Arbeitspferd ade gesagt

StadtlohN Feiern macht Spaß - das galt auch in den zurückliegenden 175 Jahren. Die Hundewicker Schützen zeigen in ihrer Chronik aber auch, wie die Arbeit in der Bauerschaft in alter Zeit aussah.

19.07.2007, 17:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Wirtschaftsstandort Hundewick war und ist - keine Überraschung - in erster Linie durch landwirtschaftliche Betriebe geprägt. Doch lässt sich die Bewirtschaftung früherer Jahrzehnte kaum mit der heutigen vergleichen - lange Parzellen kennzeichneten das Bild, Pferde zogen die Pflugschar. Mit der Eisenbahn und der Verbreitung des elektrischen Stroms erfuhr die Landwirtschaft einen Auftrieb: Moderne Düngemittel hielten Einzug, die Milchproduktion stieg. Mitte der fünfziger Jahre kam die Flurbereinigung - und neue Straßen, die der besseren Erschließung dienten. Abschied nahmen auch die Hundewicker Landwirte vom Arbeitspferd - der Traktor setzte sich durch. Die Chronik berichtet zur heutigen Situation: "Fast alle Hofstellen sind Nebenerwerbsbetriebe. Immer größere landwirtschaftliche Maschinen kommen zum Einsatz. Der Bauernhof ist oft zum "Ein-Mann-Betrieb" geworden." Einige Familien hätten sich auf Hühnerhaltung spezialisiert, ein landwirtschaftliches Unternehmen sich auf den Anbau von Beerenobst umgestellt.

Neben dem Agrarsektor stellte lange Zeit der Kalkabbau einen wichtigen Wirtschaftszweig in Hundewick dar. Dieser begann schon 1618, eine Kalkgrube an der B70 entstand 1894/95 - sie lieferte jährlich 20000 Zentner reinen Baukalks. Rasch ersetzte eine zweite große Grube die erste. Die "Westfälischen Kalkwerke" stellten allerdings ihren Betrieb 1957 aus wirtschaftlichen Gründen ein. Zwei der drei Brennöfen sind heute noch als Ruine sichtbar.

Die Chronik der Schützen beleuchtet aber auch weitere Seiten der Wirtschaft: Dazu zählt die Wassergewinnungsanlage, die frühere Rolle des Bahnhofs Hundewick zu Zeiten der Westfälischen Landeseisenbahn, die bis 1967 existierende Holzschuhfabrik, Gaststätten, Lebensmittelgeschäft (bis 1976) und das Spektrum der heute ansässigen Betriebe von der Baumschule bis zur Pulverbeschichtung. to

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