Dr. Alessandro Cuneo neuer Chef des Herz-Teams

Krankenhaus Maria-Hilf

Ein neuer Chefarzt und neue Perspektiven für Herzpatienten im Stadtlohner Krankenhaus Maria-Hilf: Der Hamburger Herzspezialist Dr. Alessandro Cuneo hat in der vergangenen Woche seinen Dienst an der Spitze der Abteilung für Kardiologie aufgenommen. Eine wichtige Neuerung: Herzinfarktpatienten können bald rund um die Uhr eine Therapie erhalten.

STADTLOHN

, 13.04.2016, 19:22 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dr. Alessandro Cuneo neuer Chef des Herz-Teams

Herzenssache: Dr. Alessandro Cuneo, der neue Chefarzt der Kardiologie im Krankenhaus Maria-Hilf in Stadtlohn, mit einem Modell des menschlichen Herzens.

Am Mittwoch hat Geschäftsführer Michael Saffé im Rahmen einer Pressekonferenz den Kardiologen vorgestellt. Der 47-jährige Mediziner aus Hamburg ist mit seiner Familie bereits nach Stadtlohn gezogen. "So kann ich meine ganze Energie in die neue Aufgabe stecken", sagt Alessandro Cuneo.

Und er hat einiges vor: So soll in Kürze die Herzinfarkt-Therapie in Stadtlohn 24 Stunden täglich in Bereitschaft sein. Herzinfarktpatienten aus Stadtlohn und den Nachbargemeinden können dann auch nachts schneller Hilfe finden und müssen nicht nach Coesfeld oder Bocholt gebracht werden. "Time is muscle", sagt Cuneo. Zeit ist Muskel: Je schneller geholfen wird, desto besser können schwere Schäden am Herzmuskel verhindert werden. Und das kann im Ernstfall lebensrettend sein.

Von Hamburg aufs Land

Dr. Cuneo, der nach eigenen Angaben eine "hochspezialisierte Ausbildung" unter anderem bei dem vielfach ausgezeichneten Prof. Karl-Heinz Kuck, dem Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie genossen hat, plant auch weitere diagnostische und therapeutische Neuerungen wie die Implantation von Defibrillatoren (ICD), neue elektrische Stimulationsformen bei spezifischen Herzschwächen (CRT und CCM)

Für Krankenhäuser auf dem Land ist es nicht immer einfach, Fachärzte zu gewinnen. Wie ist es dem Krankenhaus Maria-Hilf gelungen, den Spezialisten von Hamburg nach Stadtlohn zu locken?

Viele Möglichkeiten

"In Stadtlohn kann ich die Medizin, die ich machen möchte, umsetzen", sagt Cuneo und verweist auf die sehr gute technische Ausstattung des Krankenhauses: auf die Möglichkeiten zur Flussdrahtmessung zum Beispiel und auf die Ultraschall- und MRT-Diagnostik in 3D und Farbe. Cuneo: "Das alles ist keineswegs selbstverständlich." Die Entscheidung fürs Münsterland hat aber auch noch einen familiären Hintergrund.

"Meine Frau stammt aus Lüdinghausen. So konnten wir uns schnell mit dem Gedanken anfreunden." Die Stadtlohner habe er bei seinen ersten Besuchen in der Stadt als überaus aufgeschlossen und kontaktfreudig erlebt. Keine Spur von hanseatischer Zurückhaltung. Das habe ihm gefallen.

Einfacher Umzug

Und die Überlegung kam gerade zur rechten Zeit. "Unsere Söhne sind jetzt acht und drei Jahre alt, da ist ein Umzug noch einfach." Cuneos Frau kümmert sich zurzeit um die Familie. Aber vielleicht werden die Stadtlohner sie bald auch als Chirurgin kennenlernen.

Übrigens: Als begeisterter Hobby-Radsportler stellte Alessandro Cuneo fest, dass Stadtlohn in der Hansestadt ein Begriff ist: "Mein Fahrradhändler sagte mir, dass in Stadtlohn das bedeutendste Amateurradrennen Deutschlands ausgetragen wird."

Hanseat mit italienischen Wurzeln

Sein Medizinstudium hat der gebürtige Hamburger Dr. Alessandro Cuneo in Göttingen und Hamburg absolviert. Berufliche Stationen: von 2008 bis 2010 Oberarzt Herzkatheterlabor in Detmold, 2010 bis 2012 Oberarzt im Herzkatheterlabor St. Georg in Hamburg unter Prof. Dr. Kuck, dem Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, und von 2012 bis 2016 Leitender Oberarzt des Herzkatheterlabors Rissen in Hamburg.

Vor über hundert Jahren wanderten die Vorfahren Cuneos aus Italien nach Deutschland ein. Urgroßvater Francesco Cuneo eröffnete 1905 das erste italienische Restaurant in Hamburg, das die Familie heute noch betreibt.

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