Ein Wal schwimmt durchs Kirchenschiff

Konfirmanden-Projekt

Am Anfang des Projekttages mit Konfirmanden stand im Gemeindezentrum der evangelischen Kirchengemeinde Oeding-Stadtlohn-Vreden in Stadtlohn die Geschichte von Jonas und dem Wal, der ihn verschluckte und lebendig wieder ausspuckte. Am Ende stand der begehbare Wal, dessen Bauch mit Bildern gefüllt wurde. Die Idee dazu hatte der Stadtlohner Künstler Uwe Esperester

STADTLOHN/OEDING/VREDEN

, 07.11.2016 / Lesedauer: 3 min

Uwe Esperester leitete auch den Projekttag, der in den Gottesdienst am Sonntag zum Jonas-Thema mündete. "In Jona 2 wird geschildert, wie Jonas im Bauch des Wals sitzt und betet. Da haben wir abgebrochen", erläuterte Pfarrer Klaus Noack den Start in den Projekttag mit der Lesung des Bibeltextes durch ihn und durch Pfarrer Uwe Weber. Was danach kam, war die kreative Auseinandersetzung der 35 Akteure mit der Situation Jonas. Teamer, die sich um die Jugendlichen kümmern, und rund 25 Jugendliche aus dem Gebiet der evangelischen Gemeinde Oeding-Stadtlohn-Vreden malten dazu ihre Gedanken.

Noack hatte sich einen Spruch aus dem Gebet von Jonas ausgesucht. "Als mir die Sinne schwanden, dachte ich an dich", hatte Noack auf den Bildträger geschrieben. "So kreativ wie heute habe ich noch nie mitgemacht", bemerkte Noack schmunzelnd. Nele Groth und Lea Dertmann malten an einem Bild zusammen. "Ich stelle mir das gerade vor, wie er in dem Bauch sitzt", beschrieb Nele ihre Idee. "Er hat wohl Angst. Deshalb wollen wir noch ein Gewitter dazu malen", ergänzte Lea.

Klanglich umgesetzt

Währenddessen saß Uwe Weber mit einer Gruppe zusammen, die den musikalischen Teil für den Gottesdienst vorbereitete. "Wir versuchen gerade, die Geschichte klanglich umzusetzen. Die Gottesdienstbesucher sollen die Geschichte mit allen Sinnen erleben, mit Augen, Ohren und dem Gefühl. Jonas erlebt etwas, was uns auch im Leben im übertragenen Sinn passieren kann", erklärte Weber.

In der Kirche hatte Uwe Esperester sein Walmodell im Maßstab 1:5 aufgebaut. Mit einer Länge von zwölf Metern und einer Höhe von 1,50 Metern erstand es im Laufe des Tages im Kirchenschiff. Dazu musste die Anordnung der Bänke verändert werden, um Platz zu schaffen. "Im Wal hängen wir die Bilder auf. Man kann dann in den Wal hineingehen, um nachzuempfinden, wie es Jonas wohl ergangen ist", erklärte Esperester.

Erlebnis im Dunkeln

Drinnen wird es dunkel und eng werden. Mit der Lampe der Handys könne man sich Licht verschaffen, um sich die Bilder anzuschauen. "Das Erlebnis ist eine urmenschliche Erfahrung. Ich hoffe, dass sich die Leute nach dem Gottesdienst auch diesen Gefühlen stellen. Das ist eine fantastische Geschichte auch für unsere Zeit", freute sich Uwe Esperester auf die Fertigstellung, doch vorher hieß es noch, schwarze Planen auszurollen, abzumessen und zu schneiden oder die passenden Stangen dazu zu schneiden und als Gerüst ineinander zu stecken. Viel Arbeit…

Lesen Sie jetzt

Ruhr Nachrichten Bevölkerungsprognose IT NRW

Stadtlohns Einwohnerzahl wächst laut Prognose – die Bevölkerung altert bis 2040 aber stark