Helmut Kappelhoff aus Stadtlohn ist Obermeister der Bäckerinnung Ahaus. Er erklärt, warum die allermeisten Bäckereien im Westmünsterland an den beiden Weihnachtsfeiertagen geschlossen bleiben. © Stefan Grothues (A)
Brötchenpreis

40 Cent sind angemessen pro Brötchen: Bäcker-Obermeister meldet sich zu Wort

In der Diskussion um möglicherweise teurer werdende Brötchen spricht der Obermeister der Bäckerinnung klare Worte. Berichte über Preisforderungen von einem Euro für ein normales Brötchen findet er „reißerisch“.

In der aktuellen Diskussion um steigende Rohstoff- und Energiekosten und mögliche Auswirkungen auf die Preise für Backwaren (unsere Redaktion berichtete) hat sich der Obermeister der Bäcker-Innung Ahaus, Helmut Kappelhoff, zu Wort gemeldet.

Reißerische Berichterstattung

Zu „reißerisch“ seien ihm Medienberichte von explodierenden Brötchenpreisen, die bald einen Euro (Anmerkung: für ein „einfaches“ Brötchen) erreichen könnten. Diese Warnung hatte zuerst die Allgemeine Bäckerzeitung ausgesprochen, „um Zweit- und Dritteffekte der explodierenden Energiepreise auszugleichen“.

Kappelhoff kann über solche Prognosen nur mit dem Kopf schütteln. „Auch wenn sich der Rohstoffpreis teilweise verdreifacht hat, kann man das nicht direkt auf den Brötchenpreis übertragen“, sagt er.

Preiserhöhungen dennoch Grund zur Sorge

Gleichwohl bereiten ihm und seinen Kollegen Preissteigerungen in gleich drei Bereichen dennoch Sorgen. Neben den Rohstoffkosten hätte es auch Lohnerhöhungen gegeben. Für Kopfzerbrechen sorgen zudem gestiegene Energiekosten, sowohl bei Strom als auch bei Öl und Gas. „Wir müssen unsere Öfen ja beheizen“, so der Obermeister aus Stadtlohn.

Dennoch lehnt er einen Schnellschuss in Sachen Preiserhöhung ab. „Man muss das erst mal gut im Auge behalten“, so Kappelhoff, der die gleichnamige Familienbäckerei in Stadtlohn 25 Jahre lang geführt hat.

Nur wenn die Entwicklung langfristig so weiterginge, seien Preisanpassungen unumgänglich – dann aber in anderen Dimensionen als sie zuletzt kursierten. „Das wird dann bei zehn Prozent bleiben“, sagt er.

Aktuell halte er 40 Cent für ein „einfaches“ Brötchen für einen angemessenen Preis und hoffe auf ein Einlenken der politischen Entscheidungsträger in der aktuellen Lage, die so ziemlich jede Branche betreffe.