Die stillen Helden an der Strecke

Rund ums Radrennen

Das Nachtuhlenrennen in Stadtlohn ist ein Ereignis, das nicht nur Radsportbegeisterte in seinen Bann zieht. An einem Freitag im Jahr liegt das Rennfieber in der Luft der Töpferstadt. 60 freiwillige Helfer sorgen dafür, dass alles auf und neben der Strecke passt. Wir haben die Helfer vom Streckenposten über den Rennarzt bis zum DRK-Aktiven begleitet.

STADTLOHN

, 02.07.2017, 12:37 Uhr / Lesedauer: 4 min

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An der Strecke des Nachtuhlenrennens

Das Nachtuhlenrennen ist ein Radsportereignis, bei dem nach monatelanger Vorbereitung an dem einen traditionellen Abend im Juni alles klappen muss. 60 freiwillige Helfer sorgen dafür. Wir haben die "Helden des Alltags" an dem Abend begleitet.
02.07.2017
/
Jetzt ist kein Durchkommen mehr.© X E n l
Die Streckenposten haben alles im Griff.© X
Rund ums Nachtuhlenrennen© Michael Schley
Letze Abstimmung: Heiner Wilmer und Heiner Daniels© L C7CF n
Rund ums Nachtuhlenrennen© Michael Schley
Rund ums Nachtuhlenrennen© Michael Schley
Rund ums Nachtuhlenrennen© Michael Schley
Rund ums Nachtuhlenrennen© Michael Schley
Rund ums Nachtuhlenrennen© Michael Schley
Rund ums Nachtuhlenrennen© Michael Schley
Rund ums Nachtuhlenrennen© Michael Schley
Rund ums Nachtuhlenrennen© Michael Schley
Rund ums Nachtuhlenrennen© Michael Schley
© Michael Schley
Streckenposten im Einsatz
Nach dem Rennen kommt das Fegen.
Rund ums Nachtuhlenrennen© Michael Schley
Schlagworte Stadtlohn

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An der Strecke des Nachtuhlenrennens

Das Nachtuhlenrennen ist ein Radsportereignis, bei dem nach monatelanger Vorbereitung an dem einen traditionellen Abend im Juni alles klappen muss. 60 freiwillige Helfer sorgen dafür. Wir haben die "Helden des Alltags" an dem Abend begleitet.
02.07.2017
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Jetzt ist kein Durchkommen mehr.© X E n l
Die Streckenposten haben alles im Griff.© X
Rund ums Nachtuhlenrennen© Michael Schley
Letze Abstimmung: Heiner Wilmer und Heiner Daniels© L C7CF n
Rund ums Nachtuhlenrennen© Michael Schley
Rund ums Nachtuhlenrennen© Michael Schley
Rund ums Nachtuhlenrennen© Michael Schley
Rund ums Nachtuhlenrennen© Michael Schley
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Rund ums Nachtuhlenrennen© Michael Schley
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Streckenposten im Einsatz
Nach dem Rennen kommt das Fegen.
Rund ums Nachtuhlenrennen© Michael Schley
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Später sollte Streckensprecher Manfred Lütjann beim Hobbyrennen von den „Helden des Alltags“ sprechen, viele von diesen sind bereits am Nachmittag im Einsatz. Oft offensichtlich, vielfach aber auch ganz unbemerkt. Nicht nur vom Gastgeber RSC, sondern seit Jahrzehnten auch von befreundeten Vereinen und Institutionen, vom Bauhof und vom DRK, von der Polizei- bis zur Kreisbehörde. Und ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

