Coronatests in Stadtlohn: Minister Spahn staunt über freiwilligen Einsatz

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Coronatests im Kreis hängen am Einsatz von Stadtlohner DRK-Helfern. Jens Spahn hat sich am Freitag ein Bild von der Arbeit der Covid-19-Teststation gemacht – und über das Ehrenamt gestaunt.

Stadtlohn

, 14.08.2020, 17:45 Uhr / Lesedauer: 3 min

Damit hätte Sonja Hötzel nicht gerechnet. Als die Grundschullehrerin am Freitag Punkt 14 Uhr an der Covid-19-Teststation des Deutschen Roten Kreuzes an der Gutenbergstraße in Stadtlohn zum Coronatest erscheint, empfängt sie der Bundesgesundheitsminister persönlich. Ein Zufall und eine Gelegenheit für ein spontanes Handyfoto mit dem prominenten Gast aus Berlin: Jens Spahn ist, wie er selbst sagt, „nach langer Zeit mal wieder auf Heimattour“.

Erster Besuch in einer Teststation

Die Pandemie hat ihn im letzten halben Jahr in komplett in Atem gehalten. Und auch bei seinem Besuch in Stadtlohn dreht sich alles um das Virus. „Es ist tatsächlich das erste Mal, dass ich eine Teststation besuche“, sagt Jens Spahn. Der Stadtlohner Jürgen Rave findet das gut. Es sei ja wichtig, dass der Minister wisse, wie eine Teststation konkret arbeitet, um auch politische Entscheidungen darauf abzustimmen, sagt der Leiter des Katastrophenschutzes und Krisenmanagements beim DRK-Kreisverband Borken.

Jürgen Rave erläutert Minister Jens Spahn die Arbeit der Covid-19-Teststation im DRK-Heim in Stadtlohn.

Jürgen Rave erläutert Minister Jens Spahn die Arbeit der Covid-19-Teststation im DRK-Heim in Stadtlohn. © Stefan Grothues

Eine Corona-Testpanne wie in Bayern hat es im Kreis Borken nie gegeben. Jürgen Rave sagt: „Über positive Testergebnisse informieren wir über das Gesundheitsamt die Betroffenen in weniger als 24 Stunden. Die Kommunikation mit dem Gesundheitsamt läuft hervorragend“. Landrat Dr. Kai Zwicker sagte mit Blick auf Bayern: „Die Leistungen können nur so gut sein, wie sich staatliche Stellen und ehrenamtlicher Einsatz gegenseitig unterstützen.“

Bürgermeister Helmut Könning, zugleich Vorsitzender des DRK in Stadtlohn, sagte: „Das DRK in Stadtlohn ist mit seiner neuen Unterkunft hervorragend für seine Aufgaben ausgestattet. Das hat die Krise jetzt gezeigt. Wir hatten aber wegen Corona nicht mal Gelegenheit, das neue Gebäude offiziell einzuweihen.“ Sichtlich überrascht zeigte sich der Minister, dass die Arbeit in der Covid-19-Teststation hier ausschließlich von ehrenamtlichen DRK-Helfern geleistet wird.

50 bis 80 Tests in der Woche

Die Zahl der Testungen ist in den vergangenen Wochen deutlich angestiegen, bundesweit von 400.000 auf 670.000 Tests die Woche, so Spahn. Diesen Trend spüren auch die DRK-Helfer in Stadtlohn. Jürgen Rave: „Zwischenzeitlich war es mal ruhiger, jetzt kommen täglich wieder 50 bis 80 Menschen zum Test.“ Darüber hinaus testet das DRK-Team aus Stadtlohn bei Infektionsfällen auf Veranlassung des Gesundheitsamtes kreisweit auch direkt vor Ort in Altenheimen, Schlachthöfen, Schulen oder Kindergärten. „Das kommt ein bis zwei Mal in der Woche vor“, so Jürgen Rave.

Der Gesundheitsminister im Gespräch mit den DRK-Helfern (von links): Jens Spahn, Juliane Rehkamp, der DRK-Kreisvorsitzende Aloys Eiting, Nils Trappmann und Jürgen Rave.

Der Gesundheitsminister im Gespräch mit den DRK-Helfern (von links): Jens Spahn, Juliane Rehkamp, der DRK-Kreisvorsitzende Aloys Eiting, Nils Trappmann und Jürgen Rave. © Stefan Grothues

„Wie lange halten Sie und Ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter das noch durch?“, wollte der Minister wissen. Jürgen Rave antwortet, ohne zu zögern: „Wir halten das so lange aus, wie Covid-19 das notwendig macht.“ Jens Spahn freute sich: „Genau das wollte ich hören.“ Am Equipment wird es nicht scheitern. Nach Engpässen hat sich das DRK mit viel Beschaffungsgeschick einen Vorrat von 40.000 Testsets angelegt, die gut gesichert aufbewahrt werden.

Grundschullehrerin will Sicherheit für Schüler schaffen

Wer sind die Menschen, die zur Covid-19-Teststation nach Stadtlohn kommen? Ein Besuch ist nur mit einem Schreiben des Kreisgesundheitsamtes möglich. Sonja Hötzel hat am Freitag so ein Schreiben dabei. „Ich habe mich freiwillig für den Test angemeldet, weil ich als Grundschullehrerin Verantwortung trage und größtmögliche Sicherheit für die Kinder schaffen will“, sagt sie.

„Der vorbeugende Schutz vor Verbreitung in Altenheim, Schulen oder anderen Einrichtungen ist der häufigste Anlass für Testungen“, sagt Jürgen Rave. Darüber hinaus ließen sich jetzt auch etliche Rückkehrer aus Risikogebieten testen. Einige wenige Tests seien auch aufgrund von Warnungen der Corona-Warn-App erfolgt.

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Nach einer guten halben Stunde ist der Ministerbesuch beendet. Zum Abschluss gibt Jürgen Rave dem Minister noch einen Wunsch mit auf den Weg nach Berlin: „Der Katastrophenschutz muss mit Blick auf Pandemien besser aufgestellt werden. Das gilt zum Beispiel für Fahrzeuge und Materialien.“ Jens Spahn nickt und sagt: „Eine Neufassung des DRK-Gesetzes steht an. Dabei geht es auch um eine andere rechtliche Stellung fürs DRK.“ Jens Spahn sieht sich in die Pflicht genommen. Denn, so sagt er: „Auf das DRK kann man sich verlassen.“

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