Bialowons zieht positives Fazit nach Möbelmesse

Interview

Die Kölner Möbelmesse "Imm Cologne" ist am Sonntag zu Ende gegangen. 1200 Aussteller aus 50 Ländern haben auf der weltweit führenden Möbelmesse alles rund um die Themen Möbel und Einrichtung gezeigt. Einer der führenden Aussteller war der Stadtlohner Markenmöbelhersteller Hülsta. Unsere Zeitung sprach am Mittwoch mit einem hochzufriedenen Hülsta-Geschäftsführer Oliver Bialowons über den Messeverlauf.

STADTLOHN

, 25.01.2017, 18:18 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wie ist die Stimmung in der Branche?

Extrem positiv! Deutlich besser als 2016. Ich habe auf der Messe viele Stimmen gehört, auch von Wettbewerbern. Und ausnahmslos alle waren sehr optimistisch gestimmt. Da konnten Sie fragen, wen Sie wollen.

Wie ist das zu erklären?

Schon die Tatsache, dass über 150000 Besucher - so viele wie nie zuvor - zur Messe gekommen sind, spricht für sich. Ein Grund für den Besucherrekord ist sicher, dass in diesem Jahr auch die Küchenmesse parallel stattfand. Küchen lösen immer Begeisterung aus. Das Thema Wohnen scheint bei vielen Menschen wieder eine größere Rolle zu spielen. Den genauen Grund dafür kann ich Ihnen nicht sagen. Aber es gibt verschiedene Aspekte: Auf der einen Seite ist die Welt unsicherer geworden. Da wächst der Wunsch nach der Gestaltung der eigenen vier Wände. Dazu kommt die gute wirtschaftliche Lage: So viele Menschen wie nie haben Arbeit, die verfügbaren Einkommen sind gestiegen.

Dann war also die Stimmung auf dem Hülsta-Messestand auch gut?

Bestens! Wir sind ja regelrecht überrannt worden. Ich neige nicht zum Größenwahn, sondern gebe jetzt nur die Stimmen des Fachpublikums wieder: Der Hülsta-Stand ist als der beste der Messe bewertet worden. Das Standkonzept war so gut, dass nicht wenige Fachhändrei oder vier Mal zu uns gekommen sind. Das ist schon ungewöhnlich. Das Feedback auf unsere Produkte war sehr, sehr positiv. Unsere 40 bis 60 Mitarbeiter vor Ort hatten neun Tage lang alle Hände voll zu tun.

Welche Botschaft wollten Sie den Besuchern in Köln vermitteln?

Unsere wesentlichste Botschaft lautet: Hülsta ist im Kerngeschäft leistungsfähig und mit einem neuen Programm zurück am Markt. Wir machen uns fachlich und sachlich an die Arbeit.

Welches Hülsta-Produkt oder welche Neuigkeit steht für diese Botschaft?

Tetrim. Das ist ein modernes Möbelprogramm für Wohnen und Schlafen mit den unterschiedlichsten Oberflächen. Tetrim ist ex-trem positiv angekommen. Es war auch wieder der Satz zu hören: "Das ist Hülsta" - im Sinne von: "Das ist eine hochwertige Ausführung mit besonderem Design." Dass "Hülsta" ein solch positiv besetzter Gattungsbegriff bleibt, daran haben wir hart gearbeitet.

Was hat Sie persönlich beim Messerundgang bei der Konkurrenz besonders beeindruckt?

Die Vielfalt des Angebotes insgesamt. Und im Besonderen die Ideen und die technische Kompetenz der Küchenhersteller, das ist schon echtes Hightech.

Denken Sie an den Ständen der Mitbewerber eigentlich manchmal: "Mensch, warum haben wir das nicht?"

Da gibt es schon Themen, da sage ich: "Wow!". Aber das muss ich auch kritisch reflektieren. Der eigene Geschmack ist in der Möbelherstellung kein guter Ratgeber. Wir sind eine Volksmarke. Und wir sind mit unserer Arbeit sehr zufrieden. Aber ich habe auch kein Problem damit, die Arbeit der Wettbewerber zu schätzen. Das sehe ich ganz sportlich.

Die Messe gilt als Trendbarometer. Manche Beobachter sehen einen Trend zu neuer Gemütlichkeit. Sie auch?

Die Farben und Materialien wurden oft zurückhaltend gewählt. Warme Töne waren oft zu sehen… ja, das geht schon in Richtung Behaglichkeit.

Welche Bedeutung hat eigentlich die Kölner Möbelmesse für Hülsta? 2015 war Ihr Unternehmen ja nach 20-jähriger Pause erstmals wieder in Köln vertreten.

Die Bedeutung ist überragend für die Markenkommunikation, dafür, dass Hülsta vom Handel und vom Endverbraucher als Möbelhersteller wahrgenommen wird. Es ist nicht denkbar, in Köln nicht vertreten zu sein. Andererseits: Es gibt natürlich auch ein stetiges Spannungsfeld zwischen den Kosten und dem Klappern, das bekanntlich zum Handwerk gehört.

Die vergangenen Jahre waren für Hülsta nicht leicht. Welches Fazit ziehen Sie beim Rückblick auf das Geschäftsjahr 2016?

2016 war ein Wendejahr. Wir sind weitergekommen und sind auf einem guten Weg, aber wir sind noch nicht über dem Berg. Die gute Entwicklung müssen wir aber verstetigen. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Wir müssen unsere Bemühungen noch verschärfen und ganz hart im Kerngeschäft arbeiten - ganz ohne Flausen.

Man hört von Neueinstellungen bei Hülsta. Wie sieht die Personalentwicklung aus?

2016 haben wir 35 Leute neu eingestellt. Die Zahl unserer Mitarbeiter in Stadtlohn und Ottenstein ist jetzt wieder über die 700-er-Marke geklettert.

Letzte Frage: Hinterlassen die vielen Ideen der Möbelmesse eigentlich auch Spuren in Ihrem eigenen Wohnzimmer?

(lacht) Ja, permanent! Ich bin ja eigentlich immer in dem Modus, mich mit Kunst, Literatur und Kultur rund um das Thema Wohnen zu beschäftigen. Das ist eine riesige Inspirationsquelle. In Köln habe ich mir einen Sessel gekauft. Und ein großes Schaukelpferd aus ungarischer Produktion. Das hat im Büro auch bei Kollegen schon für Bewegung gesorgt.

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