  • 15.45 Uhr: Die Hälfte der Runde, die Strecke mit Absperrgittern einzurüsten, ist geschafft. Es kommt der heikelste Teil, die Burgstraße. Im laufenden Feierabendverkehr. Nicht einfacher macht dies, als die Feuerwehr über diese Gerade zum Einsatz ausrückt und sich Busse entgegenkommen. Mittendrin auch der Vorsitzende Heiner Daniels und der sportliche Leiter Dieter Niehues. Selbstverständlich. „Ne gute Stunde werden wir brauchen“, unkt Niehues. Das sieht gut aus, es geht Hand in Hand, eingespielt.
  • 16.05 Uhr: Am Kreisverkehr wird die Burgstraße verlassen. Holger Lepping verkneift ein wenig das Gesicht: „Könnte eng werden mit den Gittern.“ Es wird kurzerhand beraten, improvisiert. Und gespart – immer mit dem Wissen, die Sicherheit von Aktiven und Zuschauern zu gewährleisten. Vor den Häusern viele interessierte Bürger: Es tut sich was.
  • 16.12 Uhr: Endspurt auf der Dufkampstraße. Rennleiterwagen und Start/Ziel-Bereich sind bereits hergerichtet, die Strecke ist eingerüstet. Bierwagen und Kassenhäuschen stehen, Siegerpodest und Blumenschmuck sind da. Zeit für eine Cola und erste Manöverkritik. Niehues sollte übrigens nicht Recht behalten. Es ging schneller. Die nächste Phase kann beginnen.
  • 16.30 Uhr: Noch eineinhalb Stunden bis zum Ziel. Ein Trio rückt mit Besen aus, vor der Baustelle am Otgerus-Haus ist die Strecke noch arg verdreckt, zu gefährlich. Die Beleuchtung rund um die Strecke wird getestet, ebenso die Beschallung. Im Grunde könnte es losgehen. Erste Helfer gehen kurz nach Hause, um sich frisch zu machen. Es wartet schließlich noch die Hauptschicht.
  • 16.45 Uhr: Die ersten Fahrer trudeln ein, Regentropfen fallen. Es wird nun lebhafter vor allem im Foyer der Stadthalle. Gegen Startgebühr werden die ersten Nummern an die Fahrer ausgegeben, die Startlisten werden ausgehangen, die Helfer den Einsatzorten zugeteilt. Geschäftsführer Heiner Wilmer trägt eine große Kiste in den Wagen der Rennleitung. „Für Wettfahrausschuss und Rennkommissäre“, lässt sich nun erahnen, was auch im offiziellen Teil für eine solche Großveranstaltung geplant werden muss. Im Vorfeld, aber auch an diesem Freitag.
  • 16.50 Uhr: Die beiden Streckensprecher Peter Mohr und Manfred Lütjann werden eingewiesen. Das Puzzle bis zum Start um 18 Uhr wird Teil für Teil ergänzt.
  • 16.55 Uhr: „Wir machen die Strecke jetzt dicht.“ Wilm Lepping gibt das Kommando zur endgültigen Streckensperrung. Ab 17 Uhr liegt die behördliche Genehmigung vor. Einige Unverbesserliche versuchen trotzdem, sich noch den Weg über die Dufkampstraße zu bahnen.
  • 17.20 Uhr: Das DRK bezieht unterdessen sein Lager am ehemaligen Berkelstadion. Der Verkehr hat sich mittlerweile im Umfeld beruhigt. Keine Probleme. Die ersten Radsportbegeisterten machen sich auf den Weg zu Start und Ziel.
  • 17.35 Uhr: Geschäftsführer Heiner Wilmer und Vorsitzender Heiner Daniels stecken die Köpfe zusammen. Letzte Abstimmung. Der Regen wird kräftiger. „Das darf doch nicht wahr sein“, so Wilmer. Doch: Kummer ist man spätestens seit dem verregneten 2016 gewohnt. „Das hört gleich auf“, zitiert Manfred Lütjann seine Wetterapp.
  • 17.50 Uhr: Die Wettkampfleitung bezieht den Richterwagen, das Kribbeln steigt nun im sportlichen Bereich. Viele unermüdliche Helfer sind zurück an der Strecke und beziehen nun andere Posten. Es regnet immer noch kräftig.
