«Bauverein» 1907 gegründet

06.07.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Stadtlohn Den 1907 gegründeten Gemeinnützigen Bauverein hat Stadtarchivar Ulrich Söbbing zum Inhalt des «Dokument des Monats» gemacht, zu sehen in einer Vitrine im Foyer des Rathauses:

Am Anfang des 20. Jahrhunderts erlebte die Stadt Stadtlohn als Folge der Gründung mehrerer Webereien, einer Spinnerei und einer Zigarrenfabrik einen deutlichen wirtschaftlichen Aufschwung.

Bevölkerung nahm zu

Die verbesserten Arbeitsmöglichkeiten führten auch zu einem starken Wachstum der Bevölkerung in Stadtlohn und in der Gemeinde Wessendorf. Mit dem Bevölkerungswachstum hielt die Wohnungsbautätigkeit nicht Schritt. Zwar gab es im Umfeld der Fabriken neue Siedlungsgebiete wie an der Blumenstraße, der Engelstraße und der Schlichthorststraße, vielen Arbeitern fehlte jedoch das Kapital für den Bau eines Hauses. Um die Wohnungsnot zu beheben, gründeten am 28. Juli 1907 die Fabrikanten Carl Hecking, Albert Demes, Felix van Bömmel, Werner Hecking und Heinrich Hecking junior sowie Dechant Wilhelm Tigges, Bürgermeister Vincenz Cherouny und Amtmann Matthias Schanz den Gemeinnützigen Bauverein.

Der erste Aufsichtsrat setzte sich neben dem Pfarrer und den beiden Verwaltungsleitern aus den Unternehmern Carl Hecking, Werner Hecking, Felix van Bömmel und den Handwerkern und Arbeitern Hermann Möllers, Heinrich Terstiege und Franz Terbeck zusammen. Als Geschäftsführer fungierte zunächst von 1907 bis 1913 der Leiter der Gewerbebank, Andreas Westen, gefolgt vom Stadtrentmeister Arnold Meier von 1913 bis 1949.

Darlehensvergabe

Die Genossenschaft sollte ihren Mitgliedern durch die Vergabe von Darlehen und die Beschaffung von Grundstücken zu billigen und gesunden Eigenheimen verhelfen. 1907 hatte der Verein 52, im Jahr darauf bereits 88 Mitglieder, die mit 226 Anteilen beteiligt waren. 1908 wurden acht Einfamilienhäuser und drei Doppelwohnhäuser mit zusammen 14 Wohnungen fertiggestellt. Die Darlehen hatte der Bauverein über die Landesversicherungsanstalt Westfalen gegen Bürgschaft der Stadt Stadtlohn zu einem Zinssatz von drei Prozent beschafft. wird fortgesetzt

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