Stadtlohn möchte mit einer Ladestation für E-Bikes (Symbolbild) für Fahrradausflügler interessanter werden. Noch ist strittig, wo die Station mit welchem Aufwand installiert werden soll. © picture alliance / dpa
Markt oder Mühle?

Debatte um Standort für E-Bike-Ladestation in Stadtlohn ist neu entbrannt

Eigentlich war die Errichtung von Ladestationen für E-Bikes auf dem Stadtlohner Markt schon beschlossene Sache. Doch das wäre viel teurer als gedacht. Jetzt ist die Standortdebatte neu eröffnet.

Im Münsterland sind mehr E-Bikes als E-Autos unterwegs. Die Stadt Stadtlohn will die Infrastruktur die Elektrofahrräder verbessern. Im Februar hat der Rat beschlossen, auf dem Markt eine Ladestation für E-Bikes aufzustellen. Den Antrag hatte die FDP gestellt. Die Kosten für einen Akkuladeschrank wurden damals auf rund 4000 Euro beziffert.

UWG: Kosten und Nutzen laufen auseinander

Jetzt hat die Verwaltung die Kosten konkreter kalkuliert und kommt auf ein Vielfaches. Die Kosten einen Ladeschrank mit acht Fächern bezifferte die Verwaltung nach Preisanfrage auf 6000 Euro. Hinzu kommen Kosten für das Fundament sowie den Umbau der Fläche und den Stromanschluss in Höhe von circa 9000 Euro. Das macht in der Summe rund 15.000 Euro, fast vier Mal soviel wie im Februar angenommen.

„Kosten und Nutzen laufen auseinander“, konstatierte Tim Winking von der UWG und erklärte: „Wir sind gegen die Umsetzung.“ Heinrich Ellers (CDU) zog eine andere Schlussfolgerung: „Wir sollten über die Frage nachdenken, ob der Standort der richtige ist.“ Er wies darauf hin, dass hinter dem Rathaus auf dem Parkplatz am DM-Markt im Bereich der Rathauszufahrt ohnehin noch Pflasterarbeiten notwendig seien. Dor könnte die Ladestation seiner Ansicht nach mit einem viel geringeren Kostenaufwand verwirklicht werden. Ellers: „Der DM-Parkplatz ist ja auch ein zentraler Standort.“

Mühle, Markt oder DM-Parkplatz?

Dennis Bausch (FDP) brachte mit den gleichen Argumenten einen weiteren Standort ins Gespräch: „An der Berkelmühle wäre die Fundament- und Pflasterarbeiten, es auch günstiger, weil auch dort sowieso umfangreich gebaut wird.“ Otger Harks (CDU) widersprach: „Der Markt ist ein Knotenpunkt im Fahrradleitsystem und daher der richtige Standort. Dort ist die Gastronomie, die einen Stopp für Radfahrer attraktiv macht.“

Phillip Bütterhoff (UWG) unterstützte Dennis Bauschs Idee: „Auch die Berkelmühle liegt zentral und ist ein attraktives Ziel. Dafür investieren wir dort ja schließlich auch viel Geld.“

Schließlich kam der Umwelt- und Bauausschuss überein, die Entscheidung noch aufzuschieben. Die Verwaltung soll zunächst alternativ prüfen, welche Kosten an den drei möglichen Standorten – Markt, Berkelmühle und DM-Parkplatz – anfallen. Dann soll in der nächsten Sitzung des Umwelt- und Bauausschusses eine Entscheidung getroffen werden. Zwei UWG-Mitglieder stimmten dagegen. Aus Kostengründen wollen sie auf die Aufladestation ganz verzichten.

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Redaktion Ahaus
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Stefan Grothues

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