Ehrenamtler im Senioren- und Pflegezentrum freuen sich über Ehrenamtspreis

rnEhrenamtspreis 2019

Bürgermeister Helmut Könning hat den Ehrenamtspreis 2019 an das Betreuerteam des St. Josef Senioren- und Pflegezentrums übergeben. Es war seine letzte offizielle Amtshandlung.

Stadtlohn

, 28.10.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der scheidende Bürgermeister hatte sichtlich Freude an seiner letzten offiziellen Amtshandlung: Im Sitzungssaal der Stadtverwaltung übergab Helmut Könning am Dienstag den von der Stadt verliehenen und von der Sparkasse Westmünsterland gesponserten Sonderpreis für ehrenamtliches Engagement 2019 an das Team der Ehrenamtlichen des St. Josef Senioren- und Pflegezentrums Stadtlohn (SPZ).

Ursprünglich hätte der Preis schon im Frühjahr übergeben werden sollen. Und natürlich sollten alle Ehrenamtler an der Ehrung teilnehmen. Doch die Corona-Pandemie hatte alle Planungen über den Haufen geworfen. Eindrucksvolle 80 Mitglieder zählt das Betreuerteam – zu viele, um mit den geltenden Abstandsregeln eine Zeremonie abhalten zu können.

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Dabei überschnitt sich diese Preisverleihung sogar noch um ein Haar mit dem Ehrenamtspreis für das Jahr 2020: Der war just vor einer Woche an die Kleiderkammer, die DLRG Stadtlohn, das DRK und die Coronahilfe gegangen.

Corona-Pandemie hat aktuelle Lage in der Pflege verschärft

Jetzt also der Preis für 2019: Es war es ein beinahe intimer Kreis, in dem sich Helmut Könning noch einmal als Bürgermeister Gedanken machen konnte über die aktuelle Lage. „Es ist überall bekannt, dass die Situation in der Pflege angespannt ist“, sagte er. „In der Corona-Pandemie hat sich das noch verstärkt, bis an die Grenzen der Belastung.“ Umso bedeutsamer sei der Beitrag der Ehrenamtler, gerade wenn es um den Alltag „jenseits der Pflege“ gehe. Ausflüge, Konzerte, Marktbesuche – all das sei ohne das ehrenamtliche Engagement nicht denkbar. „Irgendjemand muss die Leute ja auch hinbringen.“

Könning zitierte den verstorbenen, früheren Bundespräsidenten Johannes Rau: Wesentlich für die Motivation im Ehrenamt sei „die Erfahrung, dass man etwas bewegen kann.“ Und das sei bei weitem „nicht nur der Rollstuhl, den man schiebt.“ Mit 80 Ehrenamtlern gebe es im St. Josef Seniorenzentrum auch ein „tolles Verhältnis“. Schließlich komme auf jeden Bewohner ein Ehrenamtler.

Was im Ehrenamt geleistet wird, ist oft nicht sichtbar

Klaus Stachowski, Vorstandsvorsitzender der Sparkassenstiftung für Stadtlohn, betonte: „Das Ehrenamt verdient immer Anerkennung.“ Leider sei nicht immer sichtbar, was dort geleistet werde, darum unterstütze die Stiftung der Sparkasse gerne diese Arbeit. Ihm sei dabei durchaus bewusst, dass das in einer durch Corona geprägten Zeit besondere Herausforderungen bedeute. „Hören Sie nicht auf“, appellierte er an die Ehrenamtsvertreter: „Das motiviert auch andere.“

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Wie bedeutsam die Ehrenamtler für seine Einrichtung sind, machte Ludwig Wübbelt deutlich. „Sie bringen gute Laune rein“, erklärte der Leiter des SPZ. Er sei selbst beeindruckt, wie viele Leute sich in Stadtlohn engagierten. „Ich bin glücklich, dass ich die Ehrenamtler habe“, erklärte er. Das Leben im Haus außerhalb der reinen Pflege werde maßgeblich von ihnen mitgetragen.

Ehrenamtler sind an vielen Stellen tätig

In kleineren Teams betreuen sie etwa den hauseigenen Tante-Emma-Laden, das Café und den Strickkreis, der wiederum für wohltätige Zwecke Produkte herstellt. Ihn mache stolz, so Wübbelt, „dass unsere Ehrenamtler trotz der Vielfältigkeit in den Aktivitäten von außen als ein Team wahrgenommen werden.“ Zum Dank veranstalte das Haus zweimal im Jahr ein Fest. Dass das zurzeit nicht möglich sei, „das tut richtig weh“.

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Heinz-Hermann Hemsing sprach schließlich allen im Team aus dem Herzen, als er erzählte, wie er oft gefragt werde, ob er denn kein Geld oder sonst Materielles als Gegenleistung für sein Engagement bekomme. „Ich sage dann immer“, so der 69-Jährige: „Es kostet nichts, aber es ist sehr wertvoll, was wir bekommen: ein Dankeschön!“ Außerdem höre er von den Bewohnern oft: „Wann kümmst dann weer?“ Und das sei für ihn der beste Lohn.

Das Pflegenetz Westmünsterland bündelt die Angebote der Altenhilfe im Verbund des Klinikums Westmünsterland. An insgesamt sieben Standorten im Kreis Borken werden im Pflegenetz Westmünsterland täglich bis zu 1000 Menschen gepflegt, ambulant oder stationär betreut und versorgt. Alle Einrichtungen im Pflegenetz kooperieren eng mit den Krankenhäusern im Klinikverbund (Ahaus, Bocholt, Borken, Rhede, Stadtlohn, Vreden). Knapp 850 Menschen beschäftigt das Pflegenetz in unterschiedlichen Arbeitszeitmodellen (Stand Oktober 2020). Hinzu kommen viele Ehrenamtliche und Engagierte in Fördervereinen, die mit zum Erfolg der Arbeit beitragen. Zum Pflegenetz gehören sechs Senioren- und Pflegezentren, eine Kurzzeitpflegeeinrichtung (ab 1. Januar 2021), vier Tagespflegeeinrichtungen sowie allein zehn Häuser, in denen Servicewohnen angeboten wird. Außerdem sind dem Pflegenetz angeschlossen zwei ambulante Pflegedienste sowie die Seniorenservice Westmünsterland GmbH als Träger der Pflegedienste.
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