Flüchtlingsunterkunft am Mühlenweg eröffnet

Gute Nachbarschaft

Es ist ein Bau mit Beispielcharakter - von der Konzeption über die Bauweise bis hin zur Bauzeit. Nur drei Monate brauchten die von der Stadt beauftragten Unternehmen, um am Mühlenweg eine Unterkunft für Flüchtlingsfamilien und betreute Bewohner aus dem benachbarten Haus Hall zu errichten.

STADTLOHN

, 16.12.2016, 18:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 40 Gäste waren am Freitag der Einladung der Stadt gefolgt, sich ein Bild von dem Neubau zu machen - Vertreter von Rat und Stadtverwaltung, aber auch die Anlieger, die künftig in direkter Nachbarschaft mit den neuen Bewohnern am Mühlenweg leben werden.

"Wunderbarer Nachbar"

Marianne und Paul Wilkes etwa - die beiden haben 1968 am Mühlenweg gebaut, Marianne Wilkes ist sogar dort aufgewachsen. Sie hat Nachbarn kommen und gehen sehen. "Wir hoffen, dass es besser wird als mit dem Jugendheim", sagte sie. Aber sie und ihr Mann zeigten sich optimistisch, denn: "Haus Hall ist ein wunderbarer Nachbar."

Lob für Generalunternehmen

"So wie sich das entwickelt hat, haben wir kein Problem damit", fand auch Elisabeth Arntzen, ebenfalls Nachbarin des Neubaus. "Wir sehen der ganzen Sache positiv entgegen." Die Kombination von Flüchtlingsfamilien und Bewohnern aus Haus Hall soll Gewähr für gute Nachbarschaft bieten. Zwei von ihnen, die zwar betreut werden, aber selbstständig in einer der vier neuen Wohnungen unterkommen, stehen dafür. "Sie haben sich bereit erklärt, sich um die Außenanlagen zu kümmern", erklärte Bernhard Pölling vom Hochbauamt der Stadt, der das Projekt von Anfang an betreute. Er lobte das ausführende Generalunternehmen von Josef Tenhumberg. "Da haben wir richtig Glück gehabt", sagte er.

Das Besondere: Tenhumberg versammelte fast ausschließlich Stadtlohner Unternehmen für die Umsetzung des Holzständerbaus. Stolz verwies er auf das Zertifikat, das belegt: "63 Tonnen CO2 wurden der Atmosphäre dauerhaft entzogen."

Atmosphäre soll stimmen

Doch auch die Atmosphäre in und rund um den Neubau soll stimmen: Die vier Drei-Zimmer-Wohnungen sind mit je knapp 70 Quadratmeter Wohnfläche für vier Personen nicht überdimensioniert, aber geräumig geschnitten, jeweils mit Küchenzeile und Duschbad ausgestattet. "Das ist pflegeleicht, aber eine ganze Stufe besser als Container", lobte etwa CDU-Ratsherr Josef Wansing den Bau.

Familien aus Afghanistan

Zwei Familien aus Afghanistan, die als asylberechtigt anerkannt sind, sollen zum 1. Januar einziehen. Für die dritte Wohnung könnte sich Gabriele Schneider (g.schneider@stadtlohn.de), bei der Stadt für Integration zuständig, auch vorstellen, einige junge Männer unterzubringen: "Die haben auf dem freien Markt kaum eine Chance." Entsprechende Vorbehalte verstehe sie, aber: "Ich werde das dann auch gerne begleiten." 

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