Die Eismacher fiebern im Viertelfinale mit Italien

Schoko gegen Pfefferminze

Viertelfinale: Ganz Stadtlohn fiebert am Samstagabend mit Jogis Elf. Ganz Stadtlohn? Nein. Im Wohnzimmer der Gasperinis in der Dufkampstraße wird Mama Gigliola die italienische Fahne schwenken und mit "Forza Azzurri!" ihre Mannschaft anfeuern.

STADTLOHN

, 01.07.2016, 17:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gigliola Gasperini und ihr Sohn Michele zeigen das Eis zum Spiel: Schoko, Erdbeer und Vanille für Schwarz-Rot-Gold und Pfefferminze, Banane und Erdbeer für die italienischen Farben.(2) Grothues

Gigliola Gasperini und ihr Sohn Michele zeigen das Eis zum Spiel: Schoko, Erdbeer und Vanille für Schwarz-Rot-Gold und Pfefferminze, Banane und Erdbeer für die italienischen Farben.(2) Grothues

Gigliola Gasperini hat die Fußballleidenschaft schon mit der Muttermilch aufgesogen: "Auch meine Mama war fußballverrückt", sagt sie. Allerdings: Gigliolas Herz schlägt für Juventus Turin, das ihrer Mutter für den AC Mailand. "Da hat es oft Streit gegeben", lacht Gigliola Gasperini und ihre Augen blitzen. "Aber mehr im Spaß. Es ist ja nur Sport, ein Spiel."

Seit 18 Jahren in Stadtlohn

Seit 18 Jahren lebt die temperamentvolle Italienerin mit ihrer Familie in Stadtlohn. Damals übernahm ihr Sohn Michele die Eisdiele San Vito in der Dufkampstraße, in der er zuvor schon drei Jahre lang gearbeitet hatte. "Eine italienische Mama kann doch ihren Sohn nicht alleine lassen", sagt Gigliola Gasperini augenzwinkernd.

Im Tal der Eismacher zuhause

Dass Sohn Michele ein "Eismann" wurde, ist kein Zufall. Schon sein Vater Guiseppe war Eismacher. Und der stammte aus dem Dorf Zoldo Alto, das im berühmten "Tal der Eismacher" liegt. Von hier aus wanderten Eismacher in alle Welt aus. Zoldo Alto liegt übrigens nur eine Autostunde von Stadtlohns Partnerstadt San Vito entfernt. Guiseppe Gasperini führte Eisdielen in Ferrara und Friedrichshafen am Bodensee, nachdem er als junger Mann Kellner der Kardinäle im Vatikan war.

Schoko, Erdbeer und Vanille

Sohn Michele hat in Vorfreude auf das Viertelfinale die Eissorten arrangiert: Schoko, Erdbeer und Vanille für Schwarz-Rot-Gold und Pfefferminze, Banane und Erdbeer für die italienischen Farben stehen einträchtig nebeneinander. Doch nun zur Frage aller Fragen: Wie geht das Viertelfinalspiel zwischen Deutschland und Italien aus? Gigliola Gasperini antwortet ausweichend diplomatisch: "Möge der Bessere gewinnen." Aber natürlich zittert sie mit der Squadra Azurra und scherzt: "Ich habe eine italienische Fahne - und eine schwarze Fahne, falls wir verlieren."

Sollte der schlimmste Fall für sie eintreten, dann drückt sie den Deutschen die Daumen. Wer kommt denn sonst noch ins Endspiel. Gigliola Gasperini überlegt: "Frankreich, Belgien … nein, Island, das wäre doch was!"Man hätte es ahnen können. Island heißt ja nichts anderes als Eisland. Und das ist Italien in gewisser Weise ja auch.

Übrigens: Die italienischen Farben - Pfefferminze, Banane und Erdbeer - haben dem Autor hervorragend geschmeckt. Schwarz-Rot-Gold kann er hoffentlich Samstag Abend genießen.

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