Flügel für den Windpark Hengeler

Flaute erwünscht

Es gibt nur einen Tag, an dem sich Windkraftanlagenbetreiber Windstille wünschen. Das ist der Tag an dem die riesigen Rotorblätter an neuerrichteten Türmen montiert werden. Bei Wind funktioniert das nicht. Am Mittwoch war so ein Tag der willkommenen Flaute. Das 40-Millionen-Euro-Projekt mit acht Windkraftanlagen in Hengeler-Wendfeld geht in den Endspurt.

STADTLOHN

, 26.04.2017, 17:20 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ein 150 Meter hoher Kran hat am Mittwoch an der zweiten der acht Windkraftanlagen des Bürgerwindparks Hengeler-Wendfeld die Rotorblätter zur Montage in luftige Höhe gezogen. Jedes der drei Rotorblätter aus glasfaserverstärktem Kunststoff misst 65 Meter und wiegt 13 Tonnen. Die Tragfähigkeit des Krans wurde aber noch auf eine weitaus größere Probe gestellt: Die Nabe ist 45 Tonnen schwer, die Kanzel 59 und das Getriebe sogar 67 Tonnen.

Schlägt das Herz der künftigen Windkraftanlagen-Betreiber an so einem Tag höher? "Na klar! Wir haben ja sechs Jahre daraufhin gearbeitet", sagte am Mittwoch August Rietfort. Er ist einer der drei Geschäftsführer des Bürgerwindparks Hengeler-Wendfeld. Wenn es die Windverhältnisse zulassen, dann geht es jetzt Schlag auf Schlag weiter. Rietfort: "Es sind schon neu weitere Rotoren aus Rostock angeliefert worden. Die sollen möglichst bald installiert werden."

Acht Anlagen

Die ersten beiden Anlagen, die jetzt bereits mit Rotoren ausgestattet sind, sollen schon in 14 Tagen in Betrieb gehen. Die Hoffnung der Betreiber: Ende Juni sollen alle acht Anlagen mit einer Turmhöhe von 134 Metern und einem Rotor-Durchmesser von 131 Meter ihren Strom ins Netz einspeisen. Jede Anlage hat eine Nennleistung von 3300 Kilowatt. Zusammen können die acht Anlagen rein rechnerisch über 7500 Haushalte mit klimafreundlichem Strom versorgen.

"Das wird ein gutes Gefühl sein, wenn sich der Stromzähler endlich dreht", sagt August Riefort. Profitieren können davon nicht nur die 26 Gesellschafter He-We-Windpark GmbH & Co. KG, sondern auch weitere Anleger aus Stadtlohn. Und die hoffen dann auf möglichst viel Wind.

Mindesteinlage für Gesellschafter

An der He-We-Windpark GmbH sind 26 Gesellschafter beteiligt. Weitere Stadtlohner oder ehemalige Bewohner aus Hengeler-Wendfeld können noch Gesellschafter werden. Mindesteinlage: 20.000 Euro. Stadtlohner Kunden der SVS-Versorgungsbetriebe können festverzinsliche (vier Prozent) Wertpapiere erwerben (500 bis 4000 Euro)

Der Verkaufsprospekt wird zurzeit bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) geprüft. Das Interesse  ist groß, sagt August Rietfort. An einer Informationsveranstaltung haben 250 Stadtlohner teilgenommen.

www.hewe-buergerwindpark.de

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