Ethik-Komitee hat Wohl der Patienten im Blick

15.10.2008, 18:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Stadtlohn Die Diagnose eines Patienten ist gestellt, nun muss die richtige Therapie gefunden werden. Soll ein heilender oder ein lindernder, also palliativer Behandlungsweg eingeschlagen werden? Passt die Therapie zur Prognose, und vor allem zum Willen des Patienten?

Mit dieser Situation sehen sich Ärzte, Pflegende und Therapeuten und nicht zuletzt die Angehörigen von Patienten häufig konfrontiert. In den Einrichtungen der Stiftung Maria Hilf - im Krankenhaus, im Elisabeth-Hospiz und den Seniorenpflegeheimen - wird jetzt das Instrument der ethischen Fallbesprechung nach der "Nimwegener Methode" eingeführt, um diesen Situationen noch besser gerecht werden zu können: Bei der ethischen Fallbesprechung werden alle Berufsgruppen, die am Krankengeschehen beteiligt sind, gehört. Mediziner, Krankenpfleger, Seelsorger, Sozialarbeiter und Physiotherapeuten beleuchten gemeinsam die Situation anhand eines festen Frage-Gerüsts.

Hintergrund beachten

Der soziale Hintergrund des Patienten fließt in das von einem Moderator geleitete Gespräch mit ein, und auch die Wünsche und die Spiritualität des Patienten werden berücksichtigt. "Die Methode macht die Situationen bewusster, weil sie eine feste, eine einheitliche Struktur gibt", fasst Sophie Löpping die Vorteile des Vorgehens zusammen. Denn am Ende der Fallbesprechung steht eine Empfehlung, die das multiprofessionelle Team auch an die Angehörigen aussprechen kann.

Positive Zwischenbilanz

Sophie Löpping leitet die Projektgruppe, die das Instrument stiftungsweit einführt. Die Krankenschwester mit Palliativ-Care-Ausbildung ist Mitarbeiterin im Hospiz und nahm sich im Rahmen einer Weiterbildung die "Nimwegener Methode" als Projekt vor.

Im Dezember 2007 bildete sich ein Ethik-Komitee für die Stiftung Maria Hilf mit Pfarrer Stefan Jürgens, Henrika Greving, Dr. Wolfgang Majert, Dr. Christian Deuticke, Dr. Frank Völkert, Joachim Horstick, Brigitte Messing, Marietheres Dapper, Norbert Leuker, Sophie Löpping, Manfred Roling, Michael Saffé und Dr. Scheper-Feldhoff. Im Februar dann wurde die Projektgruppe mit Dr. Christian Deuticke (Chefarzt Innere Abteilung), Dr. Frank Völkert (Oberarzt Anästhesie, Palliativmediziner), Brigitte Messing (Qualitätsbeauftragte), Norbert Leuker (Leiter Pflege Intensivabteilung) und Sophie Löpping als Projektleiterin gegründet.

In der Stationsleiterrunde ist die "Nimwegener Methode" inzwischen vorgestellt, auf der Intensivstation des Maria-Hilf-Krankenhauses bereits eingeführt worden. "Alle sind froh über diesen festen Rahmen", zieht Sophie Löpping eine positive Zwischenbilanz. ewa

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