Besonderer Tag für syrisch-orthodoxe Gemeinde Stadtlohn

Erzbischof zu Gast

STADTLOHN Hohen Besuch empfing am Sonntagnachmittag die syrisch-orthodoxe Gemeinde Stadtlohns im aramäischen Kulturverein, der seine Begegnungsstätte im Pfarrzentrum St. Otger hat.

11.05.2009, 15:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
Beim Empfang: Erzbischof Aydin, Bürgermeister Helmut Könning und der evangelische Pfarrer Uwe Weber (von rechts), ganz links der Jugendchor der Gemeinde.

Beim Empfang: Erzbischof Aydin, Bürgermeister Helmut Könning und der evangelische Pfarrer Uwe Weber (von rechts), ganz links der Jugendchor der Gemeinde.

Erzbischof Mor Yulius Dr. Hanna Aydin freute sich, die Gemeindemitglieder der etwa 50 Familien in Stadtlohn begrüßen und mit ihnen Eucharistie feiern zu können. Die Visite des Würdenträgers der syrisch-orthodoxen Kirche von Antiochien in Deutschland war für die Gemeinde St. Jakob Baradäus ein großes Ereignis. Videokameras surrten, Fotoapparate klickten beim Empfang des hohen Gastes, umringt von den Vorstandsmitgliedern des aramäischen Kulturvereins, vom Kirchenvorstand, den Gemeindemitgliedern und vielen Gästen. Mit einem Lied in aramäischer Sprache gesungen, begrüßte der Jugendchor den Erzbischof, während dieser am Ehrentisch neben Bürgermeister Helmut Könning, Pfarrer Uwe Weber und dem amtierenden Pfarrer der syrisch-orthodoxen Gemeinde Lahdo Özkaya Platz nahm.

Türen geöffnet

Den Besuch des Erzbischofs wertete der Bürgermeister als ein Zeichen dafür, dass der Kirchengemeinde St. Jakob Baradäus in Stadtlohn die Türen geöffnet und Zugänge ermöglicht werden, sei es in der St. Joseph-Kirche, im Pfarrzentrum, in den Stadtlohner Schulen und in den Betriebsstätten.

Toleranz und Respekt

Gegenseitiges Verständnis sei die Grundlage einer guten Gesellschaft und führe dazu, offen miteinander zu reden. Dieses sei ein erster Schritt zu einer gelungenen Integration, die zudem auf beiden Seiten ein hohes Maß an Toleranz und gegenseitigem Respekt erfordere. Die schon sehr alte aramäische Sprache dürfe dabei nicht aussterben, betonte der Bürgermeister, denn es sei die Sprache Jesu.

Erzbischof Aydin machte in seiner Ansprache auf das Schicksal der syrisch-orthodoxen Christen aufmerksam. Wenn es um deren Heimat gehe, würden die meisten Menschen zunächst nur an den politischen Staat Syrien denken, sagte er und erwähnte, dass viele Historiker die Tüchtigkeit der Syrer hoch geschätzt hätten. Aramäer seien heute sowohl im Irak als auch im Iran verstreut und viele nach harter Verfolgung durch die religiöse Mehrheit der Muslime nach Schweden, Deutschland und in die USA geflüchtet. Er äußerte die dringende Bitte, die syrisch-orthodoxen Christen doch nicht aus ihren Klöstern zu vertreiben.

Ein reichlich gedeckter Tisch lud anschließend zum Festmahl ein. sd

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