An einem Vormittag um die ganze Welt

Aktionstag für Behinderte

Der Partyhitmix von Pur schallt durch den Gang - garantiert nicht normal für ein Berufskolleg. Der Musik folgend landeten Neugierige gestern in einem langen Gang im Untergeschoss des Berufskolleg Lise Meitner in Stadtlohn. Schüler veranstalteten dort für behinderte Menschen den Aktionstag "Abenteuer Weltreise".

STADTLOHN

27.02.2015, 18:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
An einem Vormittag um die ganze Welt

Die Kinder erwarten die Hotdogs im American Diner.

"Kommt mit, eine Runde Tanzen in Europa auf der Mallorcaparty", fordert ein Löwe auf: Eine Schülerin hat sich verkleidet und spielt Maskottchen für den Aktionstag, zusammen mit Giraffe Helena Grismann.

Begeistert von der Idee ist Carsten Herm: er kommt zwar gerade aus der Turnhalle, hat aber Lust, mit der Giraffe feiern zu gehen.

Sportlich in Australien

Am Morgen standen schon sportliche Aktivitäten im Mittelpunkt des Programms: "Ich war da Trampolin springen und bin mit einem Seil gesprungen", erzählt der 35-Jährige Carsten Herm noch schnell, bevor es zur Mallorcaparty geht.

In der Turnhalle, die Australien zum Thema hat, kommt es vor allem darauf an, dass die Teilnehmer ihre Zeit frei gestalten können. "Sie konnten die sportlichen Aktivitäten entweder nach Anleitung machen oder einfach so, wie sie Lust drauf haben", erklärt der angehende Heilerziehungspfleger Dominik Breuwener. Mit seinen 25 Klassenkameraden organisiert er in seinem ersten Berufsfachschuljahr diesen Tag: "Bis jetzt läuft alles rund, alle haben echt Spaß."

Giraffen auf dem Parkett

Am letzten Raum des Gangs wechselt die Musik gerade zum nächsten Schlagerhit. Auf der Tanzfläche wirbelt Carsten die Giraffe übers Parkett, um die beiden herum wird im Diskolicht gehüpft und gelacht. Die begeisterten Teilnehmer, die sich auf Weltreise begeben haben, können unterschiedlicher nicht sein: vierjährige Mädchen tummeln sich mit längst erwachsenen und älteren Menschen. Alle kommen aus unterschiedlichen Orten der Region. Die Schüler der Klasse Shu1 haben einfach alle Freunde und Bekannte eingeladen, die mit einer Behinderung leben, alle durften dabei sein.

Im American Diner steht Nina Ewing mit verschränkten Armen an der Seite und beobachtet die Szene: Die Gäste sind hungrig und wollen endlich die Hotdogs verspeisen. Ewing ist zwar Klassenleiterin der Organisatoren, hält sich aber bewusst im Hintergrund: "Heute bin ich nur Gast hier. Aber das ist alles super organisiert, die Schüler haben sicher viel Zeit investiert."

Entspannung in Asien

Wem der Trubel auf der Mallorcaparty oder in der Bastelecke in Afrika zu viel wird, kann sich in eine asiatisch angehauchte Entspannungszone zurückziehen. Mit Fußmassagen oder einem Riecherlebnis kann sich hier die Zeit vertrieben werden, verschiedene indische Gewürze gilt es hier zu erschnüffeln. Aber unter dem schummrig beleuchteten Baldachin aus Seidentüchern gelingt das Abschalten sicher am besten.

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