Frank Overkamp startet als Sprecher der Genossenschaftsbanken wie sein Vorgänger

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Wachwechsel im Sprecheramt der Genossenschaftsbanken: Frank Overkamp, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Gronau-Ahaus, hat übernommen. Wie Vorgänger Heinz Hüning startet er in einer Krise.

Stadtlohn

, 12.07.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Frank Overkamp ist der neue Bankensprecher der Genossenschaftsbanken im Kreis Borken. Der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Gronau-Ahaus und bisherige Stellvertreter übernimmt von Heinz Hüning, der dieses Amt zwölf Jahre ausgeführt hat. Neuer Stellvertreter ist Jörg Porsche, Bankvorstand der Volksbank Gescher. Heinz Hüning hatte sich nicht mehr zu Wahl gestellt, da er zum Jahresende aus dem aktiven Dienst als Vorstandsvorsitzender der Volksbank Heiden ausscheidet und in den Ruhestand wechselt.

Kontinuität spricht für eine starke Region

Heinz Hüning zog während des offiziellen Pressegesprächs eine Parallele zu seinem Nachfolger: „Wir starten beide in einer Krise.“ Ist es aktuell die Corona-Krise, in der sich auch die Bankenlandschaft bewähren muss, so war es 2008 die Lehman-Pleite mit anschließender Finanz- und Wirtschaftskrise. Instrumente, die nun zum Tragen kämen wie die Kurzarbeit, konnten seinerzeit erfolgreich getestet werden. „Eine echte Feuertaufe“, so Hüning: „Unsere Gruppe konnte seinerzeit auf staatliche Unterstützung verzichten – und das soll auch so bleiben.“

Er betonte, dass der Kreis Borken mit zehn selbstständigen Genossenschaftsbanken eine Sonderstellung einnehme – schon 2008 bei Amtsantritt seien es zehn Banken gewesen. „Das spricht auch für eine starke Wirtschaft in der Region.“ Deutschlandweit sei die Zahl während dieser Zeit um 30 Prozent zurückgegangen, auch eine Folge von Fusionen.

Optimistisch, die Corona-Krise erfolgreich zu bewältigen, zeigte sich der neue Bankensprecher Frank Overkamp. Schon sein Vorgänger Heinz Hüning ist 2008 in einer Krise gestartet.

Optimistisch, die Corona-Krise erfolgreich zu bewältigen, zeigte sich der neue Bankensprecher Frank Overkamp. Schon sein Vorgänger Heinz Hüning ist 2008 in einer Krise gestartet. © Michael Schley

Die „Kleinteiligkeit und Vielfältigkeit“ unter den Genossenschaftsbanken sah Frank Overkamp als wesentlichen Vorteil im Kreis Borken. „Bei uns wird kein Unterschied in der Größe gemacht, ich sehe mich als Fürsprecher für alle“, nannte der 48-Jährige in der Zusammenarbeit „auf Augenhöhe" einen Grund, warum er diese Aufgabe sehr gerne annehme. Einen weiteren sehe er in der „Ärmel-Hoch-Mentalität“ der Menschen in der Region: „Und diese stehen immer im Mittelpunkt.“ Dies alles fuße weiter auf dem Grundprinzip der Selbsthilfe und -verantwortung.

Krise bringt auch Chancen mit sich

Jörg Porsche betonte, dass die Genossenschaftsbanken auch in der Krise ein verlässlicher Partner seien: „Eine Krise zeigt uns, was sich bewährt hat und was verbessert werden muss.“ Zwei wesentliche Themen für Regionalbanken seien künftig die Digitalisierung und vor allem die Regulatorik, die „nach Augenmaß" wünschenswert wäre. Gerade in der Krise übernehme der Verbund seine Verantwortung für die Region: „Wir wollen, dass die Hilfe schnell bei denen ankommt, die sie benötigen.“ Eine „Kreditklemme“ wie anderswo gebe es hier nicht, betonte Hüning eine „Wirtschaftsförderung im engsten Sinne“.

Erstmals in der Funktion als Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Westmünsterland konnte Dr. Carsten Düerkop die Sprecher der Genossenschaftsbanken im Kreis Borken begrüßen.

Erstmals in der Funktion als Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Westmünsterland konnte Dr. Carsten Düerkop die Sprecher der Genossenschaftsbanken im Kreis Borken begrüßen. © Michael Schley

Die VR-Bank Westmünsterland in Stadtlohn habe man bewusst für die Präsentation der neuen Sprecher gewählt. „Stadtlohn liegt in der Mitte des Kreises, einen besseren Ort kann es kaum geben“, erklärte Hüning. Dr. Carsten Düerkop, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Westmünsterland, der ebenfalls in der Corona-Krise sein Amt antrat, stellte zum Abschluss die Nachhaltigkeit der Arbeit der Genossenschaftsbanken heraus.

Genossenschaftsbanken im Kreis Borken

  • Zu den Genossenschaftsbanken im Kreis Borken zählen die Volksbanken Bocholt, Erle, Gemen, Gescher, Gronau-Ahaus, Heiden, in der Hohen Mark, Raesfeld und Rhede sowie die VR-Bank Westmünsterland.
  • Das addierte Geschäftsvolumen belief sich zum Jahresende 2019 auf mehr als 15,3 Milliarden Euro. Die addierte Bilanzsumme betrug 8,4 Millionen Euro.
  • Die Summe der Kundenforderungen betrug zum 31. Dezember 2019 7,4 Milliarden Euro, die Summe der Einlagen 6 Milliarden Euro.
  • Die Gesamtzahl der Mitglieder belief sich zum Jahresende auf 112.990, beschäftigt waren zum Stichtag 1041 Mitarbeiter. 83 davon befanden sich in einer Ausbildung.
  • In der Corona-Pandemie bearbeiteten die Genossenschaftsbanken bisher 1066 Anträge auf Stundung von Kreditengagements, die Volumen der beantragten 339 Sonderkredite betrugen 151,7 Millionen Euro.
  • 61 Mal ist das Netz durch Geschäftsstellen oder SB-Terminals in der Region vertreten.
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