"Faszination Feuer" brachte 23-Jährigen zum Zündeln

31.07.2007, 17:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Stadtlohn Loderndes Feuer faszinierte einen 23-Jährigen aus Stadtlohn derartig, dass er insgesamt zehn Mal selbst Brände legte. Der aktive Feuerwehrmann war nach der Alarmauslösung als einer der ersten am Brandort und half beim Löschen. Vor dem Schöffengericht in Ahaus musste er gestern wegen dieser Taten Rechenschaft ablegen. Das Gericht kam noch zu keinem Urteil, und die Verhandlung wurde auf einen späteren Termin vertagt. Nach eingehender Beratung kamen der Vorsitzende Richter und die beiden Schöffen zu dem Ergebnis, einen Brandsachverständigen hinzuzuziehen. Er soll in seinem Gutachten feststellen, ob bei zwei von dem Angeklagten gelegten Bränden von Sperrmüll Menschen hätten gefährdet werden können, wenn das Feuer größere Ausmaße angenommen hätte.

Strohballen

In der Zeit vom 15. Oktober 2005 bis 1. Juni 2006 hatte der 23-Jährige in Stadtlohn und Umgebung zehn Mal "gezündelt", wobei es in einigen Fällen bei einem Versuch geblieben und erheblicher Sachschaden verursacht worden war. Auf Feldern gelagerte Stroh- und Silageballen, ein Holzlager auf einem Firmengelände sowie ein Möbellager, an dem am Gebäude ein Schaden durch Rauchentwicklung entstand, waren das Ziel seiner meist nächtlichen Brandanschläge. Ebenso machte er in einem Fall vor auf einem Firmenparkplatz abgestellten Müllsäcken mit Verpackungsmaterial nicht halt. Zwei Mal versuchte er vor Häusern gelagertes Sperrgut anzuzünden, das allerdings nicht in Brand geriet. Bei diesen Taten lag möglicherweise eine Gefährdung der Bewohner vor. Mit selbst gebastelten Brandsätzen aus Streichhölzern und brennender Zigarette oder so genannten Molotowcocktails - Flaschen mit benzingetränkten Lappen - versuchte er die Feuer anzufachen.

Der 23-Jährige, der sich wegen dieser Vorfälle in Behandlung begeben hat, wollte durch seine Taten keine Menschen oder Tiere in Gefahr bringen, wie er vor dem Richter erklärte, und die Schäden wieder gut machen. ek

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