Eltern und Schüler protestieren im Schulausschuss

Für Erhalt der Johannesschule

„Unsere Schule lebt! Lasst sie leben!“ Mit bunten Stiften haben die vier Mädchen diesen Spruch auf ein Plakat geschrieben. Am Mittwochabend drängten sie sich mit fast hundert anderen Schülern, Eltern und Lehrer in den viel zu kleinen Ratssaal. Die Johannesschule kämpft gegen ihre drohende Auflösung.

11.02.2015, 21:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eltern und Schüler protestieren im Schulausschuss

»Wir wollen, dass unsere Johannesschule bleibt!« Schüler und Eltern am Mittwochabend beim Protest im Ratssaal der Stadt Stadtlohn.

Am Mittwoch war die Zukunft der Förderschule Thema im Schul- und Bildungsausschuss der Stadt Stadtlohn. Und angesichts der übervollen Zuschauerränge und emotionalen Anspannung betonte der Erste Beigeordnete Karlheinz Pettirsch gleich vorweg: Verwaltung und Politik in Stadtlohn wollen die Johannesschule nicht schließen. Aber er ließ keinen Zweifel: Die gesetzlichen Bestimmungen laufen auf eine Schließung der Schule hinaus, weil sie zu wenig Schüler hat. Pettirsch: „Wir befürworten das Gesetz nicht, aber wir haben danach zu handeln.“ Am Mittwochabend ging es im Ausschuss auch nicht um die Frage, ob die Schule geschlossen wird oder nicht. Vielmehr hatten die Ausschussmitglieder zu entscheiden, ob sie gemeinsam mit der Johannesschule einen Weg suchen, die Schule erst zum 1. August 2017 zu schließen. Die Bezirksregierung hatte eine Schließung bereits zum 1. August 2016 empfohlen.

Einstimmiger Beschluss

Wenn die Schule schon nächstes Jahr geschlossen würde, müssten 54 Schüler sich eine neue Schule suchen. Bei einer Verlängerung der Schullaufzeit um ein Jahr wären es nur noch 38 Schüler. Pettirsch: „Das ist in jedem Einzelfall immer noch hart, aber es gibt dann deutlich weniger Betroffene.“ Im Ausschuss fand dieser Vorschlag einstimmige Unterstützung. Vertreter aller Fraktionen sprachen sich grundsätzlich für den Erhalt der Johannesschule aus. Doch ließen die Politiker auch durchblicken: Die Entscheidung gegen die Stadtlohner Schule ist wohl nicht mehr zu drehen.

"Zentrale Schule in Stadtlohn"

Damit wollen sich die Eltern aber nicht abfinden. Ihr Sprecher Michael Wenning erhielt Rederecht im Ausschuss und hielt ein flammendes Plädoyer für den Erhalt der Johannesschule. Sein Vorschlag: Alle Förderschulen im Kreis sollten aufgelöst werden, nur nicht die Stadtlohner. Sie sei nicht nur zentral gelegen, sondern auch die beste aller Förderschulen. Die Don-Bosco-Schule in Ahaus, die neben der Bocholter Förderschule tatsächlich erhalten bleiben soll, habe, so Wenning, „einen schlechten Ruf, ist schlecht erreichbar und selbst in Ahaus unbekannt“. Wenning zählte die vielen Aktivitäten und Erfolge der Johannesschule aus, um unter großem Beifall von allen Seiten mit den Worten zu schließen: „Das alles soll nun zerschlagen werden?“

Kein Königsweg

Politik und Verwaltung sehen indes keinen anderen Weg, als nun die Auflösung der Schule vorzubereiten. Berthold Dittmann (SPD) brachte es auf den Punkt: „Das ist eine mäßig schlechte Lösung, wenn die Stadtlohner Schüler künftig nach Ahaus fahren müssen. Es wäre aber eine extrem schlechte Lösung, wenn alle Förderschulen im Kreis Borken aufgelöst würden.“ Und genau dieser Schritt drohe, so Bürgermeister Helmut Könning, wenn Stadtlohn den von der Bezirksregierung vorgezeichneten Weg nicht mitgehe.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt