Freies W-Lan wächst in Stadtlohn

Freifunker aktiv

Das freie W-Lan in Stadtlohn wächst – dank des Vereins Freifunk Westmünsterland. Und weil die Stadt Stadlohn die Impulse aufgreift. Die ehrenamtlichen Freifunker haben sich zum Ziel gesetzt, in den Städten und Gemeinden des Westmünsterlandes das freie W-Lan-Netz auszubauen. Schon jetzt haben sie ihr Jahresziel erreicht und kreisweit den 1000. Router in Betrieb genommen.

STADTLOHN

, 21.09.2016, 19:18 Uhr / Lesedauer: 2 min
Freies W-Lan wächst in Stadtlohn

Freifunk-Router

Vor gut einem Jahr begann der inzwischen als gemeinnützig anerkannte Verein Freifunk Westmünsterland mit dem Aufbau der ersten Router in Stadtlohn. Dabei war der Anfang eher zögerlich, erinnert sich Frank Könning, einer der Initiatoren. Doch dann hätten sich nach dem Start in Stadtlohn nach und nach weitere Kommunen im Kreis dafür interessiert, in ihrer Innenstadt freies Internet anbieten. Könning: „Was dann folgte, war eine rasend schnelle Entwicklung.“

7000 Nutzer im Netz

Mittlerweile gibt es Freifunk in Borken, Bocholt, Rhede, Reken, Heiden, Velen, Ramsdorf, Raesfeld-Erle, Ahaus, Vreden, Gescher und Südlohn fast flächendeckend in den Fußgängerzonen. „Das Netz wird rege genutzt; im Schnitt werden rund 7000 Benutzer gleichzeitig im Freifunk Netz versorgt“, so Frank Könning. 86 Router sind es inzwischen in Stadtlohn. Das Engagement des Freifunk-Vereins stieß in der Stadtlohner Politik auf ein positives Echo. Im Februar beschloss der Haupt- und Finanzausschuss, nach Prüfung der technischen Möglichkeiten und Kosten auch städtische Gebäude für Freifunk-Router zur Verfügung zu stellen. Was ist seither geschehen? Auf Anfrage erklärte gestern Arno Rathmer, EDV-Experte im Stadtlohner Rathaus, dass von den 56 städtischen Gebäuden 16 für Freifunkeinrichtungen in Frage kommen. Schulen und das Rathaus zum Beispiel wurden von vorneherein ausgenommen.

Richtfunkstrecken

Verkabelung, Brandschutz und andere technische Vorkehrungen für die Schaffung einer Internetverbindung für die 16 Gebäude hätten aber mehr als 100 000 Euro gekostet. Das wäre zu teuer gewesen, so Arno Rathmer. Darum habe sich die Verwaltung für eine kostengünstigere Lösung durch die Firma Epcan entschieden. Vom Wasserturm aus erhalten die 16 ausgewählten Gebäude nun per Richtfunk einen Internetzugang, der über Freifunk-Router dann für jedermann zugänglich ist. Etliche Flüchtlingsunterkünfte wurde bereits ausgestattet, Burgsporthalle, Berkelstadion, Stadthalle und Busbahnhof folgen in den nächsten Wochen. Auch für den Losbergpark soll ein freies W-Lan geschaffen werden. Für das Freibadgelände will die SV-Bädergesellschaft eine Lösung finden. Die Freifunker selbst geben als ihr Ziel für Stadtlohn 200 Router an. Warum engagieren sich die Freifunker ehrenamtlich? Frank Könning: „Das ist eine neue Idee, und das ist von Bürgern für Bürger – ich habe einfach Spaß an dem Projekt.“

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