Experiment statt Erfahrung: Stadtlohner wollen das Neue wagen

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Berthold Dittmann hat die Wahl gewonnen, Günter Wewers hat verloren. Jetzt wartet auf den Sieger die eigentliche Aufgabe. Es wäre gut für Stadtlohn, wenn aus den Kontrahenten ein Team wird.

Stadtlohn

, 13.09.2020, 22:16 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Stadtlohner haben gewählt. Und sie sie wollten offenbar das Neue wagen, statt auf Nummer sicher zu gehen. Der unabhängige Kandidat Berthold Dittmann soll als neuer Bürgermeister frischen Wind ins Rathaus bringen.

Günter Wewers hat als „alter Hase“ in der Verwaltung ein respektables Ergebnis eingefahren. Aber offenbar traute ihm die Mehrheit der Stadltohner weniger den Schritt in die Zukunft zu als dem 50-jährigen „Newcomer“.

Finger in die Wunde gelegt

Mit der Forderung nach mehr Transparenz, Bürgernähe und Bürgerbeteiligung hat Berthold Dittmann offenbar den Finger auf einen wunden Punkt gelegt. Etliche Projekte wie Berkelmühle, Bahnallee, Berkelstadion oder Gewerbeflächen haben bei so manchem Stadtlohner Fragen aufkommen lassen: Warum dauert das so lange? Warum werden wir nicht gefragt?

Die Wahl aber war spannend, ihr Ausgang bis zuletzt ungewiss. Spannend und ungewiss werden jetzt auch die kommenden Jahre in der Politik werden. Kann der Neue die Wunden heilen? Die CDU-Bürgermeister konnten in der Vergangenheit auf einen starken Rückhalt im Rat bauen. Berthold Dittmann wurde im Wahlkampf von einer breiten und bunten Koalition getragen. UWG, SPD, FDP und Grüne verband in der Vergangenheit inhaltlich aber oft nur wenig. Eine wacklige Ratsbasis für einen Bürgermeister.

Berthold Dittmann konnte die Wähler davon überzeugen, ein vermittelnder Bürgermeister zu werden. Diese Eigenschaft ist jetzt gefragt. Der Bürgermeister wird im Rat seine Mehrheiten von Entscheidung zu Entscheidung suchen müssen.

Und er wird diese Gabe auch als Neuling im Rathaus einsetzen müssen. Er wäre gut beraten, mit Günter Wewers als Ersten Beigeordneten und als zweiten Mann im Rathaus einen gemeinsamen Weg zu finden. Das wäre auch den Stadtlohnern zu wünschen: dass sich frischer Wind, Moderationskraft, Erfahrung und Fachkunde im Rathaus ergänzen. Der faire Wahlkampf hat gezeigt, dass dieser Weg offen steht.

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