzelnen Gruppenmitgliedern entschuldigt.“ Die juristischen Folgen indes konnte er mit dieser Entschuldigung nicht aufhalten.

Angeklagter zeigte sich reumütig

Die Richterin machte dem Angeklagten klar, dass Kinderpornografie nicht erst dann anfängt, wenn auf den Bildern Zwang zu sehen ist. Es reiche schon aus, wenn Genitalien von Kindern sexualisiert aufreizend wiedergegeben würden. Der 29-jährige Angeklagte zeigte sich reumütig und einsichtig. „Ich bin inzwischen selbst Papa geworden. Ich möchte auch nicht, dass solche Bilder meines Kindes im Internet verbreitet werden.“

Die Richterin nahm dem nicht vorbestraften Angeklagten das Bedauern ab und stellte mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen eine Geldauflage vorläufig ein. 1500 Euro muss der Angeklagte an einen gemeinnützigen Verein zahlen. Sein Handy und seinen PC, die eingezogen worden waren, erhält er nicht zurück.

Lesen Sie jetzt