Für Barrierenabbau fließen 70.000 Euro

Behindertenbeauftragte berichtet

Früher war nicht alles besser. Historische Gebäude und Plätze sind für Menschen mit Behinderung und Senioren oft schwer oder gar nicht zugänglich. Das zu ändern ist ein erklärtes Ziel der Stadt Stadtlohn. 2017 stehen zwei wichtige Projekte an: Die Begegnungsstätte Haus Hakenfort soll eine Behindertentoilette erhalten. Und die Marienschule einen Lift.

STADTLOHN

15.02.2017, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Marianne Stübbe, seit einem Jahr Senioren- und Behindertenbeauftragte der Stadt Stadtlohn, will Motor dieses Prozesses sein, sagt sie. In der jüngsten Sitzung des Generations-, Integrations- und Sozialausschusses hat sie nun ihren ersten Jahresbericht vorgelegt, und das mit einem durchaus positiven Fazit für Senioren und Menschen mit Behinderung. Grundlage war eine gemeinsame Begehung der Innenstadt mit Fachleuten der Stadtverwaltung sowie zwei Expertinnen der Wohnraumberatung des Deutschen Roten Kreuzes.

Durchweg gute Noten bekam das Behinderten-WC im Rathaus, das als beispielhaft eingestuft wird. Marianne Stübbe probierte dort unangekündigt auch den Alarmknopf aus. "Ich bin ja im Hauptberuf auch Qualitätsbeauftragte", sagt sie. Grund zum Meckern gab es nicht. Hilfe war in weniger als zwei Minuten vor Ort.

Gute Noten

Das Behinderten-WC im Rathaus ist für die Öffentlichkeit aber nur während der Öffnungszeiten zugänglich. Darum, so Marianne Stübbe, müsse das Behinderten-WC der Außenanlage noch verbessert werden. Dort fehlt zum Beispiel ein Alarmknopf. Gute Noten bekamen bei der Innenstadtbegehung der neugestaltete Marktplatz und insbesondere die Rampe von der Dufkampstraße zur St.-Otger-Kirche und die neue Rampe zur Marienschule.

Im Haus Hakenfort aber gibt es noch einiges zu tun: Schmiedeeiserne Handläufe sollen am Haupteingang den Zutritt erleichtern, dunkle Bereiche sollen besser ausgeleuchtet werden. Das ist schnell und mit wenig Aufwand zu erledigen. Schwieriger wird der Einbau eines behindertengerechten WC. Marianne Stübbe stellte im Sozialausschuss mehrere Um- und Anbauvarianten vor. Hohe Kosten und Denkmalschutz machen die Umsetzung nicht einfach. "Der Bauausschuss wird die Varianten noch diskutieren müssen", sagt der Erste Beigeordnete Günter Wewers. Fest steht: Im Haushaltsplan 2017 sind 25.000 Euro für diese Maßnahme eingeplant.

Haltegriffe und Sitze

Weitere 45.000 Euro sind für den Einbau eines Aufzuges in der Marienschule vorgesehen. Er soll den barrierefreien Zugang zum Josef-Albers-Saal ermöglichen.

"Aber auch kleine Maßnahmen zeigen manchmal große Wirkung", sagt Marianne Stübbe und nennt als Beispiele:Haltegriffe und Sitze in der Dusche und in der Umkleide des Schwimmbades, Überprüfung der Busausstiegssituation an der Wohnstätte Alexander an der Eschstraße und Hinweise des Ordnungsamtes, an bestimmten Stellen nicht zu parken, um Rollator- und Rollstuhl-Übergänge freizuhalten.

In Kürze wird die Behindertenbeauftragte auch einmal im Quartal Sprechstunden im Rathaus abhalten. Darüber hinaus ist Marianne Stübbe auch unter Tel. (0176) 62211080 oder (02563) 905074 erreichbar.

 

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