Bahnallee-Planung: Stadtplanerinnen von NRW.Urban bleiben im Boot

rnStadtplanung Bahnallee

Der städtebauliche Rahmenplan für die Bahnallee sorgt für Diskussionsstoff bei Anwohnern und Politikern. Ein Arbeitskreis soll jetzt fachlich diskutieren und eine neue Variante vorschlagen.

Stadtlohn

, 26.06.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Braucht Stadtlohn viele neue Mietwohnungen? Vertragen die bestehenden Wohngebiete das erhöhte Verkehrsaufkommen? Muss mit dem Grün in der Stadt nicht sorgfältiger umgegangen werden? Als politischer Zunder haben sich die Überlegungen für die städtebauliche Entwicklung der Industriebrachen Spahn und Lichtgitter sowie der Grünflächen rund um die Bahnallee erwiesen.

Nachdem zwei Planerinnen der landeseigenen Stadtplanungsgesellschaft NRW.Urban Anfang Mai den im Auftrag der Stadt erstellten Entwurf für einen Rahmenplan vorgelegt hatten, gab es ein entrüstetes Echo bei den Anwohnern der Wohngebiete rund um die Bahnallee. Und auch bei den meisten Politikern stießen die Pläne auf wenig Begeisterung.

Neuer Arbeitskreis soll neue Variante entwickeln

Jetzt hat der Rat die Weichen für das weitere Vorgehen gestellt. Ein interfraktioneller Arbeitskreis soll den Rahmenplan nach Stadtlohner Vorstellungen ändern und weiterentwickeln. Mit diesem Verfahren hat der Rat bei der Neugestaltung der Innenstadt und beim Neubau der Feuer- und Rettungswache gute Erfahrungen gemacht.

Nach einstimmigem Beschluss des Rates gehören dem Arbeitskreis folgende Mitglieder an: Heinrich Ellers (CDU), Hermann Lensker (CDU), Erwin Plate (UWG), Ludger Brockherde (SPD), Dr. Albert Daniels (FDP) und Günter Dirks (Bündnis 90/Die Grünen).

„Bock nicht zum Gärtner machen“

Um die Beteiligung Stadtplanungsgesellschaft NRW.Urban entbrannte dabei ein politischer Streit. Nach dem ersten, aus seiner Sicht missratenen Aufschlag der Planerinnen solle NRW.Urban in dem Arbeitskreis keine Rolle spielen, meinte der FDP-Fraktionsvorsitzende Bernd Schöning. „Wir sollten den Bock nicht zum Gärtner machen.“

Diese Ansicht vertrat auch Jürgen Wörmer (UWG): „Wir sollten eine neue Variante ohne NRW.Urban erarbeiten.“ Und zwar eine, die deutlich weniger Wohnbebauung vorsehe. Wörmer: „Zurzeit werden in Stadtlohn so viele Bauvorhaben umgesetzt. Von einer Wohnungsknappheit kann anschließend keine Rede mehr sein.“

„Stadtlohn braucht dringend mehr kleinere Wohnungen“

Dem widersprach der SPD-Fraktionsvorsitzende Otger Harks vehement: „Auch wenn die Zahl der Einwohner nur langsam steigt, die Entwicklung zeigt, dass wir dringend mehr kleinere Wohnungen brauchen, weil die Zahl der kleineren Haushalte immer weiter steigt. Wir brauchen Wohnraum für alle Bürger. Dazu gehören auch Sozialwohnungen.“

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Helmut Stowermann wandte sich gegen eine zu negative Sichtweise des ersten Rahmenplanentwurfs: „Er hat eine intensive Diskussion ausgelöst. Besser geht‘s doch gar nicht. Es ist doch gut, dass sich die Anwohner jetzt so aktiv an den Überlegungen beteiligen.“ Stowermann warf Schöning aber vor: „Sie stacheln die Anwohner auf.“

„Rahmenplanentwurf war nur Diskussionsgrundlage“

Die Vorschläge von NRW.Urban seien in der Tat „nicht so, wie wir uns das gedacht haben“, so Stowermann. Aber: Es handele sich ja auch nur um einen Entwurf, der als Diskussionsgrundlage dienen sollte. Mit dem Entwurf ist ja noch nichts endgültig entschieden. Stowermann: „Die Entwicklung der Flächen Spahn ist wichtig. Damit sollten wir beginnen. Alles andere sind Überlegungen für die nächsten 10, 15 Jahre. Das müsse ja nicht umgesetzt werden. Es sei außerdem „Blödsinn“ zu glauben, NRW.Urban habe eigene Interessen und mache was es wolle.

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Wie Helmut Stowermann sprach sich auch Otger Harks dafür aus, NRW.Urban an der Arbeitsgruppe zu beteiligen. Harks: „Wir sind gestandene Ratsmitglieder. Da hören wir gerne den fachlichen Rat. Am Ende aber entscheiden wir.“ Auch Bürgermeister Helmut Könning unterstrich: „NRW.Urban ist der Auftragnehmer. Die machen, was wir wollen.“ Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Richard Henrichs würde sich zwar über die Expertise der NRW.Urban in der Arbeitsgruppe freuen, aber nicht als herausragende oder moderierende Rolle.

Mehrheitlich sprach sich der Rat am Ende dafür aus, das Planungsbüro an dem Arbeitskreis zu beteiligen. Die FDP, die Grünen und mehrere UWG-Ratsmitglieder stimmten dagegen.

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