Harte Strafe droht: Stadtlohner bestellt teuren Drucker auf falschen Namen

rnAmtsgericht Ahaus

Einem 27-jährigen Stadtlohner droht Ärger: Er bestellte einem Drucker über das Internet auf einen falschen Namen und zahlte lange Zeit nicht. Absicht oder ein Versehen?

Stadtlohn

, 10.05.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Wegen eines Druckers im Wert von mehreren Hundert Euro blüht einem 27-jähriger Stadtlohner großer Ärger. Am Freitagmorgen stand er wegen Betruges vor dem Amtsgericht Ahaus. Denn der Drucker samt Patronen wurde auf einen nicht existierenden Namen bestellt und außerdem erst bezahlt, als der Gerichtsvollzieher drohte.

Ja, das Paket mit dem Drucker habe er erhalten, erklärte der Stadtlohner dem Richter. Wie es zu dem fiktiven Namen - eine Kombination aus seinem Vornamen und dem Nachnamen seiner Freundin - bei der Bestellung gekommen sei, konnte er sich aber nicht erklären. „Vielleicht war es die Autofill-Einstellung, bei der voreingestellte Daten übernommen werden“, spekulierte er.

Skepsis bei Staatsanwaltschaft und Richter

Überzeugen konnte er damit allerdings weder Staatsanwaltschaft noch Richter. Denn auch bei der angegebenen E-Mail-Adresse wurde offenbar getrickst. „Es fällt mir sehr schwer, Ihrer Geschichte Glauben zu schenken. Vor allem wegen Ihrer Vorstrafen“, so der Vorsitzende. „Denn wenn Sie den Drucker regulär bestellen wollten, warum haben Sie ihn dann nicht einfach bezahlt?“

Der 27-Jährige erklärte: „Normalerweise zahle ich immer direkt per Paypal.“ Die Briefe mit den Mahnungen habe er wahrscheinlich mit anderen Dokumenten weggeschmissen. „Mir ist das mit den Schulden über die Ohren gewachsen, deshalb schaue ich mir vieles nicht an.“

Ordnungsgeld in Höhe von 150 Euro droht

Endgültig in einer Sackgasse landete der Prozess, als der wichtigste Zeuge nicht erschien. Der geladene Stadtlohner Bäcker soll angeblich das Paket von einem DHL-Boten angenommen und an den Angeklagten weitergegeben haben. In diesem Fall hätte der 27-Jährige den falschen Namen nicht unbedingt bemerken können. Der Richter entschied, die Verhandlung zu vertagen.

Dem Zeugen droht nun ein Ordnungsgeld in Höhe von 150 Euro und die Übernahme der Kosten für die Verzögerung des Verfahrens. Das beantragte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft.

Lesen Sie jetzt