Alte Treckerliebe rostet nicht

Oldtimertreffen am Sonntag

Das ist mehr als Tuckern. So klingt Kraft. Die fast fünfeinhalb Liter Hubraum röhren gewaltig und lassen beim Start den Laien zusammenzucken. Bei Josef Leuker aber zaubern sie ein Lächeln ins Gesicht. „Der Klang!“ Das ist die Antwort des Oldtimer-Trecker-Liebhabers auf die Frage, was denn das Schönste an seinem Hobby sei.

STADTLOHN

, 30.08.2016, 06:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Alte Treckerliebe rostet nicht

Bürener Treckerfreunde (v.l.): Bernhard Wolbert, Konrad Robert, Helmut Schmittmann, Lennart Niehoff, Josef Leuker, Lasse Niehoff und Christoph Wolbert.

In diesem Fall sorgen die vier mächtigen Zylinder der Deutz-Schlepperraupe für den satten Sound. Der Motor läuft wie am Schnürchen, als hätte es den über 30 Jahre langen Dornröschenschlaf in einer niedersächsischen Scheune nie gegeben.

Josef Leuker aus Büren hat den Oldtimer wieder aufgeweckt. „Der sprang sofort an – als ob nichts gewesen wäre“, sagt er und ist nicht einmal erstaunt. Schließlich handelt es sich um einen Deutz. Und das ist die Marke, um die sich Leukers Oldtimer-Träume drehen. Auf die Spur der Schlepperraupe hatte ihn der Tipp eines Lohnunternehmers gebracht.

Technisches Kulturgut

Die Deutz-Raupe, Baujahr 1954 – „die ist genauso alt wie ich“ (Josef Leuker) – war viele Jahre nahe Hannover im Einsatz, um mit dem Tiefenpflug Moorgebiete urbar zu machen – bis sie in den achtziger Jahren ausgemustert und vergessen wurde. Bis Josef Leuker auf den Plan trat. „Das ist doch ein technisches Kulturgut, das man erhalten muss“, sagt der Treckerfreund, der mehr als ein Dutzend Oldtimer-Deutz vor dem Verfall gerettet hat.

Wichtiger Termin

Seine Liebe zu den Alt-Traktoren teilt er mit 20 weiteren Bürenern, die sich 2002 zum Klub „Treckerfreunde Büren“ zusammengeschlossen haben: zum Fachsimpeln, zur gegenseitigen Unterstützung beim Restaurieren, zu gemeinsamen Ausfahrten. Und um alle zwei Jahre das Oldtimertraktorentreffen in Büren zu organisieren, ein wichtiger Termin für viele Treckerliebhaber aus dem ganzen Münsterland, die mit ihren Schätzen anreisen. „Das ist aber auch für alle anderen eine gute Gelegenheit, die alten Schlepper zu bestaunen.“

Am kommenden Sonntag ist es wieder soweit. Dann werden nicht nur 200 Oldtimer der Marken Lanz Bulldog, Mc Cormick und Co. zu sehen sein, sondern als besonderer Höhepunkt auch Leukers jüngstes Sammlerstück, die noch nicht restaurierte Deutz-Schlepperraupe F4 L514, und zwar in Aktion mit einem Pflug. Die Generalprobe am vergangenen Freitag auf einem Stoppelfeld hat geklappt – mit Wohlklang.

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