  • 18.01 Uhr: Peter Mohr übernimmt. Das erste Rennen wird freigegeben. Der erste Druck fällt bei vielen ab. Eine neue Phase beginnt. Und gegen 18.45 Uhr hört es auch auf zu regnen – eine verdiente Belohnung.
  • 20.15 Uhr: Das erste Kriterium des Abends ist im vollen Gang. Zeit für einen Rundgang. Auf der Brakstraße steht Dieter Winking, Hobbyradfahrer, vornehmlich Tischtennisspieler beim SuS. Seit Jahren Streckenposten an gleichem Ort. An einer Stelle fernab des Herzens an der Stadthalle, die kaum ein Zuschauer besucht. „Wiliii…“ Bok, Möllers, Niehues, Stroetmann: Spontan erinnert man sich an Zeiten, als man selbst mit dem Programmheft in der Hand mitfieberte. Mit Niehues ging es übrigens jüngst noch auf Tour – „bis zu Puls 198, bei Dieter Ruhepuls“. Und heute: „Alles im grünen Bereich.“
  • 20.30 Uhr: Auch am Lager des DRK herrscht gespannte Ruhe. „Bisher nur kleinere Stürze“, berichtet Jürgen Rave. Trotz der Nässe, die bekannten „Asphaltflechten“ wohl. Rennarzt Dr. Ludwig Kuckuck blickt ein wenig besorgt zum Himmel: „Wollen wir’s Beste hoffen.“ Er spürt förmlich den Atem des vorbeifliegenden Feldes. Es riecht nach Grill. Die SuS-Handballabteilung hat zum Juxturnier mit Live-Radsport geladen. Öffentliches Grillen ist auch in der Nachbarschaft angesagt. Übrigens: 28 Mann hat das DRK im Einsatz, eine stolze Mannschaft.
  • 20.40 Uhr: In Höhe des Otgerus-Hauses trifft man mit Zoe Niehaus und Franca Jung womöglich die jüngsten Streckenposten des Tages. Die Triathleten des SuS sichern mit die so wichtige Nachwuchsarbeit auch bei den „stillen Helden“. Natürlich unter Aufsicht und nur bis 21 Uhr. „Das war spannend“, blickt Niehaus dem nahenden Schichtende entgegen. Damit es nicht wie in so vielen Vereinen die immer gleichen Gesichter bleiben, die mit anpacken.
  • 20.45 Uhr: 1,2 Kilometer sind bewältigt. Im Zielbereich herrscht nun Rennatmosphäre. Dieter Niehues hat sich in ein Zelt hinter der Rennleitung zurückgezogen: „Ich muss die Prämien bewachen“, scherzt er. Die Anspannung ist spätestens mit einsetzender Trockenheit gewichen. Es läuft – oder besser: Es rollt.
  • 22.05 Uhr: Das Hauptrennen kann fast pünktlich starten. Das Flutlicht sorgt nun für das ganz besondere Ambiente. „Das ist mal ein schöner Pokal“, hält der Zweite der C-Klasse, Paul Voigt, seine Nachtuhle stolz in den Händen. Nicht das letzte Lob der Fahrer.
  • 23.30 Uhr: Die Fahrzeuge des Bauhofs und der niederländische Transporter rücken heran. Die letzte Schicht kündigt sich an.
  • 0.05: Kaum ist die Siegehrung beendet, wird das Abräumkommando aktiv. Die Strecke wird abgerüstet. In Windeseile, eingespielt. Der Bauhof schaltet die Beleuchtung ab, die Strecke wird nach und nach wieder freigegeben.
  • 1.30 Uhr: Hat hier heute ein Radrennen stattgefunden? Das Team hat ganze Arbeit geleistet. Der niederländische Transporter zieht über die Burgstraße von dannen. Zwölf Stunden Großeinsatz nähern sich dem Ende. Zeit für das Feierabendbierchen. Noch nicht ganz für alle…
  • 2.58 Uhr: Dieter Niehues verschickt die Ergebnislisten an die Presse. Die Sache ist rund.

Sonntagmorgen, 7.45 Uhr: Ein ganzer Bus voll macht sich auf den Weg nach Düsseldorf. Das Helferfest am Samstag wurde abgesagt. Aus gutem Grund: Die Tour de France verlässt Düsseldorf. Das persönliche Highlight für die vielen stillen Helden, die Stadtlohn Jahr für Jahr dieses Alleinstellungsmerkmal bescheren. Absolut verdient. Arbeiten sollen jetzt mal andere…

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