Badegäste auf vier Hufen

Daniel Möllers-Mensing züchtet Wasserbüffel

Ruhig und gewaltig stehen sie nah beisammen auf der Wiese und grasen friedlich. Als ein Pfeifen ertönt, schießen plötzlich einige Köpfe in die Höhe. "Emma, komm her", ruft Daniel Möllers-Mensing. Und schon setzt sich die Herde von Wasserbüffeln, allen voran Leitkuh Emma, sanft aber bestimmt in Bewegung - immer der Stimme und dem Pfeifen ihres Stadtlohner Züchters nach.

STADTLOHN

, 08.05.2015, 18:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Ich musste mir einen bestimmten Pfeifton ausdenken, damit sie wirklich nur auf mich reagieren", so Möllers-Mensing. Insbesondere Leitkuh Emma reagiert auf die Rufe, alle anderen der insgesamt 15 Herdentiere folgen ihr. Das benötigte viel Übung: 2006 mit gerade einmal 16 Jahren bekam der heute 25-jährige Züchter seine ersten Wasserbüffel - natürlich damals noch mit Hilfe der Eltern, wie er erklärt: "Ich bin auf dem Land in der Bauerschaft Hengeler aufgewachsen. Auf unserem Hof gibt es zum Beispiel Milchkühe und Mastschweine. Da lag es nahe, dass meine Eltern mein Vorhaben unterstützen."

Bestand vergrößert

Doch auf die Wasserbüffel kam er nicht etwa durch das Elternhaus, sondern durch die Schule. "Wir sollten ein Referat über ein Tier halten. Und meine Freunde und ich hatten uns überlegt, etwas zu nehmen, wovon der Lehrer keine Ahnung hat - so gibt es auch keine Rückfragen." Während einer seiner Freunde sich für den Goldfisch entschied, wählte Daniel Möllers-Mensing den Wasserbüffel - und blieb fasziniert hängen. Kurzerhand wurden sechs Hektar Naturschutzwiesen in der Berkelaue samt Wasserlöcher gepachtet - denn die Tiere lieben ausgiebige Wasser- und Schlammbäder - und nach und nach vergrößerte der Jungzüchter seinen Bestand.

"Es ist zwar nach wie vor im Vergleich zur restlichen Hofarbeit ein Hobby, aber ich möchte diese Nische ausbauen", sagt er. So werden etwa die Bullen nach zwei Jahren geschlachtet. Das Fleisch soll ab diesem Sommer im bisher als Erdbeerhof Möllers bekannten Laden verkauft werden. "Er wird aber bis dahin noch ausgebaut", so der 25-Jährige. Die weiblichen Tiere verkauft er hingegen für die Zucht weiter - und die Nachfrage ist groß: "Als ich 2006 anfing, gab es in Deutschland rund 2000 gemeldete Wasserbüffel. Mittlerweile hat sich die Zahl bestimmt verdreifacht." Seine ersten Tiere - zwei Kühe und zwei Kälber - bekam Möllers-Mensing selbst damals von einem benachbarten Züchter aus Bocholt Barlo.

Charakterstarke Tiere

Mit Leitkuh Emma hat er dabei eine echte Rumänin ergattert; alle Nachzuchten sind hingegen halb italienisch und halb rumänisch. "Der Vorteil bei den italienischen Wasserbüffeln ist, dass sie im Umgang etwas ruhiger sind", so der Stadtlohner. Insgesamt lässt sich aber seiner Erfahrung nach über diese Gattung sagen, dass es sich um sehr charakterstarke Tiere handelt: robust, widerstandsfähig, stressstabil sowie neugierig und scheu zugleich. "Allerdings darf man nicht vergessen, dass sie einen Urtrieb inne haben und auch aggressiv werden können. Etwa, wenn sie die Kälber beschützen. Daher gibt es auch einen Zaun, der unter Strom steht." Wirklich gefahrlos nähern kann sich nach vorheriger Situationseinschätzung nur Daniel Möllers-Mensing selbst - sogar Streicheleinheiten sind dann manchmal möglich.

 

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