Ehrenamtliche aus Stadtlohn haben schon 15.000 Corona-Tests durchgeführt

rnTeststation

Die Teststation in Stadtlohn ist für den gesamten Kreis zuständig und wird komplett von Ehrenamtlichen betrieben. Doch nicht alle Bürger kennen die Regeln und binden damit Ressourcen.

Stadtlohn

, 14.10.2020, 17:35 Uhr / Lesedauer: 3 min

So langsam geht es an die Substanz“, sagt Jürgen Rave, Leiter Rettungsdienst und Krisenmanagement beim Roten Kreuz im Kreis Borken. Gemeint sind die Corona-Pandemie und die damit verbundene Belastung für das DRK.

Stadtlohn nimmt hier kreisweit eine Sonderrolle ein. Denn im DRK-Heim an der Gutenbergstraße befindet sich eine Teststation im Auftrag des Gesundheitsamtes. Seit dem 16. März, also seit mehr als sieben Monaten, wird es komplett von Ehrenamtlichen betrieben. „Wir haben ein Team mit 20 bis 30 Aktiven. Die kommen aus Stadtlohn und haben alle noch einen festen Job“, berichtet Jürgen Rave.

Jetzt lesen

Und trotzdem schafft es das Rote Kreuz, die Teststation täglich zu öffnen. Die genauen Öffnungszeiten werden in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt festgelegt, je nachdem wie viele Tests nötig sind. „Im Moment sind wir von montags bis freitags von 8.30 bis 21.30 Uhr geöffnet. Letzte und diese Woche haben wir von 13.30 bis 18.30 Uhr außerdem ein zweites Fenster geöffnet“, so der Rettungsdienstleiter.

Anmeldungen für Corona-Tests laufen über das Gesundheitsamt

Doch vorbeikommen können weder die Stadtlohner noch andere Bürger einfach so. „Das läuft alles über das Kreisgesundheitsamt“, sagt Jürgen Rave. Wer also Symptome hat oder aus einem anderen Grund einen Corona-Test machen möchte, muss sich auf jeden Fall beim Gesundheitsamt melden. Die entscheiden, ob ein Abstrich gemacht wird, und vergeben dann einen Termin in der Stadtlohner Teststation.

Wer einen Corona-Abstrich in der Stadtlohner Teststation machen lassen möchte, muss sich montags bis freitags zwischen 8.30 und 16 Uhr oder samstags zwischen 14 und 17 Uhr beim Gesundheitsamt melden: Tel. (02861) 6811616

„Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass Personen unangemeldet herkommen. Oder die Leute rufen beim DRK in Stadtlohn an. Bis zu 100 solcher Anrufe bekommen wir pro Tag. Das hält auf und bindet enorme Ressourcen“, macht Jürgen Rave deutlich. Er bittet deswegen darum, dass sich alle an den vorgegebenen Weg über das Gesundheitsamt halten. Denn wer nicht im System steht, bekommt auch in Stadtlohn keinen Abstrich. Die Ergebnisse gibt es ebenfalls nur über das Gesundheitsamt, auch da lohnt also kein Anruf beim DRK in Stadtlohn.

15.000 Tests seit Beginn der Pandemie im Frühjahr

Pro Tag testen die Ehrenamtlichen an der Gutenbergstraße im Schnitt 130 bis 150 Person. Zusätzlich sind täglich drei bis fünf DRK-Teams im Kreis Borken unterwegs für mobile Testungen, zum Beispiel an Schulen und Kindergärten. „Zur Hochzeit im Frühjahr hatten wir keine Zeit, eine Statistik zu führen. Aber wir kommen inzwischen auf jeden Fall an die 15.000 Tests ran“, sagt Jürgen Rave.

Jürgen Rave schätzt, dass in Stadtlohn bereit 15.000 Tests gemacht wurden.

Jürgen Rave schätzt, dass in Stadtlohn bereit 15.000 Tests gemacht wurden. © Stefan Grothues

Auch im Sommer, als die Infektionszahlen im Kreis Borken recht gering waren, wurde seinen Angaben nach sehr viel getestet: „Der Kreis wollte das Infektionsgeschehen nachvollziehen. Das war eine sehr weise Entscheidung. So wusste das Gesundheitsamt immer, wo die Infektion herkommt.“

Am Anfang fanden Corona-Tests zu Hause statt

Für die Ehrenamtlichen ist die Situation nicht immer einfach. „Wir fahren da hin, wo alle wegrennen“, sagt Jürgen Rave etwas plastisch. Zu Beginn sind die DRK-Mitglieder sogar noch zu den Patienten nach Hause gefahren. In den Wohnungen haben sie den Abstrich gemacht. Sie sind von einem potenziell Infizierten zum nächsten gegangen.

Diese Tests zu Hause sind heute eine Ausnahme. „Wir bitten alle, wenn möglich in die Teststation zu kommen, um Ressourcen zu sparen“, erzählt Jürgen Rave. Nur wenn eine Person nicht mobil ist und keine Angehörigen oder einen Pflegedienst hat, die das Teströhrchen abholen können, fährt ein Ehrenamtlicher raus.

Massentests an Schulen und Kindergärten

Was aber heute sehr häufig vorkommt, sind Massentests. Vor allem an Schulen und Kindergärten waren die DRK-Leute in den vergangenen Wochen oft im Einsatz. Bis zu 600 Abstriche sind da manchmal nötig. „Dann bekommen wir Unterstützung von den lokalen DRK-Mitgliedern vor Ort“, sagt Jürgen Rave.

Ansonsten aber sind die Stadtlohner Ehrenamtlichen für die Corona-Tests im Kreis zuständig. Und auch wenn die sich sicher mal über eine Pause freuen würden: „Wir werden weiterhin diese Aufgabe übernehmen und bereiten uns gerade auf den Winter vor“, sagt Jürgen Rave, der in den kommenden Monaten noch mit vielen Corona-Tests rechnet.

Lesen Sie jetzt