Faustschlag vor Gericht geahndet

Körperverletzung

Ein 18-jähriger Stadtlohner stand am Donnerstagmorgen vor dem Ahauser Amtsgericht, weil er nach Zeugenaussagen einem Vredener mehrfach mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben soll. Er war einsichtig, doch das schützte ihn vor Strafe nicht.

STADTLOHN

von Von Johannes Schmittmann

, 08.12.2016, 18:28 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Angeklagte behauptete, sich an nichts erinnern zu können. Gleichzeitig räumte er aber ein, dass es durchaus so abgelaufen sein könne, wie von Zeugen dargestellt: „Warum sollten sie sich das ausdenken?“ Für einen „Filmriss“ sprach der Alkoholpegel von 1,6 Promille und der nachgewiesene Cannabiskonsum.

Schlägen wehrlos ausgeliefert

Dennoch stand die Frage im Raum, wie es zu der Tat gekommen war. Der Vredener half aus: Der Angeklagte und seine Freunde hätten ohne erkennbaren Grund einen seiner Freunde herumgeschubst. Er sei dazwischen gegangen, um Schlimmeres zu verhindern. Daraufhin hätten zwei der Personen seine Hände auf den Rücken gedrückt. Den Schlägen des Angeklagten sei er folglich wehrlos ausgeliefert gewesen.

Operation notwendig

Der behandelnde Arzt stellte später einen Nasenbeintrümmerbruch fest, der operativ behandelt werden musste. Der Stadtlohner habe sich zwar „von Beginn an einsichtig“ gezeigt, aber das könne die schwere der Schuld nur bedingt relativieren, so der Richter. 50 Sozialstunden, ein Anti-Aggressionstraining und ein Schmerzensgeld von 600 Euro lautete die vorläufige Strafe. Im Zivilprozess kann aber noch einiges hinzukommen.  

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